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People | 09.11.2016

Die Danners in New York

Seit Juli sind New York und Kalifornien das Zuhause von Puls4-Moderator Florian Danner und seiner Familie, wo er beim TV-Giganten NBC arbeitet und für Puls4 und die Oberösterreichischen Nachrichten vom US-Präsidentschaftswahlkampf berichtet.

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International. Seit Juli arbeitet Florian Danner beim TV-Giganten NBC in New York und Kalifornien und berichtet für Puls4 vom spannenden US-Wahlkampf. (© privat)

Für seinen Traumjob hat der gebürtige Mühlviertler Florian Danner (33) für sechs Monate sein nagelneues Haus im Wienerwald gegen Appartements in New York und Kalifornien getauscht. Das große Erlebnis Amerika teilt er mit seiner Frau Christina (32), den beiden Söhnen Theo (4) und Noah (10 Monate) sowie Schwiegermama Waltraud. Im Interview mit der Oberösterreicherin geben Florian und Christina Danner einen Einblick in ihr abenteuerliches Leben mit zwei Kleinkindern in den USA. Außerdem erzählt der Polit-Profi, wa-rum sich die Amerikaner schwer tun werden, im Wahlkampf eine Entscheidung zu treffen, und wie beinhart die Medienbranche in Amerika ist.

 

Florian, Sie arbeiten derzeit beim TV-Giganten NBC. Wie kommt man zu so einem Job?

Ich habe bereits vor acht Jahren für CNN im Wahlkampf gearbeitet und wollte das unbedingt noch einmal machen, bevor die Kinder ins schulpflichtige Alter kommen. Darum habe ich in den letzten drei Jahren darauf hingearbeitet, viele Kontakte geknüpft – und am Ende hat es zum Glück geklappt.

 

Wären Sie auch ohne Familie für sechs Monate in die USA gegangen?

Nein, ganz sicher nicht. Ich hätte niemals so lange ohne Familie sein wollen.

 

Wie ist es, in der Medienbranche in den USA zu arbeiten?

Die Grundeinstellung ist völlig anders als bei uns. Die Amerikaner reden nicht von Problemen, sondern von Herausforderungen. Wo bei uns oft gejammert wird, überlegen die längst, wie sie es besser machen können. Vor allem das Arbeitspensum der amerikanischen Kollegen ist unfass-bar. So wenig wie in den letzten vier Monaten in den USA habe ich noch nie geschlafen.

 

Welche Promis sind Ihnen bisher über den Weg gelaufen?

Tom Hanks, Will Smith, Alicia Keys und Usher habe ich getroffen. Mit Matt Lauer, dem Moderator der „Today Show“, also der ersten TV-Morningshow der Welt, habe ich an dem Tag gearbeitet, als das Zugunglück in New Jersey mit hunderten Verletzten passiert ist. Matt steht seit 22 Jahren um 04:10 Uhr auf – seine Leidenschaft für diesen Job ist beeindruckend.

 

Im September wurden bei einer Explosion in Manhattan 29 Menschen verletzt. Hat man in solchen Situationen nicht irrsinnig viel Angst um seine Familie?

Florian: Bei der Explosion waren wir zum Glück alle zusammen. Einmal gab es allerdings eine Schießerei beim Times Square, da war ich gerade im Studio im Rockefeller Center.

Christina: Da hast du aufgeregt angerufen und uns gefragt, wo wir sind. Und tatsächlich waren wir in einem Souvenirgeschäft in der Nähe des Tatorts. Die Besitzerin hat ihr Geschäft sofort dichtgemacht und wir sind über einen Hinterausgang raus.

 

„Ich hätte mir nie gedacht, dass die Briten aus der EU aussteigen, daher würde ich nicht ausschließen, dass Trump Präsident wird.“

 

Florian, Sie waren bei der ersten Fernsehdebatte Clinton-Trump live dabei. Wie ist die Stimmung im Wahlkampf?

Wir Europäer tun ja immer so, als wären die Trump-Wähler durchgeknallte Vollkoffer. Sind sie aber nicht. Das sind oft sehr nette Menschen mit großen Ängsten und Sorgen. In New York sind Trump-Wähler ja kaum zu finden. Aber das Land ist ja viel mehr als Manhattan. Ich war in Ohio, wo kaum Clinton-Wähler zu finden sind – und das ist nicht irgendwo am Land, wo kaum jemand lebt, sondern durchaus in den Großstädten. Und viele Amerikaner tun sich verdammt schwer, eine Entscheidung zu fällen, weil sie Clinton nach ihren Ungereimtheiten nicht über den Weg trauen und Trump für zu unberechenbar halten. Aber das kennen wir ja in Österreich von der Bundespräsidentenwahl auch, dass viele mit keinem der beiden Kandidaten richtig gut leben können.

 

Wer, glauben Sie, wird die US-Wahl am 8. November gewinnen?

Immer wenn ich auf einer Trump-Veranstaltung war, fahre ich heim und denke mir: Der wird‘s ganz sicher. Die Stimmung bei seinen Reden ist so viel enthusiastischer als bei den Reden von Clinton. Die Umfragen deuten aber doch zumindest einigermaßen leicht Richtung Clinton. Ich hätte mir nie gedacht, dass die Briten aus der EU aussteigen. Deswegen würde ich nicht ausschließen, dass Trump Präsident wird.

 

Sie sind Anfang Oktober nach Kalifornien übersiedelt. Wie ist es, für NBC in Silicon Valley zu arbeiten?

Noch einmal ganz anders. In New York geht man zumindest mit Hemd, wenn nicht mit Anzug in die Arbeit. Hier ist der Hoodie das Symbol für: „Ich arbeite in einem Unternehmen mit Zukunft.“

 

Wie ist das Leben mit zwei Kleinkindern in Amerika. Was hat den Kids bisher am meisten gefallen?

Christina: In New York waren es die Hochhäuser. Hier in Kalifornien ist es das Meer. Und Baseball.

Florian: Dass ich im 70-stöckigen Rockefeller Center gearbeitet habe, hat mein Ansehen als Papa bei Theo massiv erhöht. Noah, unser Kleiner, findet es mit seinen neun Monaten in Kalifornien recht entspannt. Unsere Erlebnisse hält meine Frau auf unserem Blog www.diedanners.com fest.

 

Wann genau geht es wieder retour in die Heimat? Und worauf freut ihr euch in Österreich am meisten?

Mit Theo ist ausgemacht, dass er das Martinsfest wieder mit seinen Kindergartenfreunden feiern kann. Also zum Laternenumzug am 11. November sind wir wieder daheim und werfen uns dann Schwarzbrot und richtig gute österreichische Mehlspeisen rein, das haben wir hier nicht.

 

Ab wann wird man Sie wieder bei Café Puls im Studio sehen, Florian?

Ab Mitte November bin ich wieder neben Bianca Schwarzjirg auf der Café Puls-Couch – und ich freue mich schon sehr auf meine Café Puls-Familie. Bin gespannt, was sie alle zu den Mitbringseln sagen werden!

 

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Happy Family Seine Frau Christina, die beiden Söhne Theo und Noah sowie Schwiegermama Waltraud (l.) teilen das Erlebnis Amerika mit Florian. (© privat)
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Politprofi. Florian Danner bei der ersten Konfrontation zwischen Hillary Clinton und Donald Trump am ausrangierten Flugzeugträger „Intrepid“ in New York. (© privat)