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People | 25.06.2018

Die Wichtlstube bedeutet Familie

Wie sich die Trachten Wichtlstube in 20 Jahren vom kleinen Geschäft in Stadl-Paura zum größten Trachtenfachgeschäft Oberösterreichs entwickelt hat, erzählt Firmengründerin Margarete Holzberger im Interview.

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Margarete Holzberger mit ihren Töchtern Andrea (l.) und Cornelia (r.) (© Stefan Beiganz)

Von Bayern bis zum Burgenland – für einen Besuch in der Wichtlstube in Edt bei Lambach nehmen Trachtenliebhaber oft lange Anfahrtswege in Kauf. Kein Wunder, werden sie doch im mehr als 1.000 Quadratmeter großen Fachgeschäft mit einer Auswahl an Trachten, Dirndln, Lederhosen, Brautmode, Schmuck und Accessoires belohnt, die ihresgleichen sucht. Wir haben Firmengründerin Margarete Holzberger
zum Talk gebeten. Immer an ihrer Seite sind ihre beiden Töchter und Geschäftsführerinnen Andrea und Cornelia. Neben ihrem Mann Rudolf sind auch Sohn Nico und die Schwiegersöhne Sebastiano und Daniel im familiengeführten Unternehmen tätig.

 

Frau Holzberger, was hat Sie vor 20 Jahren dazu bewogen, ein Trachtengeschäft zu eröffnen?

Margarete Holzberger: Ich habe 20 Jahre lang am Schalter auf der Post gearbeitet, und schon damals habe ich mich immer gerne in Tracht gekleidet. Generell haben mir schöne Dinge, von Spieluhren bis hin zu Antiquitäten, immer gut gefallen. 1998 war es dann so weit und ich habe in Stadl-Paura ein kleines Trachtengeschäft eröffnet.   

 

Wie alt waren damals Ihre Kinder?

Cornelia und Andrea waren 14 und elf Jahre alt, Sohn Nico vier. Am Anfang stand ich ganz alleine im Geschäft. Meine Töchter haben immer mitgeholfen und Andrea hat dann sogar eine Lehre bei mir im Geschäft gemacht.

 

Wie waren die Anfänge?

Als ich das Geschäft 1998 eröffnet habe, befanden wir uns in einem Trachtenhoch. Danach folgten ein paar schwierige und harte Jahre. Aber ich habe mich durchgekämpft und neben dem Geschäft in Stadl-Paura Filialen in Haag am Hausruck und in Kirchdorf eröffnet. Schon damals hatte ich eine recht gute Auswahl und einen umfangreichen Markenmix. Das kam sehr gut bei den Kunden an.

 

Wann haben Sie die Wichtlstube in Edt bei Lambach eröffnet?

Unser Sortiment wurde laufend erweitert und irgendwann machte es schließlich Sinn, alles unter einem Dach anzubieten. Daher haben wir die Filialen geschlossen und sind vor sechs Jahren nach Edt bei Lambach übersiedelt. Dort haben wir neben einer Verkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern auch ein 2.000 Quadratmeter großes Lager, Büroräume und die hauseigene Schneiderei. Heute ist die Wichtlstube das größte Trachtenfachgeschäft in Oberösterreich.

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Die gut sortierte Brautmodenabteilung wird im Sommer neu gestaltet. (© Stefan Beiganz)

Kann man Ihre Produkte auch online kaufen?

Nein, der Online-Handel ist für uns kein Thema, da er gegen unsere Prinzipien geht. Wenn man sich ein so tolles Kleidungsstück wie eine Tracht kauft, möchte man eine gute Beratung sowie ein ehrliches und langlebiges Produkt. Nur mit persönlicher Beratung kann man dem Kunden dieses Einkaufserlebnis bieten und darüber hinaus mit geschultem Auge aufzeigen, welche Schnitte und Stoffe ideal für die unterschiedlichsten Figuren sind. Und falls das ausgewählte Lieblingsstück nicht perfekt passt, kann es von unseren Schneidermeisterinnen angepasst werden.

 

Sie fertigen auch handgezogene Dirndl in Eigenproduktion. Wie groß ist die hauseigene Schneiderei?

Wir beschäftigen acht Schneiderinnen und eine junge Designerin. Vor allem bei Dirndln und Hochzeitskleidern, aber auch bei Lederhosen ist es wichtig, dass sie perfekt sitzen. Wir führen Größen bis 68 und man bekommt bei uns zum Beispiel Trachtenkleider mit Arm, was vor allem bei älteren Kundinnen stark nachgefragt wird.

 

Vor Kurzem haben Sie die Herrenabteilung großzügig erweitert, also kommt auch der Mann in der Wichtlstube voll auf seine Kosten?

Ja, genau. Vom eleganten Trachtenanzug über Lederhosen in unterschiedlichen Preisklassen bis hin zum businesstauglichen Trachtensakko und zu Schuhen statten wir Männer von Kopf bis Fuß aus. Da auch hier gute Beratung das Um und Auf ist, stehen alleine den Herren acht Beraterinnen zur Verfügung.

 

Was macht nun die Wichtlstube so erfolgreich?

Unser Team ist das Herz des Geschäfts. Kaum zu glauben, aber wir beschäftigen mittlerweile 50 Mitarbeiterinnen, und diese sind unser Kapital. Vom Lehrling bis zu den Pensionsanwärterinnen ist jedes Alter vertreten –  genau diese Mischung macht es auch aus. Die Wichtlstube bedeutet Familie. Diesen positiven Spirit spüren unsere Kunden.

 

Wie ich Sie kenne, gibt es sicher schon bald wieder eine Neuerung?

Ja, genau (lacht). Im Sommer gestalten wir unsere Brautabteilung komplett neu um, denn Heiraten in Tracht wird ein immer größeres Thema, weshalb wir den angehenden Bräuten auch das passende Ambiente bieten wollen. 

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Auf mehr als 1.000 Quadratmetern findet man eine große Auswahl an Trachten, Dirndln, Lederhosen, Brautmode, Schmuck und Accessoires. (© Stefan Beiganz)