Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 06.12.2022

Helfen hilft

Sie erfüllen letzte Wünsche von schwerkranken Menschen, unterstützen Familien in emotionalen Ausnahmesituationen oder nehmen Tiere auf, die keiner mehr haben will: Sich sozial zu engagieren und anderen zu helfen, macht auch selbst glücklich und zufrieden. Niemand weiß das besser als jene Menschen, die uns hier ihre Geschichte erzählen. Sie helfen, weil sie es von Herzen gern tun.

Bild 2103_O_Schirl_neu.jpg
© Peter Bayer

In der Zeit vor Weihnachten engagieren sich viele Menschen für andere. Sie spenden für Hilfsorganisationen, packen Geschenke in Schuhkartons oder organisieren Charity-Events. Und dann gibt es Menschen, die das ganze Jahr über helfen. In vielen Fällen machen sie es ehrenamtlich in ihrer Freizeit, manche krempeln sogar ihr ganzes Leben dafür um. Die Beweggründe sind so verschieden wie die Menschen selbst: Es kann ein persönliches Schicksal sein, das dahintersteht, Dankbarkeit oder einfach der Wunsch, anderen etwas Gutes tun zu können. 

„Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Kooperation haben schon in der Steinzeit das Leben einfacher und sicherer gemacht“, erklärt die Linzer Psychologin und Psychotherapeutin Christa Schirl. „Möglicherweise ist altruistisches, prosoziales Verhalten bereits in unseren Genen angelegt, denn auch unseren Vorfahren war bewusst, dass Überleben nur in der Gruppe möglich war.“

 

Helfen macht glücklich. Dass Helfen glücklich macht, ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Denn: Wenn man aus dem Egozentrismus heraustritt und sich sozial engagiert, wird man stress-
resistenter, lebt gesünder, empfindet sein Leben als sinnvoller und ist grundsätzlich zufriedener. „Dazu kommt, dass wir Anerkennung und Dankbarkeit erfahren“, sagt die Expertin. „Die Freude, die wir anderen geben, spiegelt in unser Herz zurück“ – besagt ein alter Spruch. Wir erleben uns kompetent, in dem wir anderen Hilfe leisten, was wiederum unseren Selbstwert und unser Zugehörigkeitsgefühl stärkt. Wir erleben uns außerdem als Teil einer Gemeinschaft, erfahren ein Wirgefühl, erleben Verbundenheit und hoffen, dass uns auch jemand hilfreich beiseite stehen wird, wenn wir selbst einmal in Not kommen. Die Forschung hat auch gezeigt, dass sich unsere eigene Stimmung verbessert, wenn wir anderen helfen. Selbstloses, prosoziales Verhalten wird mit Wohlgefühl belohnt!“

 

Nicht nur sich selbst sehen.  Der berühmte österreichische Neurologe, Psychiater und Begründer der Logotherapie Viktor Frankl sagte bereits im vorigen Jahrhundert, dass das Wesen menschlicher Existenz nicht nur auf sich selbst ausgerichtet ist. „Damit meinte er, dass der Mensch erst dann ganz Mensch wird, wenn er aus sich heraustritt und in der Hingabe an eine Sache oder an einen Menschen aufgeht“, erklärt Schirl. „Frei nach dem Zitat, das ebenfalls von Frankl stammt: Das Auge, das nur sich selbst sieht, wird blind!“

 

Geben ohne Gegenleistung. Wer anderen gerne und von Herzen hilft, erwartet auch keine Gegenleistung dafür. Das bestätigt auch Christa Schirl, denn bedingungsloses Geben bedeutet, nichts zu erwarten. Echte Freiheit spürt man dann, wenn man seine Stimmungen und Gefühle nicht von anderen abhängig macht. „Wir können uns bewusst machen, dass wir nur geben können, was wir haben“, so die Expertin. „Das kann Materielles ebenso sein wie Immaterielles, etwa Zeit, Energie oder Kompetenz. Ich gebe etwas von mir, weil ich es will und mich dafür entschieden habe.“

People | 06.12.2022

Stefanie Schauer

Unternehmerin und Zweifachmama Stefanie Schauer setzt sich seit Jahren immer wieder für Menschen ein, denen es nicht so gut geht. Auch heuer startete die Leondingerin vor Weihnachten ein schmuckes Charity-Projekt für das Linzer Frauenhaus.

Bild 2212_O_Menschen_Helfen_Steff.jpg (1)
Von links: Stefanie Schauer mit den Botschafterinnen Magdalena Hüthmair, Vera Doppler und Stefanies Zwillingsschwester Judith Sallrigle © Michele Peloza

Was hat Sie dazu bewogen, Charity-Aktionen für das Linzer Frauenhaus auf die Beine zu stellen?
In meiner Jugend musste ein Freundin von mir im Alter von 15 Jahren mit ihrer Mama ins Frauenhaus flüchten. Danach ist es für sie wieder bergauf gegangen. Dieses Erlebnis hat mich sehr geprägt. Vor sechs Jahren habe ich Weihnachtsgeschenke für Frauen und Kinder ins Frauenhaus gebracht und bin mit betroffenen Frauen und der Leiterin ins Gespräch gekommen. Was diesen Frauen widerfahren ist, kann man sich als gesegnete, glückliche Frau gar nicht vorstellen. Dass es jedoch Realität ist, erfährt man ständig aus den Medien. Daher ist es mir ganz wichtig, schnell und unbürokratisch zu helfen.

 

Was konnten Sie mit Ihren Aktionen bereits bewegen?
Dank meiner T-Shirt-Aktionen und der Ohrringe-Charity-Aktion voriges Jahr vor Weihnachten konnte ich bereits rund 20.000 Euro an das Frauenhaus übergeben. Ich hoffe, dass wir auch heuer wieder eine schöne Summe zusammenbringen. 

 

Was berührt Sie besonders an Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit?
Die Geschichten der Frauen im Frauenhaus gehen mir immer sehr nahe. Es berührt mich, mitzuerleben, wie sich solche Schicksale im schützenden Umfeld des Frauenhauses zu etwas Besserem wenden. Wie durch Mitgefühl aus Horror allmählich wieder Heilung und aus Heilung Hoffnung wird. 

 

Was bekommen Sie durch Ihre ehrenamtliche Tätigkeit zurück?
Ich finde es einfach schön, wie diese Aktion, Frauen, die helfen wollen,  untereinander verbindet. Welche Dynamik sich daraus entwickelt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Mascha Lina Borodin vom Schmucklabel „Maschalina“, die uns für die Charity-Aktion ihre nachhaltig in Wien produzierten Ohrringe und Armbänder zu einem Sonderpreis zur Verfügung stellt, sowie auch an mehr als 30 Botschafterinnen, die ordentlich die Werbetrommel rühren. Dafür wurden einige von Visagistin und Make-
up-Artist Stefanie Klein geschminkt und alle von Fotografin Michele Peloza in Szene gesetzt. Alles ehrenamtlich, Danke dafür!

 

Wie kann man die Aktion unterstützen?
Indem man im Offisy-Onlineshop Ohrringe, Armbänder und T-Shirts kauft. Das sind übrigens auch sehr beliebte Weihnachtsgeschenke. Erhältlich auf www.offisy.at/shop

 

People | 06.12.2022

Florian Aichhorn, Rollende Engel

Florian Aichhorn ist in seiner Freizeit ein „rollender Engel“. Gemeinsam mit einem 28-köpfigen Team erfüllt der Welser letzte Wünsche von Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben – vom Sonnenuntergang am Berg bis zum Wien-Besuch mit der Familie.

Bild 2212_O_Menschen_Helfen_Rolle.jpg (1)
© Rollende Engel

Warum haben Sie die „Rollenden Engel“ ins Leben gerufen? Wie ist die Idee entstanden?
Ausschlaggebend dafür war eine zufällige Begegnung mit einem zehnjährigen Jungen im März 2019. Ich habe ihn gefragt, was er später einmal beruflich machen möchte. Seine Antwort war „Nichts!“ Daraufhin haben mir seine Eltern erklärt, dass er keinen Berufswunsch habe, weil er unheilbar krank sei und ihn die Ärzte schon zwei Jahre zuvor als austherapiert erklärt hätten. Sein größter Wunsch war damals, einmal in einem Rallyeauto mitfahren zu können. Also habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihm diesen Wunsch am ÖAMTC-Testgelände in Marchtrenk erfüllen zu können. Und als ich gesehen habe, wie sehr sich der Junge und seine Eltern gefreut haben, war die Idee für die „Rollenden Engel“ geboren. 

 

Seitdem ist Ihr Team auf 28 ehrenamtliche Mitglieder angewachsen, die Ihnen beim Erfüllen letzter Wünsche helfen, und Sie haben bereits knapp 200 Fahrten in ganz Österreich absolviert. Gibt es auch Wünsche, die sich nicht erfüllen lassen?
Tatsächlich konnten wir bisher noch alle Wünsche erfüllen. Denn letzte Wünsche sind oft ganz klein, aber für todkranke Menschen sonst einfach nicht mehr möglich. Das kann sein, sich daheim von der Familie zu verabschieden oder einmal noch einen Sonnenuntergang am Berg zu erleben.  

 

Welche Wunscherfüllung ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Jede Fahrt ist besonders und berührend. Nie vergessen werde ich allerdings den 24. Dezember 2020, als abends mein Telefon geläutet hat und die Palliativstation des Krankenhauses Ried dran war. Am nächsten Morgen haben wir eine 32-jährige Mama zu ihrer Familie heimgebracht, damit sie ein letztes Mal noch gemeinsam Weihnachten feiern konnten. Leider hat sich ihr Zustand während des Besuchs so schnell verschlechtert, dass wir sie umgehend wieder ins Krankenhaus bringen mussten. Beim Hineinschieben ins Fahrzeug ist ihr kleiner Sohn auf die Transportliege gesprungen, hat geschrien und geweint – wissend, dass es für ihn das letzte Mal sein würde, seine Mama lebend zu sehen. Das war so herzzerreißend und ist uns bis auf die Knochen gegangen.

 

Was bedeutet es für Sie selbst, schwer kranken Menschen noch einmal Freude zu bereiten?
Für mich ist es ein gutes Gefühl, diesen Menschen und ihren Angehörigen etwas Gutes tun und sie bei ihrem schweren Weg unterstützen zu können. Und mein Blick auf das Leben und das, was wirklich zählt, hat sich verändert. Man lernt, das Leben wieder mehr zu schätzen und zufriedener zu sein. 

 

Verein Rollende Engel
Spendenkonto: Raiffeisenbank Wels AT79 3468 0000 0303 9500
www.rollende-engel.at

 

People | 06.12.2022

Guardian Hand Project

Der Verein „Guardian Hand Project” setzt sich für die Müllkinder von Manila und den umliegenden Slums auf den Philippinen ein und wurde von Ilse Kalleitner 2014 ins Leben gerufen. Gemeinsam mit 70 Volunteers engagiert sich die gebürtige Litzlbergerin, die in Vöcklabruck ein Dekogeschäft besitzt, seither unermüdlich für das Wohlergehen und die schulische Ausbildung von mittlerweile 600 Kindern.

Bild 2212_O_Menschen_Helfen_Guard.jpg
© Guardian Hand Project

Was hat Sie zum „Guardian Hand Project“ motiviert? 
Für meinen Beruf reise ich oft nach Manila. Dort lernte ich eines Tages auch die unvorstellbare Armut der Kinder kennen. Vor allem die herzzerreißenden Eindrücke auf den Müllbergen von Manila ließen mich nicht mehr los. Nach anfänglicher Eigeninitiative merkte ich schnell, dass es hier mehr an Unterstützung braucht, und so gründete ich das „Guardian Hand Project“. 

 

Was haben Sie seit der Gründung des Hilfsprojekts bereits bewegen können? 
Unser größtes Anliegen war es zunächst, jedem Kind den sicheren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern zu gewährleisten. So versorgen wir die Kinder jeden Tag mit Essen und Wasser, das aus unserer örtlichen „Guardian-Hand“-Wasserbefüllungsanlage kommt. 2018 haben wir zudem die „Medical Mission“ ins Leben gerufen, die eine medizinische Versorgung sowie den Krankenhausaufenthalt für die Kinder sicherstellt.  Mit der Eröffnung der „Guardian Hand School“ ist uns 2021 ein weiterer Meilenstein gelungen. Ohne meinem Team und unseren Spendern wäre das nie möglich gewesen.  Aktuell sammeln wir gerade Geld für einen Schulbus, der die Kinder gefahrenlos in die Schule bringt. Gleichzeitig soll dieser künftig auch als Nahrungsmittel- und Krankentransport fungieren. 

 

Was berührt Sie besonders an Ihrer Arbeit? 
Die Schicksale der Kinder. Sie sind mir alle sehr ans Herz gewachsen, und zu sehen, wie sie durch unser Projekt aufblühen, berührt mich wirklich sehr. Marian Rose ist hier ein ganz besonderes Beispiel. Sie leidet seit ihrer Geburt unter einem Wasserkopf. Mit unserer Hilfe bekam sie Zugang zur medizinischen Versorgung und ist nun eine unserer Schülerinnen in der „Guardian Hand School“. 

 

Was bekommen Sie durch Ihre ehrenamtliche Tätigkeit zurück? 
Es macht mich zufrieden und stolz, weil ich weiß, dass durch unsere Initiative Kinder Zugang zu einer Ausbildung bekommen, die ihnen sonst verwehrt geblieben wäre, dass sie medizinische Unterstützung erhalten, die sie am Leben hält, und wir viele vor dem qualvollen Hungertod bewahren können. Alleine der Blick in die Kinderaugen macht mich glücklich, und solange wir Unterstützung erhalten, werden wir natürlich weitermachen. 

 

Wie kann man das „Guardian Hand Project“ unterstützen? 
Neben einer Geldspende kann unser Hilfsprojekt auch mit dem Kauf eines unserer Merchandise-Produkte sowie durch die Übernahme einer Bildungspatenschaft unterstützt werden. Wir freuen uns über jegliche Spende, denn jeder Cent hilft.

 

 

Guardian Hand Project 

Spendenkonto: Raika Vöcklabruck

IBAN: AT03 3471 0000 0235 9487

BIC: RZOOAT2L710

www.guardianhandproject.com

 

 

People | 06.12.2022

Michaela Altendorfer, Herzkinder Österreich

Michaela Altendorfer hat 2003 den Verein „Herzkinder“ gegründet – nachdem ihr Sohn seine dritte Herzoperation gut überstanden hatte. Heute ist Jakob erwachsen und lebt ein normales Leben. Seine Mama engagiert sich noch immer für betroffene Kinder und deren Familien.

Bild 2212_O_Menschen_Helfen_Herzk.jpg
© Herzkinder Österreich

Warum haben Sie den Verein „Herzkinder“ vor mittlerweile 19 Jahren gegründet?
Als kurz vor der Geburt meines Sohnes die Diagnose „komplexer Herzfehler“ gestellt wurde, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Medizinisch war ich in absolut guten Händen, was aber geblieben ist, waren  die Fragen, wie es weitergehen wird. Viele Fragen, die nicht beantwortet werden konnten, da es keine Anlaufstelle für Familien mit herzkranken Kindern gab. Mein Vorsatz, mein Dank ans Leben zurück, war: Wenn Jakob seine ersten drei Operationen gut hinter sich gebracht hat, möchte ich andere Familien unterstützen. Denn ich war fest davon überzeugt: Ich bin nicht alleine mit meinen Fragen und Ängsten, das beschäftigt bestimmt auch andere Eltern. 

 

Was konnten Sie in dieser Zeit schon alles erreichen? 
Wir betreuen mit einem Team von 25 Mitarbeitern derzeit mehr als 4.000 betroffene Familien, beginnend ab der Diagnose in der Schwangerschaft, wo wir die „Herzfamilien“ bereits auffangen: von der Schwangerschaftsbetreuung und Begleitung bis zur Geburt, Herzkindertreffen, Fachvorträgen und psychologischer Betreuung bis hin zu Feriencamps und finanzieller Soforthilfe bei Therapien oder Zusatznahrung. Eines unserer größten Projekte sind die beiden Teddyhäuser in Linz und Wien. Es ist ein Zuhause auf Zeit während der Zeit des Krankenhausaufenthaltes des Herzkindes. Hier haben auch Geschwisterkinder Platz.

 

Warum ist es so wichtig, dass auch Eltern in dieser schwierigen Situation Unterstützung bekommen?
Es versteht niemand so gut als jemand, der selbst in der gleichen Situation war. Die Familien wollen Informationen, was sie mit einem Herzkind erwartet – auch organisatorisch mit Geschwisterkindern und Beruf. Die Eltern sind in einem emotionalen Ausnahmezustand. Wir versuchen, die Familien aufzufangen, sie ein Stück des Weges zu begleiten und sie danach wieder in einen guten Alltag zu entlassen. Wir helfen ihnen, die Situation „herzkrankes Kind“ zu verstehen und annehmen zu lernen, denn das ist ein wesentlicher Punkt auf dem Weg zurück zu einem guten Leben mit einem Herzkind.

 

Was bedeutet es für Sie persönlich, sich für Herzkinder und deren Eltern zu engagieren?
Für mich selbst ist es eine tägliche Dankbarkeit, dass meine Geschichte, mein Weg mit meinem Sohn Jakob, gut gegangen ist und er heute – nach insgesamt vier Herzoperationen – ein normales Leben als junger Mann leben darf. Ich weiß unser Glück der Medizin sehr zu schätzen und möchte mit meinen Erfahrungen weiterhin Hilfestellung für alle nicht-medizinischen Anliegen und Belange für andere Familien sein.

 

Herzkinder Österreich
Spendenkonto: Erste Bank
IBAN: AT13 2011 1890 8909 8000

BIC: GIBAATWXXX
www.herzkinder.at

People | 06.12.2022

Sonja Plöchl

Die Freistädterin Sonja Plöchl ist Model und auch aus dem Fernsehen bekannt. Doch die 25-Jährige als „TV-Sternchen“ abzustempeln, würde ihr nicht gerecht werden. Bei Weitem nicht, denn sie ist voriges Jahr 2.000 Kilometer für eine gesündere Welt geradelt und hat bei einem Aufenthalt in Afrika dabei geholfen, einen Kindergarten zu errichten.

Bild 2212_O_Menschen_Helfen_Ploec.jpg
© Henry Overkämping

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie in Afrika bei der Finanzierung eines Kindergartens geholfen haben? 
Ich würde sagen, dass mich mein Vertrauen ins Leben dorthin geführt hat. Auf meiner 2.000 Kilometer langen Fahrradtour für eine gesündere Welt vorigen Sommer habe ich Henry kennengelernt, den ich dann im Winter für drei Monate bei seinem Freiwilligendienst in Südafrika besucht habe. Dort haben wir in einem traditionellen Zulu-Dorf die Nachmittagsbetreuung für Kinder unterstützt und dabei Thola kennengelernt. Sie betrieb unter kompletter Eigeninitiative einen Kindergarten mit Platz für etwa 25 Kinder. Zu betreuen hatte sie aber 60 Kinder! Aus diesem Grund hat sie in Eigenregie mit dem Fundamentbau eines größeren Hauses begonnen – wohlwissend, dass das Geld für die Fertigstellung niemals reichen würde. Darum haben Henry und ich ein Crowdfunding gestartet, bei dem wir insgesamt 16.000 Euro für den Kindergarten sammeln und den Bau fertigstellen konnten. 

 

Sie sagen, dass Ihnen kleine und große Taten wichtig sind, um Gutes zu schaffen. Wie funktioniert das? 
Zum einen gestalte ich meinen Alltag so nachhaltig wie möglich: Ich ernähre mich pflanzlich, fahre viel mit dem Rad und Öffis, kaufe Secondhand und gehe bewusst mit Ressourcen um. Darüber hinaus lasse ich mir immer wieder Projekte einfallen, wie das Kindergarten-Crowdfunding oder als Volunteer um die Welt zu reisen. Ich teile meinen Weg für mehr Echtheit, samt all seinen Stolpersteinen, übrigens in meinen sozialen Netzwerken. So habe ich ein Video über meine Bulimie und die Heilung davon online gestellt, um Betroffenen und deren Angehörigen zu helfen. 

 

Gibt es eine Begebenheit, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? 
Da gibt es sehr viele (lacht). Als uns ein verwaister Welpe am Strand von Goa nicht mehr von der Seite wich, haben wir ihn mitgenommen und wieder aufgepäppelt. Das hat mich sehr berührt. Oder als ich mich bei einem Clown-Workshop unter der Leitung von Dr. Patch Adams, unendlich weit entfernt von meiner Komfortzone, in einem Altenheim zum Affen gemacht habe und die Augen der Bewohner zu leuchten begonnen haben. Da ist mir das Herz aufgegangen!

 

Was bedeutet es für Sie, sich für andere Menschen zu engagieren? 
Es bedeutet, gut auf mich selbst zu achten, denn wenn ich in meiner Mitte bin, kann ich wirklich nachhaltig helfen, ohne dass es mich oder mein Umfeld Energie kostet. Und so folge ich meiner Intuition. Sie leitet mich dahin, wo ich gerade gebraucht werde. Unsere Welt ist wundervoll, alles hier ist perfekt aufeinander eingetaktet. Nur wir Menschen tanzen oft gehörig daneben. Deshalb möchte ich wieder für mehr Harmonie sorgen. Der Mensch kann nicht ohne eine intakte Natur überleben. Darum sollten wir mit großem Respekt und in Dankbarkeit miteinander und mit der Natur leben. 

 

Mehr zu Sonja Plöchls
Hilfsprojekten auf Instagram:
@son_dja

 

 

People | 06.12.2022

Tierparadies Schabenreith

Das Tierparadies Schabenreith von Doris und Harald Hofner ist ein Zufluchtsort für verstoßene, misshandelte, alte und kranke Heimtiere und sogenannte „Nutztiere“, die ihren Lebensabend unter bester medizinischer Betreuung auf dem Hof verbringen und auf ihrem letzten Weg liebevoll begleitet werden.

Bild 2212_O_Helfen_Tierpara-2.jpg (2)
LEBEN GETAUSCHT. Früher fotografierte Doris Hofner-Foltin für die VOGUE, heute kümmert sie sich um verletzte und misshandelte Tiere. © Anita Hauser

Wieso haben Sie das Tierparadies gegründet?
Das war eigentlich nicht unser Plan, es hat sich ergeben. Wir haben den Hof damals für unsere eigenen dreizehn Tiere gekauft, dann kamen immer mehr dazu. Mittlerweile sind es an die 500 Tiere. 

 

Was haben Sie mit dem Tierparadies schon bewegt?
Nächstes Jahr gibt es uns 30 Jahre. Wir haben nicht nur Tausenden Tieren das Leben gerettet, sondern leisten auch ganz viel Aufklärungsarbeit. Wir ermutigen Bäuerinnen und Bauern beispielsweise dazu, ihre Katzen zu kastrieren – übernehmen teilweise auch die Kastration. 

 

Was berührt Sie besonders bei der Arbeit mit und für kranke und vernachlässigte Tiere? 
Ein Hund, der mit Benzin übergossen und angezündet wurde, ein 100-Kilo-Rottweiler, der nicht mehr gehen kann, angefahrene Katzen und Wildtiere … die Schicksale der Tiere berühren uns alle. Besonders die scheuen Wildtiere, die ihr ganzes Vertrauen in uns geben und sich von uns helfen lassen, gehen mir sehr nahe. Ich habe acht Füchse, die alle auf mir kleben, wenn ich bei ihnen im Gehege bin. Oder die scheuen Rehe, die uns so viel Vertrauen entgegenbringen. Das zu sehen berührt uns sehr. 

 

Was bekommen Sie durch Ihre ehrenamtliche Tätigkeit zurück? 
Es gibt mir einen Sinn im Leben. Ich habe so viel Verantwortung für so viele Tiere, ich muss weitermachen. Wenn wir es nicht machen, macht es keiner. Das ist meine große Motivation, die mir auch schon geholfen hat, Krankheiten zu überstehen. Ich habe früher für die Vogue fotografiert und hatte ein richtiges Glitzer-Glamour-Leben. Natürlich denke ich mir oft, das frühere Leben wäre wahrscheinlich einfacher. Unser gesamtes Privatvermögen steckt im Hof und die Arbeit ist anstrengend für Körper und Psyche. Wir haben jeden Tag Notfälle. Aber zu beobachten, wie sich die schwer misshandelten und traumatisierten Tiere erholen, wie sie bei uns eine zweite Chance auf ein lebenswertes Leben bekommen, und das Gefühl gebraucht zu werden, tut einfach gut. 

 

Wie kann man Sie unterstützen? 
Da die Bäuche der Tiere täglich gefüllt werden wollen, Strom und Gas bezahlt, Benzin für die Tierrettungsfahrten getankt und Tierarztkosten sowie Rechnungen für Renovierungsarbeiten und Gehegebauten beglichen werden müssen, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir sind auch immer äußerst dankbar für Futterspenden: Katzen- und Hundefutter, Stroh und Heu, frisches Gemüse oder auch Sachspenden wie Decken und Schlafkörbchen für Katzen und Hunde. Unterstützen kann man unsere Arbeit auch mit dem Kauf des Buches „Mit Krücken, Charme und Gummistiefel“ mit witzigen und berührenden Kurzgeschichten und Anekdoten aus dem Tierparadies Schabenreith.

 

 

Verein Tierparadies Schabenreith
4562 Steinbach am Ziehberg

Spendenkonto: Erste Bank
IBAN: AT53 2011 1839 5648 3900
BIC: GIBAATWWXXX