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People | 26.08.2020

Freiheit auf zwei Rädern

Cool, zäh und furchtlos – mit diesen Worten kann man Joe Pichler (60) wohl am besten beschreiben. Seit mehr als 30 Jahren brettert der Salzburger mit seiner KTM zu den entlegensten Teilen der Welt. Am Sozius immer mit dabei ist seine Frau Renate (62). Indien, Australien, Afrika, Asien und die Südsee sind nur einige der Destinationen, die das Paar bereits bereist hat. Seit 2002 lassen uns die Pichlers in ihren Livereportagen an ihren Abenteuern teilhaben. Im Interview erzählt Joe Pichler von seiner ersten Reise, unglaublichen Erlebnissen und den Einschränkungen durch Corona. Wir nehmen Sie auf den nächsten Seiten mit auf eine faszinierende Reise durch Afrika.

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© Joe Pichler, Renate Pichler

Corona hat auch Joe Pichler im wahrsten Sinn des Wortes ausgebremst. Seine Vorträge über die letzte Afrika-Reise im Frühjahr wurden abgesagt und auf Herbst verschoben. Die geplante Reise, die ihn und seine Frau von Brasilien über Französisch-Guayana, Surinam, British Guayana, Venezuela, Kolumbien und durch das Amazonasgebiet wieder zur Küste nach Brasilien geführt hätte, wurde vorerst einmal auf Eis gelegt. Dennoch blickt der Weltenbummler positiv in die Zukunft. „Denn wie beim Motorradfahren im Sand ist es immer wichtig, nach vorne zu blicken“, weiß Joe Pichler. Und bevor er sich, wann auch immer, auf seine nächste Reise begeben wird, erkundet er unbekannte Landschaften in Österreich und frischt seine Spanischkenntnisse auf.

 

Livereportagen im Herbst

Um das Fernweh etwas zu stillen, laden wir Sie auf den nächsten Seiten mit Joe und Renate Pichler nach Afrika ein und zeigen Ihnen die schönsten und spannendsten Seiten dieses faszinierenden Kontinents. Wenn Sie dann auf den Geschmack gekommen sind, sollten Sie sich die Livereportagen „Outside Afrika“ nicht entgehen lassen. Denn Reisen beginnt ja bekanntlich im Kopf.

 

Herr Pichler, Sie sind Globetrotter und Abenteurer – immer wieder machen Sie sich auf den Weg, um weltweit Magic Moments einzufangen. Wie hat sich das ergeben?

Joe Pichler: Das ist ewig lang her! Meine erste Motorradreise machte ich im Jahr 1983 mit einer Suzuki 500. Damals war ich 23 Jahre alt und mit einem Freund in Italien unterwegs. Wir haben ohne Zelt einfach irgendwo im Freien geschlafen und sind bis Neapel gefahren. Eines Abends haben wir nach drei Viertel Rotwein gesagt: „Einmal im Leben müssen wir nach Marokko fahren.“ Das  ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

 

Wann haben Sie sich nach der Italienreise erneut ins Abenteuer gestürzt?

Ein Jahr danach bin ich vier Monate rund ums Mittelmeer gefahren. Ich war alleine unterwegs. 1986 habe ich dann beschlossen, mich überhaupt dem Reisen zu widmen. Ich habe meinen Job in einem Ingenieurbüro, wo ich in der Planung und Bauleitung tätig war, gekündigt und bin einfach losgezogen. 

 

Da haben Sie Ihre Frau Renate schon gekannt, oder?

Ja genau, knapp bevor ich weggefahren bin, habe ich Renate kennengelernt. Ich war 13 Monate unterwegs und wir haben uns Briefe geschrieben. WhatsApp oder E-Mail gab es damals noch nicht.

 

War es schwierig, Freundin, Job, Familie und Freunde einfach so hinter sich zu lassen und loszuziehen?

Am schwierigsten ist zu sagen:  „So, ich mache das jetzt.“ Wenn man dann einmal unterwegs ist, wird alles leichter. Aber die Entscheidung, einen gut bezahlten und interessanten Job aufzugeben, die Wohnung zu kündigen, das Auto zu verkaufen und natürlich die Liebe hinter sich zu lassen, ist nicht einfach. Als ich damals loszog, habe ich nicht gewusst, wann ich wieder zurückkommen werde. Es hätte theoretisch auch sein können, dass ich überhaupt im Ausland geblieben wäre. Es war eine Reise mit Open End. 

 

Haben Sie sich schon damals mit dem Gedanken getragen, Vorträge über Ihre Reisen zu machen?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte keine Ahnung vom Fotografieren. Mein Vater hat mir eine Kamera mitgegeben und gezeigt, wie sie funktioniert. Erst im Jahr 2002, als Renate ihren Job als Zahnarztassistentin aufgegeben hat, haben wir uns entschieden, aus den Abenteuerreisen ein Geschäft zu machen. Bis dahin war alles „just for fun“ und das ist es auch heute noch. Denn wenn der Hauptgrund meiner Reisen einmal der Job ist, dann höre ich auf. Daher begebe ich mich auch in Länder, die unüblich sind und wo man nicht so einfach hinkommt. Denn wer würde schon freiwillig in den Tschad reisen (lacht).

 

Sie wollen also den Menschen hier bei uns zeigen, wie es auf der Welt aussieht?

Primär ist es mein Ziel, eine geile Reise zu machen. Aber natürlich möchte ich den Menschen, die zu meinen Vorträgen kommen, einen Einblick in diese Länder geben. Man ist wirklich in einer anderen Welt und das gefällt meinen Zusehern. Wir haben Fans, die uns mittlerweile seit 20 Jahren begleiten. Egal ob wir Bilder aus dem Iran, Südamerika oder Südafrika zeigen. 

 

Haben Sie den Schritt, alles aufzugeben und Abenteuerreisen zu machen, je bereut?

Nein, ich habe weder den Schritt alles aufzugeben bereut und auch nicht den Schritt, im Jahr 2002 mit den Livereportagen zu starten. 

 

Bild 2003_O_Pichler_Afrika1.jpg
© Joe Pichler, Renate Pichler

Lassen Sie sich inspirieren!

Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt im aktuellen OBERÖSTERREICHER.

Text: Ulli Wright Fotos: Joe Pichler, Renate Pichler