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People | 27.07.2016

Der Spar-Pioniergeist lebt

45 Millionen Euro hat die Spar-Gruppe in den Ausbau ihres Zentrallagers in Wels gesteckt, das am 18. Juni eröffnet wurde. 1.600 Spar-Filialen können dadurch noch schneller beliefert werden. Ein Interview mit Jakob Leitner, Geschäftsführer der SPAR-Zentrale Marchtrenk.

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SPAR Oberösterreich-Chef Jakob Leitner im neuen Zentrallager in Wels. (© Mathias Lauringer)

Ich treffe Jakob Leitner im neuen Zentrallager in Wels. Begeistert zeigt mir der sympathische Chef von Spar Oberösterreich bei einem Rundgang die hochmoderne Halle, wo sich Lebensmittellogistik in modernster Form abspielt. Insgesamt 14.000 verschiedene Artikel werden dort gelagert und zu SPAR-Märkten in ganz Österreich wie auch im Ausland ausgeliefert. 200 Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Kleine leichte Produkte werden nach wie vor händisch sortiert, bei den schweren sperrigen Produkten funktioniert das Sortieren vollautomatisch.

 

Herr Leitner, wie lange arbeiten Sie schon für SPAR? 

Ich habe vor 37 Jahren nach dem Abschluss der Handelsakademie in der SPAR-Zentrale in Wörgl in Tirol zu arbeiten begonnen. Mit 23 Jahren wurde ich Bereichsleiter für die Bereichsniederlassung in dieser Zweigstelle. 1991 wechselte ich in die SPAR Hauptzentrale nach Salzburg und war dort für die zentrale Lagerlogistik verantwortlich. Im Jahr 2000 hat mich unser Vorstand gefragt, ob ich Geschäftsführer von Oberösterreich werden möchte. 

 

Was ist das Besondere am neuen Zentrallager in Wels? 

Der Ausbau war notwendig, weil wir an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen waren. In den letzten Jahren haben wir sechs Tage die Woche in einem Dreischicht-Betrieb gearbeitet. Besonders einzigartig ist die vollautomatische Kommissionierung auf Rollbehältern. Jene Artikel, die die Mitarbeiter aufgrund von Gewicht und Volumen nur schwer handhaben können, wurden ausgelagert. Diese Produkte werden nun vollautomatisch kommissioniert, dadurch werden die Kapazitäten erhöht. Vor 20 Jahren konnte man sich nicht vorstellen, dass das technisch möglich wäre. Vom Zentrallager in Wels werden alle Betriebe in Österreich mit 14.000 Produkten beliefert. In Summe werden fast 1.600 Standorte von Wels aus versorgt.

 

Mit mehr als 41.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 6,10 Milliarden Euro (2015) ist SPAR der größte private österreichische Arbeitgeber. Was macht SPAR so erfolgreich?

Wir sind ein eigentümergeführtes Familienunternehmen und unsere Eigentümer sind leidenschaftliche Lebensmittelhändler. Außerdem werden jährlich rund 450 Millionen Euro in unsere Standorte investiert, damit wir den Kunden gegenüber modernst auftreten können. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis ist unser Sortiment aus Eigenmarken, das von der Preiseinstiegslage bis hin zum Premiumprodukt angeboten wird. Weiters schätzen die Kunden unsere gut ausgebildeten Mitarbeiter. Wir sind eine große Familie, die beseelt das Unternehmen weiterentwickelt. Der SPAR-Pioniergeist lebt. 

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Jakob Leitner begann seine Karriere vor 37 Jahren bei Spar in Wörgl. (© Mathias Lauringer)

In jeder Kleinstadt wachsen Diskonter aus dem Boden. Was muss man tun, um konkurrenzfähig zu bleiben?

Die Diskonter entwickeln sich immer mehr in Richtung Supermarkt. Backboxen und Frischeabteilungen werden ausgebaut und Convenience-Artikel werden gelistet. Wir können vom Preis her gut mithalten, bieten allerdings ein viel breiteres Sortiment als die Diskonter und können uns über die Regionalität positionieren. Immerhin haben wir allein in Oberösterreich fast 6.000 regionale Produkte im Sortiment. 

 

Wohin geht der Trend im Lebensmittelhandel?

Die Konsumenten wollen wissen, wo die Produkte herkommen. Dieser Trend ist unübersehbar – und Regionalität ist eine große Stärke von SPAR. Auch unsere Convenience-Produkte, wie etwa das enjoy-Sortiment, stehen hoch im Kurs. Derzeit investieren wir verstärkt in Frischfisch und haben diesen in allen Märkten im Sortiment aufgenommen. Auch dem Trend von veganen Produkten entsprechen wir sehr gut. 

 

Wünschen Sie sich eine Erweiterung der Öffnungszeiten?

Grundsätzlich sind die Öffnungszeiten ausreichend. Das leidige Thema sind die Sonntagsöffnungszeiten auf Bahnhöfen. Während Supermärkte in anderen Bundesländern öffnen dürfen, sind wir in Oberösterreich auf 80 Quadratmeter Verkaufsfläche eingeschränkt. Optimal wäre auch, wenn in Tourismusgebieten an Sonntagen aufgesperrt werden dürfte. Das würde zusätzliche Arbeitsplätze und Umsatzmöglichkeiten schaffen.  

 

Gemeinsam mit der Caritas betreibt SPAR in OÖ drei Ausbildungsmärkte. Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Das ist mit sehr wichtig. Neben den beiden Caritasmärkten in Asten und in Alberndorf haben wir ein Caritas-Projekt in Wels, wo in einem Markt gemeinsam mit dem AMS arbeitslose Menschen ausgebildet werden. Vor Kurzem wurde auch in Marchtrenk eine Ausbildungsstätte (Institut Hartheim) eröffnet, die es Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, im EUROSPAR einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. 

 

Was ist Ihnen beim Einkauf wichtig?

Ich werde von unseren Mitarbeitern immer bestens betreut (lacht). Am liebsten kaufe ich gesunde, regionale Lebensmittel ein. Bio hat bei mir Vorrang!

 

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Da ich in Mondsee lebe, gehe ich am Wochenende im Sommer wie auch in Winter in die Berge – da kann ich am besten vom Alltag abschalten. Auch bei klassischer Musik kann ich gut entspannen. 

 

Wohin geht es in der Zukunft?

Die Zufriedenheit unserer Kunden steht bei uns immer an erster Stelle. Da wir als Marktführer in Oberösterreich sehr dicht aufgestellt sind, versuchen wir laufend, unsere Strukturen zu verbessern und verfolgen die Modernisierung unseres Ladennetzes konsequent. Damit die Kunden auch weiterhin gerne bei uns einkaufen.