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People | 07.04.2021

Humor ist heilend

Als Clown Hanniboi begeisterte er sein Publikum, mit dem Menuetheater „Chaoskellner Dinnershow“ tourte er durch halb Europa. Nun hat der Künstler und spirituelle Wegbegleiter joHannes M. Angerer ein Buch herausgebracht, das hilft, in Krisen einen Sinn zu sehen.

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Wer lacht, l(i)ebt länger! Dieser Leitsatz war für den Krenglbacher joHannes M. Angerer und den Künstler und Pädagogen Mag. Robert Hirsch der Grundimpuls, ein Buch herauszugeben.

Der Künstler joHannes M. Angerer,  Begründer und Chef der Kabarettgruppe Menuetheater und ehemaliger Clown Hanniboi, hat ein Buch über die sinnvolle Bewältigung von Lebenskrisen gestaltet. Die Schicksalsschläge, welche er im Leben vor allem durch den Tod seiner Mutter, Schwestern und seiner ersten Frau auf tragische Weise erleben musste, bezeichnet er als seine persönlichen Lockdowns. Durch das Ende seines ehemaligen Arbeitsgebers Konsum, die Zerstörung seines Hauses durch einen Brand, bei dem seine Frau ums Leben kam und den Crash seiner ehemaligen Künstlergruppe stand er jedes Mal von Neuem vor den Trümmern seiner Existenz. Trotzdem verlor der Krenglbacher nie seinen Humor und lehrt bis heute noch die heilende Kraft des Lachens. Eine Möglichkeit, wie Menschen einen Weg aus solchen Lebenskrisen finden können, zeigt das Buch: „Nur das CHRISTUSLICHT wirft keinen Schatten.“  

 

OBERÖSTERREICHERIN: Herr Angerer, als ich in Ihrem Buch gelesen habe, dass Sie aus der Kirche ausgetreten sind, hat mich der Titel „Nur das CHRISTUSKIND  wirft keine Schatten“, verwundert. Warum dieser Titel?

Ich bin römisch-katholisch erzogen worden und ja, ich bin aus der Institution Kirche ausgetreten. Der Titel des Buches ist mir bereits 2012 bei einer Meditation eingefallen. Das Christuslicht betitelt, was wir alle suchen – die innere Kraft, das innere Licht und den inneren Frieden. Wenn ich von innen heraus strahle, werfe ich keine Schatten mehr. Dann bin ich in der Selbstliebe.

Ist das Buch ein Ergebnis der Coronakrise?

In gewisser Weise schon. Als im Vorjahr die Coronakrise über uns hereinbrach, musste ich mich als Künstler quasi wieder neu (er)finden, da alle Auftritte auf unbestimmte Zeit abgesagt wurden. So produzierte ich auf meinem YouTube-Kanal über 150 Videos, nahm eine CD auf und gemeinsam mit meinem guten Freund Robert Hirsch habe ich dieses Buch geschrieben. In einem Frage-Antwort-Spiel ergründeten wir diejenigen Essenzen, die einem helfen können, durch solche Krisen zu kommen und sich selber neu zu finden. 

Egal ob privat oder auch beruflich, Sie haben viele Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Was hat Sie das Leben gelehrt?

1982 ist meine Schwester gestorben, sechs Monate später meine Mutter. Damals habe ich auf Gott geflucht. Ich bin ganz stark in die Retter-Rolle geschlüpft und habe mich stark gemacht, obwohl ich ein sensibles, schwaches Kind war. Ich habe mich immer gefragt, wie ich meinem Umfeld helfen kann und meine Trauer unterdrückt. Damals schon habe ich mich nach dem Sinn des Lebens gefragt und ich denke, es war kein Zufall, dass ich später beruflich in die Rolle des Clowns gekommen bin. 1987 habe ich den Clown Hanniboi entwickelt. Als 1989 meine zweite Schwester bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, habe ich noch als Chemielaborant gearbeitet. Damals habe ich den Entschluss gefasst, das Künstlersein professionell zu machen. Das Wichtigste ist in solchen Fällen die Akzeptanz, dass man alles so akzeptiert, wie es ist. Wir Menschen sind auf der Erde, um Erfahrungen zu machen. Der Sinn des Lebens ist, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.

Sie schreiben: „Lasse los, dann ist Platz für Neues. Und dieses Neue ist besser als das Alte.“ Hört sich irgendwie logisch an, nur ist es schwierig, wenn man mitten in einer Krise steckt, das anzuerkennen. Haben Sie da einen Rat für uns?

Jemand hat einmal zu mir gesagt: „Das Universum hat immer etwas Schöneres für dich bereit.“ Wenn einem ein Schicksalsschlag widerfährt, steht man vor dem Abgrund. Man kann selber entscheiden, ob man einen Schritt nach vorne oder einen Schritt zurück geht. Der Schritt zurück beinhaltet die Auseinandersetzung mit sich selbst. Zuerst ist man in der Selbstverantwortung, diese führt zur Selbsterforschung, dann erst kommt man zur Selbstliebe und zu sich selbst. 

Wir leben in einer sehr lauten Welt, die vollbepackt ist mit Eindrücken von außen. Wie können wir am besten zu uns selbst finden? 

Eine der größten Schwierigkeiten des Menschen ist, sich selbst auszuhalten, daher ist es extrem wichtig, in die Stille zu gehen. In der Stille merkt man, wie die Gedanken rattern. Nicht mehr zu denken, funktioniert meistens nicht. Wenn man allerdings den Weg zurück geht und den Gedanken begegnet, dann begegnet man sich auch selbst und findet meistens auch viel Müll. 

Was haben Sie gemeinsam mit Mag. Robert Hirsch beim Schreiben dieses Buches gelernt? 

Eigentlich wollte ich ein kleines Büchlein mit 52 „Weisheiterkeiten“ fürs Leben machen. Herausgekommen ist ein Buch mit 232 Seiten. Erst im Nachhinein habe ich gemerkt, dass das Schreiben des Buches ein Prozess war, eine Art Trauerarbeit – und die dauert ein Leben lang. Die Todesfälle in meiner Familie berühren mich noch immer. Meine Lieben fehlen mir, aber ich kann loslassen. Der Sinn in solchen Krisen, das Verständnis für den Tod und die daraus folgenden persönlichen inneren Erfahrungen zeigten mir die vielen Möglichkeiten, einen harmonischen und zufriedenen Weg zu gehen. Denn es gibt nur einen richtigen Weg, DEINEN!

Was wollen Sie mit Ihrem Buch erreichen?

Corona wirft viele Fragen auf und stellt uns als Gesellschaft sowie als Individuen auf die Zerreißprobe. Viele Menschen suchen nach Halt im Außen, doch die Antworten auf die drängendsten Fragen findest du im Inneren, bei dir selbst. Wie jeder dazu beitragen kann, bei sich aufzuräumen, um sein inneres Licht zu finden, ist die Grundidee des Buches.

So wie es aussieht, wird uns Corona noch lange beschäftigen. Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Zukunft?

Ich habe absolutes Vertrauen in mich selber und auch in die Menschheit. Die Menschheit ist ein Spiegelbild Gottes. Da geht es um das Urvertrauen. Mein Leitsatz lautet: „Wer lacht, l(i)ebt länger.“

Buchtipp

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„Nur das CHRISTUSLICHT wirft keinen Schatten – WEISHEITerkeitEN für dein L(i)EBEN“ von joHannes M. Angerer, Co-Autor Robert Hirsch. Erhältlich bei: www.kugih.at, www.derpianoer.at oder im ausgewählten Buchhandel