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People | 06.03.2018

Frauentag: Das wünschen wir uns!

Von der Politikerin über die Mehrfach-Mama bis hin zur Sexualtherapeutin und zur jungen Kindergartenpädagogin – anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März haben wir sechs Oberösterreicherinnen über ihre dringlichsten Wünsche befragt.

Sechs Frauen – sechs Wünsche
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AUF DIE BEDÜRFNISSE DER KINDER EINGEHEN! Margreth Tews, Lebens- und Sozialberaterin, Coach und Mediatorin: Als Mediatorin in allen Konfliktbereichen ist Margreth Tews europaweit unterwegs. Bekannt ist die Linzerin vor allem aus Sendungen wie „Volksanwalt“, „Thema“ oder „Am Schauplatz“. Als Mediatorin hat sich die Powerfrau vor allem auf Wirtschaftsbelange und Familienrecht spezialisiert. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung – auch im Fachgebiet des Familienrechtes – kann Margreth Tews eine entsprechend fundierte Hilfe und Unterstützung gewährleisten. „Kommt es bei einer Scheidung zum Beispiel zu einem Obsorgestreit, leiden besonders die Kinder. Hier ist ein rasches, zielgerichtetes und effizientes Handeln dringend erforderlich. Diesbezüglich wünsche ich mir, dass seitens der Rechtssprechung das Kindeswohl nicht immer nur zitiert wird, sondern die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder tatsächlich im Vordergrund stehen.“ (Foto: Fotoatelier Mozart)
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SEXUALMYTHEN KRITISCH SEHEN! Susa Haberfellner, Sexual- und Lebensberaterin und Klinische Sexologin: In den zwölf Jahren, in denen Susa Haberfellner als Sexualberaterin tätig ist, erfährt sie in den Beratungsgesprächen mit ihren Klienten immer wieder, dass besonders Sexualmythen das sexuelle Erleben von Frauen erschweren. Denn diese spiegeln wider, was die Gesellschaft sich für die Sexualität idealerweise von Mann und Frau erwartet. Es sind kulturelle oder religiöse Normen, die vorgeben, wie Sexualität zu sein hat. Dabei versuchen wir, uns in diesen Normen wiederzufinden und sie auch zu erfüllen. „Ich wünsche mir, dass Frauen weibliche Sexualmythen, wie „Sex = Geschlechtsverkehr“, „die Frau ist beim Sex passiv“, „den Höhepunkt müssen beide gleichzeitig erreichen“, „die Frau ist immer bereit und willig“ usw., hinterfragen und entkräften. Dazu nehmen sie ihre eigenen Gefühle und ihren Körper ganz bewusst wahr und haben eine innere Sicherheit zum Thema Sexualität. Sie schauen, wer sie sexuell sind und wer sie sein wollen.“
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MEHR ANERKENNUNG FÜR MAMAS! Martina Weiß, diplomierte Kinderkrankenschwester in Karenz und bald Vierfach-Mama, mit Lukas (10), Lisa (8) und Leon (2,5): Kinder spielen schon immer eine wichtige Rolle im Leben von Martina Weiß – sowohl privat als auch beruflich. Von ihrem Beruf als diplomierte Kinderkrankenschwester an der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz ist sie im Moment karenziert, denn im April erwartet die 36-Jährige ihr viertes Kind. „Ich wünsche mir grundsätzlich mehr Unterstützung für Familien“, sagt sie. „Außerdem mehr Anerkennung – gern auch finanzieller Art – für Mütter, die bei ihren Kindern daheim bleiben. Leider sieht kaum jemand, was wir Frauen dabei leisten – von der Erziehung über Kochen und Hausarbeit bis hin zur Organisation des Familienalltags. Es gibt weder Krankenstand noch Urlaubstage. Das alles scheint vollkommen selbstverständlich zu sein. Mittlerweile ist es schon so, dass wir beinahe jeden dafür bezahlen, dass er sich um unsere Kinder kümmert – nur die Mütter selbst nicht. Die Arbeit als Mama sollte endlich mehr wert sein!“ (Foto: eris-portrait, www.eris-portrait.at)
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DEN KINDERGARTEN ALS BILDUNGSEINRICHTUNG SEHEN. Katrin Grasegger, Pädagogin im Kindergarten Kremsegg in Kremsmünster: Als Kindergartenpädagogin begleitet Katrin Grasegger Kinder bei kleineren und größeren Lernschritten und unterstützt sie bei der Entwicklung zu individuellen und eigenständig denkenden Persönlichkeiten. „Leider habe ich den Eindruck, dass der Beruf nicht die Wertschätzung bekommt, die ihm gebührt. Ich wünsche mir, dass der Kindergarten als Bildungseinrichtung angesehen und meine Arbeit als Kindergartenpädagogin somit als Bildungsarbeit geschätzt wird. Gerade in diesem Alter erwerben die Kinder vielfältige Kompetenzen. Das frühkindliche Lernen ist die Voraussetzung für jeden weiteren Bildungsschritt und darum mehr als essenziell.“
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JEDE FRAU SOLL SELBSTBESTIMMT IHR LEBEN GESTALTEN KÖNNEN. Christine Haberlander (ÖVP), Landesrätin für Bildung, Frauen und Gesundheit: In Oberösterreich leben rund 720.000 Frauen. Das sind 720.000 unterschiedliche Talente, enorme Potenziale und ganz unterschiedliche Lebensmodelle. „Mein Wunsch ist es, dass jede Frau selbstbestimmt entsprechend ihren Wünschen, Bedürfnissen und Fähigkeiten ihr Leben gestalten kann. Ich verstehe Frauenpolitik partnerschaftlich, das Gemeinsame soll in den Vordergrund gerückt werden“, erklärt Christine Haberlander. Die Politikerin wünscht sich eine Gesellschaft, die sich traut, verschiedenen Lebensphasen zu folgen. Die es erlaubt, dass eine Frau durchstartet im Beruf und ganz nach oben kommt. Dass sie dann aber auch ohne Karriereknick Auszeiten nehmen kann, Kinder bekommen kann oder sich, egal ob beruflich oder privat, einem völlig anderem Projekt verschreiben kann. Bis wieder eine neue Phase ansteht und sie neu durchstartet. Das Selbstbewusstsein und Selbstverständnis dafür muss bereits bei Mädchen und jungen Frauen verankert werden. „Wir sind starke Frauen in einem starken Land. Oberösterreich ist auf einem guten Weg. Einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Weges liefert die neue Frauenstrategie 2030 des Frauenreferates für Oberösterreich, die sich den unterschiedlichsten Themen der Frauenpolitik widmet“, erklärt Christine Haberlander. (Foto: eris-portrait, www.eris-portrait.at)
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EINE GEWALTFREIE ZUKUNFT FÜR FRAUEN UND KINDER. Sonja Duda (43), als Leiterin des Frauenhauses Wels zuständig für Sozialarbeit, Prävention, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit: Schutz und Unterstützung, das bietet das Frauenhaus Wels an, wenn Frauen Hilfe suchen. Seit 16 Jahren arbeitet Sonja Duda hier mit allen Kräften an einer gewaltfreien Zukunft für Frauen und ihre Kinder. Noch immer gehen 81 Prozent aller Gewaltfälle vom Ehemann oder Lebensgefährten aus. In weiteren 6,5 Prozent der Taten waren Ex-Partner im Spiel. „Dieses Thema bringt natürlich eine sehr große Multiproblematik mit sich“, weiß Duda. „Die betroffenen Frauen sind oft eingeschüchtert, es wurde ihnen ein großer Teil vom Selbstwert genommen. Damit einher gehen emotionale Abhängigkeit, die Angst vor einer Trennung oder Scheidung und viele offenen Fragen: Wie wird es den Kindern gehen? Was werden Verwandte, Freunde, Bekannte oder Nachbarn sagen? All diese Fragen und Probleme versuche ich gemeinsam mit den Frauen zu erarbeiten“, berichtet die Soziologin, die in Eferding aufgewachsen ist. Anlässlich des Weltfrauentages möchte sie, dass wir uns in Erinnerung rufen, was Frauen im letzten Jahrhundert alles erreicht haben. Aber auch, dass wir nicht stehen bleiben, sondern uns weiterentwickeln.