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People | 04.03.2015

Der neue Brenner

Der vierte Teil der Brenner-Verfilmungen „Das ewige Leben“ ist endlich in den Kinos. Wir haben mit Hauptdarsteller Josef Hader im Linzer Traditions-Kaffeehaus Traxlmayr gesprochen – über den Film, über Jugendsünden und warum Berti dieses Mal nicht mit dabei ist.

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Unsere Redakteurinnen Denise Derflinger (l.) und Nicole Madlmayr (r.) haben Hauptdarsteller Josef Hader zum Interview getroffen.

Wie zufrieden sind Sie mit "Das ewige Leben"?

Das kann ich noch nicht sagen, weil ich noch kein Gefühl dafür habe. Momentan kenne ich den Film von den Dreharbeiten, vom Buchschreiben und vom Schneidetisch. Erst wenn man ihn zum ersten Mal mit Leuten im Kino anschaut und merkt, wie diese reagieren, bekommt man Abstand zu dem Ganzen und tut sich leichter in der Einschätzung.

 

Brenners Kumpel Berti, gespielt von Simon Schwarz, ist dieses Mal nicht dabei. Gibt es dafür einen Grund?

Das tut auch uns ein bisschen leid, aber es geht sich mit der Geschichte nicht aus. Das Problem ist, dass der Brenner in die Stadt zurückkehrt, wo er aufgewachsen ist. Das ist eine Geschichte zwischen ehemaligen Freunden, zwischen Männern. Es geht um eine Freundschaft, die keine mehr ist, um eine Art Klassentreffen-Situation, wo sich natürlich der, der am wenigsten erreicht hat, am schlechtesten fühlt. Da haben wir die Figur des Berti nicht untergebracht. Wir haben probiert, eine Idee zu finden, damit er vorkommt. Simon Schwarz hat es dann gelesen und am Ende gemeint, er pausiere dieses Mal lieber und für das nächste Mal sollen wir ihm eine gescheite Rolle schreiben.

 

Es wird also einen fünften Teil im Kino geben?

(Lacht) Für den Simon Schwarz sollten wir unbedingt noch einen machen! Ansonsten hängt das von vielen Sachen ab. Erst mal muss der Film eine positive Resonanz haben, dann müssen wir wieder eine Geschichte finden, die spannend ist, mit der wir uns aber nicht wiederholen. Die Chancen für einen fünften Teil stehen aber nicht schlecht.

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Der neue Brenner-Film spielt in Graz. (© Dor Film)

Der Film spielt in Graz, wo Brenner aufgewachsen ist. Kennen Sie das persönlich auch, dass es Phasen im Leben gibt, wo es einen dorthin zurückzieht, wo seine Wurzeln sind? 

Ja, ich glaube, je älter man wird, desto mehr macht man das. Ich bin gespannt, ob ich in meinem Leben je wieder dorthin zurückgehe (Josef Hader ist im nieder­österreichischen Nöchling aufgewachsen, Anm. d. Red.). Es gibt ja viele Menschen, die ab einem bestimmten Lebenszeitpunkt sagen: „Ich komme vom Land, ich möchte wieder aufs Land zurück“. So schlimm war‘s bei mir noch nie. Ich bin sehr gern in der Großstadt. 

 

Gibt es auch Erinnerungen an Jugendsünden, weil das ja auch im Film ein Thema ist? 

Ich war ein unglaublich braves Kind und bin erst schlimm geworden, als ich erwachsen war (lacht). Vorher waren das ganz lächerliche Dinge. Ich war in einem katholischen Internat. Da war es schon verrucht, wenn man in der Nacht aus dem Fenster geklettert und ins Wirtshaus gegangen ist. 

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Josef Hader mit Wolf Haas und Wolfgang Murnberger (v. l.) (© Dor Film)

„Der Knochenmann“, dritter Teil der Brenner-Verfilmungen, war mit knapp 290.000 Besuchern in Österreich der sechsterfolgreichste Film seit Beginn der Kinobesuchererfassung. Wie groß ist der Druck, an diesen Erfolg anzuknüpfen? 

Wir hatten mit allen Filmen der Wolf Haas-Reihe immer so um die 250.000 Besucher. Ob der Film jetzt 290.000 oder 210.000 hat, darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Wenn er plötzlich ganz wenig hätte, wäre es blöd. Weil es dann natürlich schwierig wäre, eine weitere Verfilmung zu machen. Ansonsten glaube ich sehr daran, dass Zuschauerzahlen wichtig sind und man Filme fürs Publikum machen sollte. Ich glaube aber nicht an bestimmte Zahlen. Ich versuche generell, mir mit der Quote – auch beim Kabarett oder wenn ich etwas fürs Fernsehen mache – keinen Druck zu machen. Weil das der Schritt in die Richtung wäre, einen künstlerischen Blödsinn zu machen.