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People | 16.11.2016

„Der Notgroschen gehört aufs Sparbuch“

Die HYPO Oberösterreich feiert heuer ihr 125-jähriges Jubiläum. Im Interview erklärt Generaldirektor Dr. Andreas Mitterlehner, mit welchen Zielen die Bank in die Zukunft geht und wie man sein Geld in Zeiten des niedrigen Zinsniveaus am besten anlegt.

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© HYPO Oberösterreich

In ihrem 125-jährigen Bestehen ist die HYPO Oberösterreich fitter denn je. Zum einen kann die Bank ein sehr gutes erstes Halbjahr vorweisen, bei dem der Nettogewinn um 13,6 Prozent auf 20,3 Millionen Euro gesteigert werden konnte, zum anderen ist die HYPO Oberösterreich das dritte Jahr in Folge die Bank mit der besten Bonitätsbewertung Österreichs. Seit 2004 leitet der gebürtige Mühlviertler Dr. Andreas Mitterlehner die Geschicke der Bank, die 401 Mitarbeiter in 13 Filialen beschäftigt.

 

OBERÖSTERREICHERIN: Herr Generaldirektor Mitterlehner, die HYPO Oberösterreich hat von der Ratingagentur Standard & Poor‘s eine Ratingverbesserung erhalten: Das Rating wurde um eine Stufe auf A mit positivem Ausblick angehoben. Was bedeutet das für Ihre Kunden?

Wir sind damit bereits zum dritten Mal in Folge die bestbewertete Bank Österreichs. Für unsere Kundinnen und Kunden bedeutet das, dass sie einer Bank mit höchster Sicherheit und Bonität vertrauen.

 

Die HYPO Oberösterreich kann ein sehr gutes erstes Halbjahr 2016 vorweisen. Mit welchem Ziel gehen Sie ins Jahr 2017?

Das wirtschaftliche Umfeld ist weiterhin sehr herausfordernd. Ziel ist es, auch im Jahr 2017 ein stabiles und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.

 

Die HYPO Oberösterreich ist im Jahr 1891 im Linzer Landhaus mit dem Auftrag gegründet worden, die Menschen mit günstigen Krediten zu versorgen. Ist das auch heute noch das vorrangige Ziel?

Das Kreditgeschäft ist nach wie vor ein großer Schwerpunkt bei uns im Haus. Wir haben ein Finanzierungsvolumen von fast sechs Milliarden Euro, vier Milliarden Euro davon im Wohnbau. Damit sind wir in Oberösterreich die Wohnbaubank Nummer eins.

 

Worin liegt hier der große Erfolg?

Da wir seit unserer Gründung im Jahr 1891 im Wohnbau in Oberösterreich tätig sind, können wir auf eine lange Tradition und ein hohes Know-how aufbauen. Als Wohnbaubank Nummer eins überzeugen wir mit Beratungsqualität und selbstverständlich mit guten Konditionen.

 

Anlässlich des Jubiläums „125 Jahre HYPO Oberösterreich“ werben Sie mit dem Slogan „Unsere Werte sind geblieben“. Welche Werte sind das?

In erster Linie sind das Sicherheit, Stabilität und Kundenorientierung. Diese Werte haben wir in den letzten 125 Jahren gelebt. Sie sind Bestandteil unserer HYPO-DNA. Auch wenn sich die Rahmenbedingungen für das Bankgeschäft immer wieder geändert haben, diese Werte sind geblieben.

 

Gibt es anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums spezielle „Zuckerl“ für Ihre Kunden?

Nach unserer Jubiläumsanleihe im Frühjahr werden wir jetzt ein Kombiprodukt mit Veranlagungsmöglichkeiten nach ethischen, sozialen und nachhaltigen Kriterien anbieten.

 

Derzeit ist das Zinsniveau sehr niedrig. Wie lange wird diese Phase Ihrer Meinung nach noch anhalten? Und haben die Menschen überhaupt noch Lust aufs Sparen?

Wir müssen davon ausgehen, dass das Zinsniveau länger niedrig bleiben wird. Für alle Sparer sind das sicherlich weniger erfreuliche Aussichten. Für alle Häuslbauer ist das allerdings eine gute Nachricht. Denn die Wohnbaukredite sind so günstig wie noch nie.

 

Das Sparbuch hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit eingebüßt. Zu welchen Spar- und Anlegeformen greifen die Oberösterreicher am liebsten?

Nach wie vor ist das Sparbuch die beliebteste Sparform der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Allerdings merken wir schon einen stärkeren Trend hin zu Fonds und Anleihen.

 

Welche Anlageformen sollte man wählen, wenn man Geld zur Verfügung hat?

Das lässt sich so generell nicht beantworten. Es kommt darauf an, wofür man sparen möchte, wie alt bzw. jung man ist und welches Risiko man bereit ist einzugehen. Grundsätzlich gilt, dass man als Anleger das Geld auf mehrere Anlageformen aufteilen sollte. Die eiserne Reserve oder der „Notgroschen“ gehören jedenfalls aufs Sparbuch. Den Rest kann man auf Anleihen, Fonds oder auch Aktien verteilen.

 

Brexit, Flüchtlingskrise, Terroranschläge ... Wir leben in einer herausfordernden Zeit. Europa- und auch österreichweit verzeichnet man wirtschaftlich gesehen geringe Wachstumsraten. Was muss die Politik leisten, damit es wieder zu einem Wachstum kommt?

Die Politik ist dafür verantwortlich, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Gleichzeitig ist aber auch jeder von uns gefordert, mit einer positiven Einstellung das Klima für Wirtschaftswachstum zu unterstützen.

 

Ist es für Start-ups und Unternehmen derzeit schwierig, zu Krediten zu kommen?

Die viel diskutierte Kreditklemme gibt es bei uns sicher nicht und wird auch von den Unternehmen nicht so empfunden. Hier ist möglicherweise die öffentliche Meinung eine andere als die Realität.

 

Noch eine abschließende Frage: Seit dem Vorjahr ist Frau Mag. Sonja  Ausserer-Stockhamer Vorstandsmitglied  der  HYPO Oberösterreich. Wie viele Frauen haben in Ihrem Haus eine leitende Funktion inne? Was zeichnet Frauen im Bankenbusiness aus?

Wir haben derzeit 14 Frauen in Führungspositionen und die Tendenz ist steigend. Frauen können klarerweise genauso gut managen wie Männer und meiner Erfahrung nach sind Frauen oft konsequenter und selbstmotivierter, aber zurückhaltend im Selbstmarketing. Für beide Geschlechter gilt: Entscheidend ist die fachliche und soziale Kompetenz.