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People | 06.09.2016

Glück als Konsumgut

Vier Jahre nach der umjubelten Premiere von „Triest“ feierte im September letzten Jahres das zweite gemeinsame Programm von Thomas Stipsits und Manuel Rubey Premiere: „Gott & Söhne“. Redakteurin Maria Russ hat mit den Kabarettisten gesprochen.

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© Juhani Zebra

Glück lässt sich nicht kaufen – oder doch? Der Familienbetrieb Gott & Söhne handelt mit dem kostbaren Gut schon seit 2.000 Jahren, und das erfolgreich. Die rücksichtslose Jagd nach dem individuellen Glück verpacken die berüchtigten Rampensäue Thomas Stipsits und Manuel Rubey in einer satirischen Kriminalgeschichte. Improvisation ist den beiden heilig, so lassen sie das Publikum an der Entstehungsgeschichte des Programms teilhaben. In Szene gesetzt wurde „Gott & Söhne“ von niemand Geringerem als Alfred Dorfer. Im Interview erzählen die beiden von ihrer  hypothetischen Liebe zueinander und ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Schauspielerei und verkünden eine Botschaft an die Frauen.

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Termin: „Gott & Söhne“: am 15. September um 20 Uhr im Gugg in Braunau ( © Juhani Zebra)

Euer aktuelles Stück heißt „Gott & Söhne“. Gott & Söhne ist eine Firma, die Glück und Zufriedenheit verkauft. Wer von euch ist Gott? ;-) Ist das Stück religionskritisch?

Manuel Rubey: Keiner natürlich (lacht). Und das Stück ist nicht religionskritisch, weil wir da selbst unterschiedlicher Meinung sind …

Thomas Stipsits: Ich bin ja der Gläubige in der Gruppe. Da ich immer Religionslehrer werden wollte, kann ich nicht aus der Kirche austreten. Das Christentum hat einige Lehren, die ich absolut unterschreibe. Ich wehre mich nur gegen die Instrumentalisierung der christlichen Philosophie. Zum Glauben brauche ich keine geschlossenen Mauern. Das haben die Buddhisten uns voraus. Auch der monotheistische Gedanke an den einen, richtigen Gott scheint mir etwas überholt.

Alfred Dorfer führt Regie. Wie kam es dazu und wie war die Zusammenarbeit mit diesem alten Hasen der heimischen Kabarettszene?

Manuel: Schlichtweg fantastisch.

Thomas: Ein Glücksfall, der seinesgleichen sucht. Als wir bei ihm vorstellig wurden und diese große Frage, ob er Regie bei uns machen möchte, gestellt haben, kam von ihm, wie aus der Pistole geschossen: Ja mach i, wie mach ma’s?

Wie kam es überhaupt zu euch beiden als Duo? Wie habt ihr euch kennengelernt?

Manuel: Wir haben uns auf einem Filmset kennengelernt.

Thomas: Sprichwörtlich Liebe auf den ersten Blick. Und die hält nach wie vor.

„Gott & Söhne“ ist nach „Triest“ schon euer zweites gemeinsames Programm. Ihr seid ein echtes Dream-Team auf der Bühne. Sind weitere gemeinsame Projekte geplant?

Manuel: Als Nächstes wollen wir einen gemeinsamen Film drehen, und mit Alfred Dorfer ist auch eine weitere Zusammenarbeit geplant.

Thomas: Wir haben mittlerweile beide erkannt, dass sich unsere Wege immer kreuzen werden. Es zwingt uns einfach die gegenseitige Wertschätzung dazu.

Was hat mehr Reiz auf der Bühne: solo oder zu zweit?

Manuel: Beides ist interessant.

Thomas: Die Symbiose aus beidem macht diesen außergewöhnlichen Beruf so spannend und reizvoll. Im Endeffekt geht es immer um die Menschen, die deine Arbeit konsumieren. Ein Glücksfall, wenn man auf beiden Hochzeiten tanzen darf.

Manuel, die meisten Menschen in Österreich verbinden dich noch immer mit Falco, weil du 2007 die Titelrolle im Film „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ verkörpert hast. Nervt dich das mittlerweile? Fühlst du dich jetzt eher im Kabarett zuhause oder bist du doch in erster Linie Schauspieler?

Mittlerweile ist soviel Zeit vergangen, dass ich sehr gerne daran zurückdenke. Und ich mache beides gerne, bin aber in allem, was ich so mache, irgendwie Schauspieler.

Thomas, du hast deine Karriere mit Kabarett begonnen. Zwischenzeitlich hast du aber auch als Schauspieler gewirkt, spieltest u.a. im „Tatort“, in „Bad Fucking“ oder, ebenso wie Manuel, in „Braunschlag“. Warum der Wechsel ins Schauspielmetier? 

Ich hatte immer den Traum, vor der Kamera zu stehen und Filme zu drehen. Nichtsdestotrotz wurde ich anfangs von großem Zweifel geplagt, ob ich das überhaupt kann. Dass ich einmal mit Harald Sicheritz, einem Idol meiner Jugend, einen Film drehen werde, in dem ich eine der Hauptrollen spiele (Anm.: „Bad Fucking“), erfüllt mich mit unheimlichem Stolz. Anscheinend – und das sage ich jetzt ohne Egozentrik oder Eitelkeit – habe ich was richtig gemacht.

Ihr seid nun seit September 2015 mit „Gott & Söhne“ unterwegs, 2016 habt ihr sehr viele Auftritte. Bleibt da noch Zeit fürs Privatleben?

Manuel: Im Moment tatsächlich zu wenig …

Thomas: … Leider, ja.

Wir sind ein Frauenmagazin: eine Botschaft an die Frauen? ;-)

Manuel: Wenn wir Männer so gewählt hätten wie ihr, liebe Frauen, hätten wir uns alle viel Stress erspart!

Thomas: Ohne euch geheimnisvolle, zauberhafte, wunderschöne, herausfordernde und undurchschaubare Wesen wäre das Leben nur halb so schön.