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People | 14.09.2021

Der Landeshauptmann ganz privat

Wie ist Thomas Stelzer als Vater, was macht er abends vor dem Schlafengehen und wie hat er seine Frau kennengelernt? Wir haben nachgefragt, wer der Mensch hinter unserem Landeshauptmann ist.

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© OÖVP

Freundlich, bestimmt, gefasst und krisensicher – wir alle kennen den öffentlichen Thomas Stelzer in seiner Funktion als Landeshauptmann. Aber wie tickt der 54-jährige Vollblutpolitiker eigentlich privat? Wollte er schon als Bub Politiker werden und welcher Mensch hat ihn nachhaltig geprägt? Was hätte er in der Schule gerne gelernt und wie hält er sich fit? Neben seinen Postings auf Facebook und Instagram erfährt man nun auch in einem Podcast einiges über den Menschen Thomas Stelzer.

Herr Stelzer, wollten Sie schon als Kind Politiker werden oder doch lieber Feuerwehrmann?

Definitiv Feuerwehrmann, Polizist oder Straßenbahnfahrer – irgend etwas in diese Richtung, Politik war damals noch nicht am Radar. 

Wann hat sich das geändert?

Das hat sich so nach und nach entwickelt und während, sowie auch nach dem Studium, eher zufällig ergeben. Ganz konkret ist es geworden, als ich die Chance bzw. das Angebot bekam, einmal in die Politik hineinzuschnuppern. Da bin ich dann hängen geblieben, Gott sei Dank, weil es mir sehr viel Spaß macht.

Was ist schön daran, Politiker zu sein? Können Sie uns drei Punkte aufzählen?

Es gibt viel Schönes. Erstens, dass man immer unter Menschen ist – jetzt Gott sei Dank wieder mehr. Zweitens, dass man mit unglaublich vielen und fast immer neuen Themen zu tun hat und drittens, dass man ganz oft sehr konkret helfen kann.

Ich habe gehört, dass Sie gerne grillen. Bleibt Ihnen dafür eigentlich Zeit?

Das tue ich wirklich gerne, weil es für mich entspannend ist und man sich selber und anderen Menschen eine Freude damit machen kann. 

Sollte ich irgendwann einmal bei Ihnen eingeladen sein, was werden Sie für mich grillen?

(lacht) Mit Sicherheit ein gutes oberösterreichisches Fleisch. Einer unserer Spitzenköche des Landes hat mir erklärt, dass es wichtig ist, das Fleisch schnell und scharf anzubraten und es anschließend lange ziehen zu lassen. Ich muss gestehen, dass ich das nicht immer so gemacht habe, aber jetzt schmeckt das Steak noch viel besser. 

Was macht der Landeshauptmann, wenn er spät nach Hause kommt noch vor dem Schlafengehen?

Egal wie spät es ist, entweder ich lese noch ein paar Seiten oder ich schaue mir die ein oder andere Folge einer Serie im Fernsehen an.

Verraten Sie uns Ihre Lieblingsserie?

Das wechselt total. Vor Kurzem habe ich mir die österreichische Serie „Der Pass“ angeschaut.  

Gibt es daheim einen Lieblingsplatz?

Das ist unser großer Esstisch, da spielt sich vieles ab, nicht nur das Essen, sondern auch Zusammenkünfte und gute Gespräche mit der Familie. 

Was darf am Frühstückstisch nicht fehlen?

Ich mache mir jeden Tag eine Eierspeise mit Kernöl. 

Was ist immer im Kühlschrank bei den Stelzers?

Alles was nötig ist, von Eiern bis Wurst und Käse und vor allem, ganz wichtig, das vegane Joghurt unserer Tochter.

Lebt ihre Tochter vegan?

Sie lebt auf jeden Fall fleischlos.

 

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An der Seite der Ehrenamtlichen: LH Thomas Stelzer zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr St. Florian. © OÖVP
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Unterwegs für Klima und christliche Werte: LH Thomas Stolzer übergibt im Stift Schlägl Baumsetzlinge zur Aufforstung der Stiftswälder. © OÖVP

Da hat sie aber schlechte Karten beim Grillen ...

Beim Grillen ist immer etwas für sie dabei – Erdäpfel oder Gemüse.

Um noch einmal auf Ihre Schulzeit zurückzukommen, was war Ihr Lieblingsgegenstand?

Latein und das war auch sehr nützlich. Da Latein ja nicht unbedingt jedermanns Lieblingsfach ist, konnte ich mir durch Nachhilfe ein Taschengeld während der Schul- und Studienzeit dazuverdienen.

Was hat Ihnen Ihr Lieblingslehrer fürs Leben mitgegeben?

Wir hatten einen sehr guten und  begeisterungsfähigen Musiklehrer, der mir die Ohren für die klassische Musik geöffnet hat. Dafür hätte ich mich wahrscheinlich in jungen Jahren ohne ihn nicht so interessiert. Auch fürs Leben an sich haben wir viel mitbekommen. Insbesondere, dass es gut ist, auf die Gemeinschaft zu zählen. 

Was hätten Sie in der Schule gerne gelernt?

Sprachen, die man vielfach brauchen kann, wie zum Beispiel Italienisch oder auch Russisch.

Was möchten Sie in Ihrem Leben noch unbedingt lernen?

Wenn es sich zeitlich ausgehen würde, noch die eine oder andere Fremdsprache.

Was ist die wertvollste Berufserfahrung?

Man kann von einem Thema oder einem Ziel noch so überzeugt sein, wenn man keine Mitstreiterinnen und Mitstreiter hat und es gemeinsam nicht schafft, dann bringt das alles nichts. Daher sollte man immer auf den Zusammenhalt und das Miteinander setzen. 

Dürfen wir erfahren, wie Sie Ihre Frau kennengelernt haben? Oder ist das zu privat?

Auf einem sehr schönen und intensiven Studentenfest in Linz. 

Welche Persönlichkeit, die Sie in Ihrem Leben getroffen haben, hat Sie wirklich nachhaltig beeindruckt und warum?

Mit Sicherheit Papst Franziskus. Wir hatten vor ein paar Jahren die Gelegenheit, ihn zu treffen und mit ihm zu reden. Er spricht gut Deutsch und es umgibt ihn eine unglaubliche Aura. Er hat sich erkundigt, in welcher Schule ich war und es hat ihn als Jesuit offensichtlich sehr beeindruckt, dass ich in einer Jesuitenschule war. Man glaubt, es gibt in diesem Moment nur den Papst und einen selbst, das war sehr faszinierend. 

Sie tun viel für Ihre Fitness. Was genau machen Sie?

Da wir am Land mitten im Grünen wohnen, gehe ich gerne laufen und spazieren. Das schätze ich sehr. Zum Wandern fahre ich oft auf den Schoberstein und die Grünburger Hütte, weil das von zu Hause schnell erreichbar ist.  

Und mit wem wird gewandert?

Am liebsten natürlich mit der Familie, aber auch mit Freunden oder mit Regionalvertretern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denn beim Wandern kann man sich auf eine sehr lockere Art und Weise auch sehr gut austauschen. 

Was war der wichtigste Ratschlag, den Sie bekommen haben?

Mein leider schon verstorbener Vater hat immer zu mir gesagt: „Ist der Wirbel noch so groß, zwei mal zwei bleibt viere bloß.“ Früher habe ich mich darüber lustig gemacht, aber langfristig hatte er damit recht, denn auch wenn man sich noch so in etwas hineinsteigert, am Schluss zählt immer das Faktum.

Thomas Stelzer im Wordrap

Ich kann nicht verstehen, dass …

… manche in der Politik fast ausschließlich von Hass getrieben sind. 

Ich fühle mich gut, wenn …

… Dinge aufgehen und wir etwas voranbringen, wie wir es uns vorgenommen haben. 

Eine zuletzt unerwartete, sehr schöne Begegnung war mit …

… einer Volksschulklasse aus St. Georgen im Attergau, die rund ums Landhaus unterwegs war. Ich bin mit den Kindern ins Gespräch gekommen und wir haben Fotos gemacht.

In zehn Jahren möchte ich …

… sagen können, dass Oberösterreich zu den Spitzenregionen Europas gehört.

Und im Privaten?

In zehn Jahren hoffe ich, dass ich immer noch fit und jugendlich bin und wir auch privat das eine oder andere Ziel, das wir uns setzen, erreichen können. 

Mein bestes völlig unnützes Talent ist …

Es gibt keine unnützen Talente, denn alles ist immer für etwas gut. Aber was ich gern tue und wo ich nicht weiß, ob das andere so schätzen, ist, einfach so vor mich hin zu pfeifen. 

Manchmal wundere ich mich, dass …

… es Menschen gibt, die immer nur das Negative sehen.

Achtsamkeit und Respekt sind wichtig, weil …

… sich das jeder auch selbst erwartet. Wir alle möchten sorgsam und respektvoll behandelt werden, darum ist für mich die Achtsamkeit anderen gegenüber etwas Selbstverständliches. 

Sind Sie ein strenger Vater?

Ich glaube nicht, aber das müsste man meine Kinder fragen.

Wer ist strenger, Mama oder Papa?

Meine Frau und ich bemühen uns beide, liberal, aber zielstrebig zu sein.

Was haben Sie Ihren Kindern fürs Leben mitgegeben? Was war Ihnen wichtig?

Die Grundeinstellung, dass egal, was man sich vornimmt, das gut und konsequent zu machen. 

Und was war etwas sehr Schönes, was Ihre Kinder Ihnen einmal gesagt haben?

Das war erst vor Kurzem, als sie ein Instagram-Posting von mir cool fanden. Das kommt nicht allzu oft vor (lacht) .

Zuletzt gelesen habe ich?

„Der letzte Satz“ von Robert Seethaler. Ein tolles Buch über die letzten Monate von Gustav Mahler.

Ist unser Landeshauptmann auch einmal zu Tränen gerührt?

Ja, das gibt‘s. Zum Beispiel als der Vincent Kriechmayr den zweiten Weltmeistertitel draufgelegt hat. Das war unglaublich. 

Wenn nicht Klassik, welchen Lieblingssong gibt es? 

Ich bin nach wie vor ein großer Fan von Robbie Williams. Bei seinen Songs von „Let Me Entertain You“ bis „Feel“ geht es mir einfach gut.

 

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In geselliger Runde und gut beschützt beim Vinum Perg. © OÖVP