Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 06.03.2017

Erfolgreich auf der ganzen Linie

Patricia Kaiser hat geschafft, wovon viele träumen: Nach 17 Jahren im Modelbusiness ist die 32-Jährige eines der gefragtesten Models Österreichs. Wir fotografierten die gebürtige Innviertlerin im Botanischen Garten in Linz. Im Interview spricht sie über ihren neuen Job als LT1-Moderatorin, Kinder und Karriere.

Bild 1703_O_Menschen_Kaiser_e 1.jpg
THERESA KAINDL Photography

Wenn Patricia Kaiser die letzten Jahre Revue passieren lässt, dann möchte man meinen, dass es kaum etwas gibt, das die schöne Blondine nicht kann. Seit dem Jahr 2000 ist sie aus der heimischen Modewelt nicht mehr wegzudenken. Neben ihren Erfolgen als Model und Millenniums-Miss Austria war sie auch einige Jahre äußerst stark in der österreichischen Leichtathletik-Szene unterwegs. Ihr Showtalent bewies sie als Sängerin und als Kandidatin bei Dancing Stars. Heute lebt Patricia Kaiser mit ihrem Mann, dem Profi-Kicker Daniel Wolf, und ihren zwei Kindern (viereinhalb und zwei Jahre) in Mödling. Und beruflich läuft es top: Erst vor Kurzem hat das vielgebuchte Model das Kampagnenshooting für die Herbst-/Winterkollektion von Airfield absolviert und einen Vertrag als Testimonial für die Luxus-Kosmetikmarke „La Mer“ unterzeichnet. Dass sie sich in Sachen Mode und Lifstyle perfekt auskennt, beweist das Energiebündel seit einigen Wochen auf LT1. Oberösterreichs größter Privat-Fernsehsender hat die Trendcheckerin für die Sendung „OÖ Life“ als Moderatorin in ihre Heimat zurückgeholt. Wie sie es schafft, Shootings und Modeschauen, ihren Job bei LT1, ihr soziales Engagement als Botschafterin für den „Wings for Life World Run“ und die Familie unter einen Hut zu bringen, erzählt Patricia Kaiser im Interview.

 

Nach 17 Jahren im Business und als Zweifachmami sind Sie eines der erfolgreichsten österreichischen Models – wie schafft man es, am Ball zu bleiben?

Patricia: Indem ich mich voll und ganz auf mein Netzwerk verlassen kann, die Familie zusammenhält und wir uns gut organisieren. Mein Job ist neben den Kindern meine große Leidenschaft und erfüllt mich. Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr selbstständig und unabhängig. Darauf bin ich stolz und es motiviert mich zugleich.

 

Als Model stehen Sie im Rampenlicht. Haben Sie Probleme mit dem Älterwerden?

Na ja, ich bin 32. Das beste Alter überhaupt, weil die Zwanziger vorbei sind. In deinen Zwanzigern denkst du, du seist erwachsen, bist es aber nicht und fängst gerade erst an, alles herauszufinden. Jetzt habe ich mehr Erfahrung als zuvor. Seit der Geburt meiner Kinder fühle ich mich richtig wohl in meiner Haut und kann mit kleinen Veränderungen sehr gut leben. Natürlich gibt es als Frau immer wieder Phasen, in denen man lernen muss, sich neu anzunehmen, sei es in der Schwangerschaft oder auch danach. Authentizität ist in meiner Branche sehr wichtig geworden. Kunden buchen authentische Models, frei nach dem Motto „Frauen tragen Frauen“.

 

Seit Kurzem sind Sie jeden Samstag als Moderatorin des LT1-Lifestylemagazins „OÖ Life“ auf Sendung. Wie ist es zu diesem Job gekommen?

LT1 ist auf mich zugekommen. Laut Geschäftsführer Didi Mayr war ich eine Wunschkandidatin. Ich habe gerne zugesagt, wichtig war mir allerdings, das Moderieren von der Pike auf zu lernen. Das ist mein Grundgedanke bei allem Neuen, das ich beginne. Ich möchte es von Grund auf lernen, um es dann auch wirklich professionell zu beherrschen. Und genau das wird mir bei LT1 geboten.

 

Was muss ein Job, ein Projekt haben, damit Sie zusagen?

Ich nehme Projekte an, die mir Spaß machen und in denen ich mich widerspiegle. Ich scheue mich auch nicht davor, etwas Neues auszuprobieren.

 

Bild 1703_O_Menschen_Kaiser_e.jpg
THERESA KAINDL Photography

 

Wann haben die Vorbereitungen für die erste Sendung bei LT1 begonnen?

Ich habe mit Didi Mayr ein halbes Jahr lang ein Studiotraining gemacht,  was mir sehr viel gebracht hat. Das merke ich vor allem, wenn ich mir die Aufnahmen von den Anfängen anschaue. Unglaublich, wie man sich in so kurzer Zeit entwickeln kann. Natürlich habe ich in der Vergangenheit viel in der Öffentlichkeit gemacht und auch vor der Kamera gearbeitet, aber am Ende des Tages war das immer die Patricia Kaiser. Jetzt ist es wichtig, dass ich den Zusehern auf eine sympathische Art und Weise vermittle, was die Neuigkeiten sind und worum es in der Sendung geht. Eine tolle Herausforderung!

 

Durch den Job kommen Sie wieder vermehrt in die oberösterreichische Heimat ...

Die Sendung wird einmal pro Woche im Studio in Linz aufgezeichnet. Wann immer es geht, besuche ich meine Eltern in Eberschwang. Der Weg von Mödling Richtung OÖ ist für mich einfach der schönste.

 

Sport hat immer eine große Rolle in Ihrem Leben gespielt. 2004 wurden Sie im Speerwurf österreichische Meisterin und im Siebenkampf Vize-Meisterin. 2009 holten Sie beim Europacup den zweiten Platz. Wie schaut es heute aus?

Mit Leichtathletik habe ich 2009 aufgehört. Ich hatte einen absolut friedlichen Abschluss. Aber Sport prägt mein ganzes Leben und wird immer ein Teil von mir sein. Sei es in Sportprojekten, wie die betriebliche Gesundheit mit der Firma Complex, oder im Privatleben. Es würde mich auch reizen, irgendwann als Sportmoderatorin zu arbeiten.

 

Sie sind Botschafterin für den „Wings for Life World Run“, dessen Stiftung die Rückenmarksforschung unterstützt. Was hat Sie dazu motiviert?

Seit erster Stunde (2014) bin ich als Botschafterin für den „Wings for Life World Run“ engagiert. Die Entwicklung ist absolut faszinierend, wir haben in Österreich mit 4.000 Menschen begonnen, jetzt stehen wir bei 14.000 Läufern. Weltweit liegen wir sogar bei 100.000 Teilnehmern. Durch meinen Schicksalsschlag (Anm.: Patricias Freund Gustav kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben, Patricia war im Auto) habe ich gesehen, wie schnell sich das Leben von der einen auf die andere Sekunde völlig ändern kann. Das motiviert mich dazu, mich zu engagieren. Außerdem sitzt ein guter Freund von mir seit vergangenem Jahr im Rollstuhl. Es ist mir wichtig, für ihn zu kämpfen.

 

Welches Ziel haben Sie sich für den nächsten „Wings for Life Run“ am 7. Mai gesetzt?

Es geht mir darum, die Emotion aufzusaugen und Hoffnung zu schenken. Die Energie, wenn Menschen in 35 Ländern für die eine Sache, nämlich Querschnittlähmung heilbar zu machen, losstarten, ist unübertrefflich. Mir kommen jedes Mal die Tränen, wenn ich am Start stehe. 15 Kilometer würde ich sehr gerne schaffen.

 

Sie sind beruflich viel unterwegs. Wer unterstützt Sie bei der Betreuung der Kids?

Lena und Luca sind entweder mit dabei oder sie sind, wenn ich beruflich unterwegs bin, bei meinem Mann. Daniel ist großartig, aber auch die Großeltern und die Eltern von meinem verunglückten Freund Gusti sind fix in die Familie integriert und packen mit an. Und natürlich ist auch der Kindergarten eine große Stütze.

 

Was hätten Sie gemacht, wenn Sie nicht Model geworden wären?

Ich hatte immer einen Fahrplan und wollte Medizin oder Architektur studieren. Wobei ich wahrscheinlich bei der Architektur gelandet wäre. Die Themen Inneneinrichtung und Raumgestaltung interessieren mich sehr.

 

Wie schalten Sie am liebsten vom Alltag ab?

Indem ich Sport mache. Das schätze ich sehr an meinen Mann, er lässt mich mein Training machen und gönnt mir das von Herzen. Am liebsten ziehe ich meine Laufschuhe an und gehe hinaus in die Natur – das brauche ich für meinen Kopf. Aber ich trainiere auch gerne in meiner alten Trainingsstätte und quatsche ein bisschen, während ich trainiere. Das ist für mich Lifestyle.

 

Ihr Traum?

Das Hier und Jetzt anzunehmen und aus allen Situationen das Beste zu machen.

Bild 1703_O_Menschen_Kaiser_e 3.jpg
THERESA KAINDL Photography