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People | 05.03.2018

Das neue Vorstadtweib

Die gebürtige Grieskirchnerin Doris Golpashin (37) steht in der dritten Staffel der beliebten Serie „Vorstadtweiber“ vor der Kamera. Als Putzfrau Zorica mischt sie die Wiener Upper Class mit ihren „besonderen“ Talenten ganz schön auf und fackelt auch nicht lange, wenn ihr Gehalt nicht rechtzeitig am Konto ist.

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Doris Golpashin möchte sich künftig wieder mehr der Schauspielerei widmen. (© Kathi Hintze)

Als Putzfrau Zorica bringt  Doris Golpashin ganz schön viel Unruhe in die dritte Staffel von „Vorstadtweiber“ und ist auch heißen Flirts nicht abgeneigt. Das geht sogar so weit, dass die attraktive Putzhilfe mit Teenager Simon (Johannes Nussbaum) im Bett landet und mit Frauenschwarm Milo (Murathan Muslu) unter einer Decke steckt. Es bleibt jedenfalls spannend. Wir haben Doris Golpashin, die zuletzt vor drei Jahren die Casting-Show „The Voice of Germany“ komoderierte und als Gesicht des Star-Magazins „Red“ große Bekanntheit erlangt hat, zum Interview gebeten. Dabei hat uns die TV-Schönheit, die mit ihrem Mann, Schauspieler und Moderator Klaas Heufer-Umlauf und ihrem Sohn in Berlin lebt, verraten, was sie an den „Vorstadtweibern“ fasziniert und warum sie immer für Überraschungen offen ist.

 

Frau Golpashin, als die Anfrage für die Rolle in „Vorstadtweiber“ kam, haben Sie da sofort zugesagt?

Lange überlegen musste ich bei dieser Anfrage nicht. „Vorstadtweiber“ ist ein Paradebeispiel für eine Serie, die man sich als Schauspielerin nur wünschen kann.

 

Inwieweit haben Sie die „Vorstadtweiber“, die auch in Deutschland ein Quotenhit sind, gekannt?

Es gibt ja nicht so viele Sendungen  im Fernsehen, auf die man sich freut, aber „Vorstadtweiber“ hat bereits vor meinem Engagement dazugehört. Ich liebe diesen süffisanten, bösen Wiener Schmäh und ich habe mich oft halb totgelacht. Die Serie hat etwas Morbides, das es nur in Österreich geben kann. Ich liebe sie!

 

Die meisten Menschen kennen Sie als Moderatorin. Zu Beginn Ihrer Karriere haben Sie eine Schauspielausbildung absolviert und auch in einigen Filmen mitgespielt. Wie gefällt Ihnen Ihr Comeback als Schauspielerin?

Es macht mir einen riesigen Spaß, auch wenn es sich für mich nicht wie ein Comeback anfühlt. Ich habe immer zwischen Moderation und Schauspiel gewechselt, auch wenn die großen Shows einige Jahre lang sicher sichtbarer waren. Der Wechsel hat für mich immer den Reiz ausgemacht. Momentan liegt mein Fokus im Bereich Schauspiel, dennoch bin ich der Moderation nicht abgeneigt, vorausgesetzt das Format sagt mir zu. 

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Zu Frauenschwarm Milo (Murathan Muslu) hat Zorica (Doris Golpashin) ein ganz besonderes Verhältnis. (nigg © ORF/MR Film/Petro Domenigg)

Inwieweit haben Sie Ihre österreichischen Kolleginnen und Kollegen aus der Serie „Vorstadtweiber“ gekannt?

Wenn man in Österreich zum ersten Drehtag kommt, kann man nach einigen Jahren im Geschäft davon ausgehen, dass man mindestens die Hälfte der Menschen vor und hinter der Kamera kennt. Natürlich habe ich auch einige neue sehr nette Kollegen kennengelernt. Die Dreharbeiten wa­ren ganz schön aufwendig, aber man profitiert davon, dass alle ein eingespieltes Team sind. Und es hat natürlich irrsinnig viel Spaß gemacht.

 

Wie war es, in der ehemaligen Heimat zu drehen?

Na ja, Heimat ist ja etwas Unveränderbares. Seinen Lebensmittelpunkt und sein Zuhause kann man verändern, aber die Heimat ist doch etwas Festes, das sich niemals ändert – ganz egal, wo man ist auf der Welt. Insofern war es einfach nur schön!

 

Sind sich dabei Besuche bei Ihrer Familie ausgegangen?

Ja, natürlich! Die Frage stellt sich auch nicht. Die Mama ist die Mama und bleibt es ein Leben lang. Wenn ich in Berlin in den Flieger steige, kann man davon ausgehen, dass das Wiener Schnitzel bereits in der Pfanne liegt.

 

Was macht den Erfolg von „Vorstadtweiber“ aus?

Dieser Serie ist nichts Menschliches fern! Mord, Totschlag, Liebe, Intrigen, Neid, Missgunst, hohe Gipfel und tiefe Täler. So ziemlich jedes menschliche Gefühl ist darin abgebildet, und dennoch schwingen eine gewisse Leichtigkeit und der typisch österreichische Humor durch die Drehbücher. Den Akteuren passieren Dinge, von denen man hofft, dass sie einem niemals geschehen werden. Das macht auch den Spaß beim Zusehen aus. Das Ganze lebt am Ende aber davon, wie liebevoll, genau und perfekt inszeniert die Figuren miteinander umgehen, und natürlich auch von der Handlung, die trotz aller Lebensnähe in ihrer Überzeichnung frisch und sehr spannend bleibt.

 

Inwieweit können Sie sich mit der Rolle der Putzfrau Zorica identifizieren?

Überhaupt nicht. Aber das ist ja das Schöne am Beruf des Schauspielers: Ich muss mich nicht mit der Rolle identifizieren können. Gerade weil Zorica überhaupt nichts mit mir gemein hat, macht es Spaß, sie zu spielen.

 

Würden Sie eine derart attraktive Putzfrau wie Zorica anstellen?

Ob eine Putzfrau attraktiv ist oder nicht, sollte kein Einstellungskriterium sein. Die Wohnung sollte nach ihrem Einsatz sauber und attraktiver sein, darauf kommt es an.

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Sorgen auch in der dritten Staffel für beste Unterhaltung – die Vorstadtweiber (v. l. n. r.): Gerti Drassl, Martina Ebm, Hilde Dalik, Doris Golpashin, Nina Proll, Maria Köstlinger Foto: ORF/Thomas Ramstorfer. (© ORF/Thomas Ramstorfer)

Können Sie schon verraten, wie sich Zorica in den nächsten Folgen entwickelt?

Ich kann verraten, dass sie sich entwickelt. Aber wie, das kann ich natürlich noch nicht verraten. „Wer petzt, wird gemieden und endet als einsamer Mensch“, hat meine Oma immer gesagt. Also lasse ich das.

 

Nach Ihrem Aus als Backstage-Moderatorin von „The Voice of Germany“ vor drei Jahren ist es ruhig um Ihre Person geworden. Wie gefällt es Ihnen, jetzt wieder im Rampenlicht zu stehen?

Nach so vielen Jahren, in denen ich beruflich immer voll eingespannt war, war es einfach einmal an der Zeit, ganz absichtlich einen kleinen Schritt zurückzutreten. Das hat mir sehr gut gefallen. Da ich seit meinem 17. Lebensjahr wahnsinnig viel und pausenlos durchgearbeitet habe, ist der Zeitpunkt gekommen, mir selber mal ein bisschen Ruhe zu verordnen. Jetzt macht es wieder umso mehr Spaß, an Dingen zu arbeiten, die sich gut mit meinem Leben vereinbaren lassen. Gänzlich zurück in das Hamsterrad, aus dem ich kam, möchte ich ehrlich gesagt nie wieder. Ich bin ein wenig wählerisch geworden, und das fühlt sich ganz gut an. Außerdem steht meine Familie über allem. Das ist natürlich ein weiterer Grund, warum sich meine Prioritäten verschoben haben.

 

Sie leben mit Ihrem Mann Klaas Heufer-Umlauf und Ihrem Sohn in Berlin. Könnten Sie sich vorstellen, wieder in Österreich zu leben?

Nein, unser Lebensmittelpunkt ist in Berlin, und da wird er auch bleiben. Meine Heimat ist und bleibt allerdings Österreich. Ich liebe es, möglichst oft zurückzukommen. Außerdem ist Deutschland nicht aus der Welt, und die Anreise nach Wien dauert nicht lange.

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Als Putzfrau Zorica mischt Doris Golpashin die Vorstadt ganz schön auf. (© ORF/Thomas Ramstorfer)

Was gefällt Ihnen an Berlin?

Das ist schwer zu sagen. In einer so großen Stadt muss man sich innerhalb vieler Möglichkeiten seine eigene Welt zusammenstellen. Das haben wir wirklich gut gemacht. Dieses Berlin gefällt mir sehr gut.

 

Wie darf man sich Ihr Leben in Berlin vorstellen?

Glücklich und zufrieden.

 

Was aus Österreich vermissen Sie am meisten? 

Die Liste ist lang, aber im Großen und Ganzen vermisse ich die Schönheit Wiens, die prächtige Architektur und natürlich den Liptauer (lacht). 

 

Die dritte Staffel von „Vorstadtweiber“ läuft derzeit im TV, und das Erfolgsformat soll weitergehen. Sind Sie auch bei der vierten Staffel dabei?

Das werden wir zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden. Wenn das ganze Drumherum passt, bin ich sicher wieder dabei.

 

Seit Ihrem 17. Lebensjahr haben Sie immer gearbeitet – auch gleich nach der Geburt Ihres Sohnes. Was muss ein Job haben, damit Sie zusagen?

Diese Entscheidung ist sehr individuell. Natürlich interessieren mich heute andere Dinge als noch vor zehn Jahren, das ist ja normal. Ich entscheide von Fall zu Fall. Die Zeit für bestimmte Formate ist aber vorbei.

 

Ihr Mann hat im Vorjahr mit seiner Indie-Pop-Band „Gloria“ das dritte Album veröffentlicht und ist mit seiner Musik recht erfolgreich. Wie gefällt Ihnen seine Musik? Oder stehen Sie auf eine ganz andere Richtung?

Natürlich gefällt mir seine Musik! Bei so etwas Persönlichem wie bei Musik würde es mich irritieren, wenn ich nicht denselben Geschmack wie Klaas hätte.

 

Sind Sie selber auch musikalisch?

Ich habe eine Gesangsausbildung absolviert und kann mir ein Leben ohne Musik schwer vorstellen. Das heißt aber nicht, dass man Musik selber machen muss.

 

Was steht bei Ihnen beruflich im Jahr 2018 noch an?

Das ein oder andere wird im Jahr 2018 noch passieren. Ich achte darauf, am Anfang eines Jahres nicht gleich alles zu verplanen und so noch Platz für Überraschungen zu lassen.