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People | 01.10.2021

Eine von acht

Die Gunskirchnerin Martina Racz (42) ist eine von acht: Vor zwei Jahren erhielt sie überraschend die Diagnose Brustkrebs. Über diesen Schock und die herausfordernde Zeit hat sie nun ein Buch geschrieben.

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© pressthebutton.net, Verlag am Rande

Mit Ende 30 hatte Martina Racz scheinbar alles, was man im Leben braucht: zwei großartige Kinder (heute 8 und 11 Jahre), einen liebevollen Ehemann, ein altes Häuschen, zwei Katzen und einen tollen Job. Die unvorhergesehene Diagnose Brustkrebs, mit der jede achte Frau in Österreich im Laufe ihres Lebens konfrontiert wird, katapultierte sie aus allem, was bisher ihr Leben war. Mühsam kämpfte sie sich durch die Herausforderungen, um am Ende zu erkennen: Ohne Gesundheit ist alles nichts. Ohne Liebe sowieso nicht.

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Racz, im Juli 2019 erhielten Sie die Diagnose Brustkrebs.  Wie sind Sie draufgekommen und wie ist es nach der ersten Diagnose weitergegangen?

Martina Racz: Eines Tages merkte ich ein leichtes Ziehen in der Brust. Es kam, blieb ein paar Tage und  verschwand wieder. Leider bin ich nicht sofort zum Arzt gegangen. Erst nach einiger Zeit fragte ich dann meine Hausärztin, woran das liegen könnte – aber auch eher beiläufig bei einer anderen Untersuchung. Ernsthaft Sorgen machte ich mir damals nicht, ich dachte, dass es hormonelle Schwankungen seien. Die Ärztin überwies mich zum Glück zu einem Radiologen, um eine Sonografie der Brust zu machen. Dort wurde der Tumor entdeckt. Nach der Erstdiagnose durchlief  ich einen Marathon an Untersuchungen. Zwei Wochen nach der Diagnose ging dann auch schon die erste Chemotherapie los. Die zwei Wochen zwischen Diagnose und erster Chemo waren für mich die schlimmste Zeit. Ich stand völlig unter Schock und hatte wirklich Todesangst. Ich habe zwei kleine Kinder und hatte Angst, sie nicht auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleiten zu können. Als die erste Chemotherapie startete, ging es mir etwas besser, weil ich das Gefühl hatte, aktiv etwas dagegen tun zu können.

Was hat Ihnen geholfen, diese herausfordernde Zeit durchzustehen?

In erster Linie meine Kinder. Wenn man zwei kleine Kinder zu Hause hat, die jeden Tag in die Schule müssen und eine Jause brauchen, bleibt nicht viel Raum,  um sich in die Vorstellung, dass das schiefgehen könnte, reinfallen zu lassen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen hat mir sehr geholfen. Dadurch habe ich gesehen, dass ich nicht die Erste bin, die diesen Weg gehen muss und auch nicht die Letzte sein werde. Ich habe über die sozialen Medien eine große Community an Betroffenen gefunden.

Anfangs haben Sie ihre Erfahrungen für sich selbst und ihre Kinder niedergeschrieben, erst später entstand die Idee, daraus ein Buch zu machen. Hat Ihnen das Schreiben auch geholfen, diese Erfahrungen besser zu verarbeiten?

Ja, das war ganz sicher Therapie für mich. Ich wollte das, was in dieser Zeit passiert ist, nicht vergessen. Deshalb habe ich es niedergeschrieben, um meinen Kopf frei zu bekommen. Wenn ich mich an etwas erinnern möchte, kann ich es jederzeit wieder rausholen und nachlesen. Ich habe davor nie für mich selbst geschrieben, der Tipp kam von meiner Psychologin und hat mir wirklich sehr geholfen.

 

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© Verlag am Rande

People | 01.10.2021

BUCHTIPP

Eine von acht – Mein Leben mit Brustkrebs“ Martina Racz, Verlag am Rande, ISBN 978-3-903190-42-9, € 22