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People | 06.03.2021

Frauen und ihre Baustellen

Die Coronapandemie hat, wie oft mahnend behauptet wird, die Rolle der Frau nicht verändert, sie macht nur auf erschreckende Weise deutlich, wie groß die Schieflage nach wie vor ist. Und genau darauf wollen die Initiatorinnen von „Frauen und ihre Baustellen“, die Unternehmerinnen Doris Nentwich und Andrea Lehner, hinweisen.

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Initiatorin Doris Nentwich hat im Februar ihr neues Online-Format „contentwich – Der Problemlöser-Talk“ herausgebracht. ( © Oliver Macher)

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Verteilung der alltäglichen Aufgaben mehr denn je nach klassischen Rollenzuschreibungen erfolgt: Die Hauptverantwortung für Hausarbeit, Kinder- und Angehörigen-
betreuung liegt bei Frauen, die so ganz nebenbei auch ihren Berufen nachgehen. Als Folge der Corona-
pandemie arbeiten viele im Homeoffice und müssen den Spagat zum Homeschooling der Kinder schaffen und Präsenzunterricht, Lerneinheiten und Freizeit der Kinder koordinieren. Damit stoßen Frauen an ihre körperliche, psychische und emotionale Belastungsgrenze. Wie immer machen sie das, ohne dabei großes Aufsehen zu erregen. Die Gesellschaft schaut ihnen zu und spendet von Zeit zu Zeit anerkennenden Applaus. „Die Heldinnen des Alltags“ werden beklatscht, sicht- und spürbar sind sie aber nicht. Genau das wollen Doris Nentwich und Andrea Lehner mit ihrer Initiative „Frauen und ihre Baustellen“ ändern. „Zeigt euch!“ rufen sie allen Frauen zu und machen mit einem Fotoshooting am Areal des ORF-Zentrums am Küniglberg in Wien den Anfang. Aber nicht leise und der zugeteilten Rolle entsprechend, sondern laut, schrill und unkonventionell. 

 

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Initiatorin Andrea Lehner hat sich mit der Entwicklung von Produkten für die Kosmetikbranche einen Namen gemacht. ( © Oliver Macher)

Die exzentrischen Roben des Labels NIKO NIKO Design unterstützen die Botschaft. Neben Doris Nentwich stehen die Oberösterreicherinnen Stefanie Schauer und Bianca Kiso vor der Kamera des Fotografen Oliver Macher. Ziel ist es, einen breiten Diskurs anzustoßen, der bis in die eigenen vier Wände reicht und in Partnerschaften, Familien und am Arbeitsplatz getragen und – wenn nötig – ausgetragen wird.

 

Aufruf an alle Frauen

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Botschafterin Stefanie Schauer hat ihrem Unternehmen mit Sitz in Leonding gerade einen neuen Anstrich verpasst und präsentiert OFFISY im neuen Look. ( © Oliver Macher)

Die Initiative hat in den Sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Hunderte Frauen beteiligen sich daran und posten Fotos von sich. Egal in welchem Kleid – ob im Business-Kostüm, Partydress oder Dirndl – das Erkennungszeichen, die Gummistiefel, dürfen genauso wenig fehlen, wie ein Statement zur eigenen Baustelle bzw. besser gesagt zu den Baustellen, denn bekanntlich kämpfen Frauen nicht nur an einer Front. Davon kann auch Stefanie Schauer ein Lied singen. Die zweifache Mutter führt seit 2014 das Software-Unternehmen OFFISY mit Sitz in Leonding, das mit ihren Tools und Features niedergelassenen Wahlärzten Zeit und Nerven spart. „Unser Ziel ist es, dass sich Menschen in Gesundheitsberufen voll auf ihre Passion konzentrieren können und ihnen organisatorische und administrative Arbeit von jemandem abgenommen wird, dem sie vertrauen können“, so die 37-Jährige.

 

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Im Rahmen der Initiative #frauenundihrebaustellen ist dieses T-Shirt im Onlineshop von OFFISY erhältlich. Der Reinerlös aus dem Verkauf kommt Frauen, die in die Krise geraten sind, zugute. www.offisy.at

Bekenntnis zu den eigenen Baustellen

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Die Welser Künstlerin Bianca Kiso eröffnet in Kürze „HOLON art“ in ihrer Heimatstadt. ( © Oliver Macher)

Eine Baustelle im wahrsten Sinn des Wortes hat zurzeit die Welserin Bianca Kiso. In Kürze eröffnet die weit über die Grenzen Österreichs anerkannte Wachsmal-Künstlerin, die die in Vergessenheit geratene Kunsttechnik der Enkaustik im Eigenstudium erlernt und perfektioniert hat, eine Galerie der besonderen Art. Gemeinsam mit Danijela Bagaric, ebenfalls Künstlerin – sie zeichnet und malt mit Bleistift, Tusche, Kreide, Ölfarbe und experimentiert mit Textilien und Fotografien – will sie einen Raum für Begegnung mit Kunst, Kultur und Wirtschaft schaffen, Menschen vernetzen und Kunst fördern. Das Konzept beinhaltet auch ein Atelier, das von den Künstlerinnen selbst sowie von Gastkünstlern genutzt wird, um Werke zu schaffen, Projekte zu realisieren und mittels Kursen für Kinder und Erwachsene Wissen zu vermitteln.  Ziel ist es auch, junge internationale Künstler zu unterstützen.

 

 

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Bianca Kiso und Danijela Bagaric

People | 06.03.2021

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