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People | 17.08.2015

„Es darf einem nix zu blöd sein“

Leo Hillinger hat 1990 den verschuldeten Weinhandel von seinem Vater übernommen und über die Jahre eines der größten privaten Weingüter Österreichs aufgebaut. In der PULS 4-Sendung „Dorf braucht Wirt“ coacht der Marketingprofi die Kirchenwirtin aus Niederabsdorf.

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„Wer keine Kritik verträgt, ist kein guter Mitarbeiter.“ (© Puls 4)

In der PULS 4-Sendung „Dorf braucht Wirt! Die große Wirtshaus-Belebung“ bekommen drei Wirte einen Coach zur Seite gestellt und treten in sieben Folgen immer sonntags um 19:45 Uhr gegeneinander an. Leo Hillinger greift der Quereinsteigerin Brigitte Sattmann, die den „Kirchenwirt“ im niederösterreichischen Niederabsdorf führt, mit Tipps und Tricks unter die Arme. Coach und Schützling ergänzen sich perfekt, denn die Schwachstelle der einen ist genau die Stärke des anderen – das Marketing. Zudem teilen sie die Leidenschaft für die Gastronomie. Im Interview gibt der smarte Winzer einen Einblick in sein Business.

 

Sie haben mit 21 Jahren den Weinhandel Ihres Vaters übernommen und hatten 400.000 Euro Schulden. Wie haben Sie es geschafft, daraus eines der größten privaten Weingüter Österreichs zu machen?

Konsequenz, Konsequenz und noch einmal Konsequenz. Sie erreichen mich gerade am Flughafen in Zürich. Ich bin 280 Tage im Jahr nicht zu Hause, stehe täglich um halb fünf Uhr Früh auf und arbeite bis Mitternacht. 

Sie haben mit Schulden begonnen, Weingärten gekauft und stetig investiert. Ist es heute noch so einfach wie damals, Kredite von den Banken zu bekommen?

Nein, überhaupt nicht. Dank ihrer Risikomanager haben die Banken die Hosen voll. Das ist ein großes Problem für die Wirtschaft.

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Leo Hillingers „jüngstes Baby“ Wineshop & Bar in der Wollzeile in Wien (© Andreas Tischler, Hillinger)

Wie ist die Marke Hillinger entstanden?

Durch meine Arbeit und durch meine Person. Es hat die Marke Hillinger nicht gegeben und ich habe damals auch kein Geld für Marketing gehabt. Ich bin in die Restaurants vorne reingegangen, sie haben mich rausgeschmissen, dann bin ich hinten wieder reingegangen – so lange, bis sie meinen Wein gekauft haben. Es darf einem nix zu blöd sein. 

Wie schaut eine Arbeitswoche bei Ihnen aus?

Das will ich Ihnen gar nicht sagen, da wird Ihnen schlecht. Normalerweise bin ich zwei bis drei Mal im Ausland unterwegs. Grundsätzlich beginnt mein Tag um halb fünf Uhr in der Früh. Um sieben Uhr kommen meine Mitarbeiter und wir besprechen, was gemacht werden muss. Anschließend fahre ich zu meiner Familie frühstücken. Danach geht es in den Weingarten, ich habe Termine und so weiter. Das geht so bis spät in die Nacht hinein. 

Sie betreiben sieben Shops. Sind noch weitere in Planung?

Das kommt immer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Mietpreisen an. Mittlerweile werden mir aber die Locations für Shops angeboten und ich muss mich nicht mehr auf die Suche machen. 

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und wie ist Ihr Führungsstil?

Derzeit beschäftige ich 80 Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind für mein Unternehmen unerlässlich, sie sind wie meine Familie. Ich lebe nach dem Motto: „Die Leute gut zahlen und gut behandeln“.