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People | 31.05.2016

„Die Wirtschaft ist weiblich“

Seit 20 Jahren gibt es das Netzwerk „Frau in der Wirtschaft“ in Oberösterreich. Heuer hat Margit Angerlehner den Landesvorsitz übernommen.

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© WKOÖ

Mehr als 33.000 Unternehmerinnen gibt es in Oberösterreich. Sie zu unterstützen und zu fördern hat sich das Netzwerk „Frau in der Wirtschaft“ auf die Fahnen geheftet. Seit 20 Jahren. Heuer hat Margit Angerlehner, Gründerin und Geschäftsführerin einer Damenmaßschneiderei, den Landesvorsitz von Ulrike Rabmer-Koller übernommen. Gemeinsam mit ihren beiden Stellvertreterinnen Judith Ringer, Geschäftsführerin der Steyr Trucks Sales and Services International GmbH, und Doris Schreckeneder, Geschäftsführerin von Stern & Hafferl Verkehr, will sie unter anderem aufzeigen, wie wichtig Unternehmerinnen für die Region sind. 

„Die oberösterreichischen Unternehmerinnen schaffen Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, betont Angerlehner. „Sie tragen wesentlich zur Wertschöpfung in der Region bei und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die positive Entwicklung des regionalen Standorts. Mit einer neuen Kampagne wollen wir auch Bewusstsein für das Thema Regionalität schaffen, denn die Unternehmerinnen brauchen die Kaufkraft im Ort, um weiter wachsen zu können.“

Einen weiteren Schwerpunkt bilden in diesem Jahr das Thema Digitalisierung und die damit verbundenen Änderungen in der Arbeitswelt. Hier wird „Frau in der Wirtschaft“ mit Veranstaltungen sowohl die Möglichkeiten als auch die Gefahren aufzeigen.

 

Margit Angerlehner (43)

Gründerin und Geschäftsführerin der Damenmaßschneiderei „Mode im Maß der Zeit“, Oftering

Den Sprung in die Selbstständigkeit wagte Margit Angerlehner, als ihre beiden Söhne noch klein waren. Das war vor 15 Jahren. Ein Schritt, den sie nie bereut hat. Im Gegenteil: „Ich würde es heute wieder so machen“, sagt die 43-Jährige. „Ich war von klein auf immer schon sehr selbstständig. Außerdem konnte ich mir so meine Zeit immer besser einteilen, was es mir auch leichter machte, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.“ Ende Jänner hat Angerlehner den Landesvorsitz von „Frau in der Wirtschaft“ übernommen, wo sie sich bereits seit 2009 ehrenamtlich engagiert. 

 

Warum engagieren Sie sich für Frauen in der Wirtschaft?

Frauen brauchen noch eine starke Interessensvertretung. Mir ist wichtig, dass sie das Netzwerk Frau in der Wirtschaft auch zum Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten und zum Geschäftskontakte knüpfen nutzen. Ich persönlich habe zum Beispiel sehr davon profitiert.

 

Ihre wichtigsten Ziele, die Sie für Frauen in der Wirtschaft erreichen möchten?

Wir müssen die Rahmenbedingungen für Frauen weiter verbessern. Nur so können wir auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen. Dazu braucht es zum einen mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige und flexiblere Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen. Auf der anderen Seite sind auch flexiblere Arbeitszeitmodelle notwendig. Was mir zudem wichtig ist: dass Frauen und Männer miteinander arbeiten und eine Begegnung auf Augenhöhe möglich ist. Mit gegenseitiger Wertschätzung. Das ist für mich das Maß aller Dinge – in Familie, Politik und Beruf. 

 

Judith Ringer (49)

Geschäftsführerin der Steyr Trucks Sales and Services International GmbH, Waldneukirchen

Judith Ringer war schon immer von mehr Männern als Frauen umgeben. Erst in der HTL, wo sie das einzige Mädchen im Jahrgang war, danach bei BMW Steyr, wo sie im Software-Engineering tätig war. 2006 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Firma, die erst mit Ersatzteilen für LKW handelte und heute Straßensanierungsmaschinen produziert. „Ich habe  mir immer etwas zugetraut“, sagt sie. „Mein Glas ist nie halb voll oder halb leer. Vielmehr lautet mein Motto: Da geht noch was rein!“

 

Warum engagieren Sie sich für Frauen in der Wirtschaft?

Weil es extrem wichtig ist, dass sich Frauen gegenseitig unterstützen. Ich hatte immer das Glück, dass mich jemand unterstützt und gefördert hat. Genau das möchte ich auch an andere Unternehmerinnen weitergeben. 

 

Ihre wichtigsten Ziele, die Sie für Frauen in der Wirtschaft erreichen möchten?

Mein Steckenpferd: mehr Frauen in die Technik zu bringen. Es gibt viele interessierte und motivierte Mädchen, die dann oft von ihrem Umfeld gebremst werden. Ich möchte, dass sie sich nicht davon abbringen lassen, wenn sie spüren, dass es das Richtige für sie ist. Frauen müssen sich einfach mehr zutrauen und ihr volles Potenzial ausschöpfen. Auch in der Technik gibt es weibliche Seiten.

 

Doris Schreckeneder (43)

Geschäftsführerin Stern & Hafferl Verkehr, Gmunden

Doris Schreckeneder führt das Familienunternehmen bereits in fünfter Generation. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich bei „Frau in der Wirtschaft“. Dass Netzwerke wichtig sind, hat die Unternehmerin früh erkannt. „Ich habe viele Jahre in der Jungen Wirtschaft mitgearbeitet und weiß seitdem, wie wichtig es ist, Kontakte zu knüpfen und pflegen“, erzählt sie. „Und ich bin der Meinung, dass man Menschen am besten fordern und fördern kann, wenn man ihnen Vertrauen entgegenbringt.“

 

Warum engagieren Sie sich für Frauen in der Wirtschaft?

Unser Slogan lautet: Die Wirtschaft ist weiblich. Und es ist erwiesen, dass es das beste Ergebnis in einem Unternehmen dann gibt, wenn weibliche und männliche Stärken genützt werden. Frauen haben einen anderen Führungsstil. Ihre Stärken sind unter anderem Einfühlungsvermögen und Kommunikation. Das ist auch in Unternehmen wichtig.

 

Ihre wichtigsten Ziele, die Sie für Frauen in der Wirtschaft erreichen möchten?

Mehr Weiblichkeit mit all ihren Stärken in die Wirtschaft zu bringen! Frauen sollten sich gegenseitig mehr unterstützen und auch mehr Geschäfte untereinander machen. Außerdem möchte ich ein starkes Netzwerk für Unternehmerinnen schaffen, die vor der Übergabe des Familienunternehmens stehen – im Moment sind das 6.400 Unternehmen in Oberösterreich. Ich möchte Frauen dabei unterstützen, dass die Übergabe gelingt.