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People | 22.04.2015

Crossing Europe Filmfestival

Seit zwölf Jahren zählt Crossing Europe neben der Viennale und der Diagonale zu den drei wichtigsten Filmfestivals in Österreich. Genauso lange steht es bereits unter der erfolgreichen Leitung von Christine Dollhofer. Wir haben kurz vor dem Festivalstart mit ihr geplaudert.

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Christine Dollhofer, 1963 in Wels geboren, aufgewachsen in Vorchdorf, studierte Theaterwissenschaften und Publizistik in Wien; seit 2004 mit Kompetenz und Enthusiasmus Leiterin des Filmfestivals Crossing Europe; 2007 Verleihung des Würdigungspreises für Filmkunst der Republik Österreich. (© Magdalena Blaszczuk)

Mit Hochdruck wird derzeit noch an den letzten Vorbereitungen für die kommende Ausgabe des Crossing Europe Filmfes-tivals gearbeitet, das von 23. bis 28. April im OÖ Kulturquartier in Linz stattfinden wird. Das Festival, das 2013 den Großen Kulturpreis des Landes Oberösterreich für initiative Kulturarbeit erhielt, verschreibt sich 2015 bereits zum zwölften Mal zeitgenössischem und gesellschaftspolitischem AutorInnenkino aus Europa und widmet sich dabei besonders den Arbeiten der jungen Regie-Generation. An sechs Tagen präsentiert Festivalleiterin Christine Dollhofer gemeinsam mit ihrem Team den Gäs-ten – Cineasten, internationalen Film- und Pressegästen sowie VertreterInnen der Filmbranche – rund 160 aktuelle europäische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Die Filmeinreichungen für das diesjährige Festival beeindruckten erneut nicht nur durch Qualität, sondern auch durch Quantität: Insgesamt wurden im Laufe des Jahres an die 1000 Produktionen gesichtet, davon alleine rund 180 Film-arbeiten von lokalen Filmemacher-Innen. Unserer Redakteurin gibt die Crossing Europe-Intendantin vorab eine Programmvorschau, zieht Bilanz über die letzten Jahre und spricht über europäische Filmtrends sowie die Zukunft des Kinos. 

 

Das Festivalprogramm gibt es ab 9. April. Können Sie uns vorab schon mal eine kleine Programmvorschau geben?

Das Festival wird wie jedes Jahr ein Streifzug durch Europa sein, eine Mischung aus spannenden Dokumentarfilmen, Spielfilmen, die in Cannes, Venedig oder Berlin zum Teil uraufgeführt wurden, es wird aber auch ein besonderes Augenmerk auf junges Filmschaffen gelegt. Der Großteil des Programms sind österreichische Erstaufführungen, aber auch Weltpremieren sind dabei. Eine ganz wichtige Säule sind auch die Local Artists, die aktuelle Filme mit Ober-österreich-Bezug präsentieren werden. Man kann in sechs Tagen den Kontinent durchreisen, auch über die Ränder schauen – „Crossing“ Europa eben. Es ist sicherlich für jeden etwas dabei. 

 

Was ist heuer neu?

Zum Start des Vorverkaufs am 9. April  veranstalten wir heuer erstmals eine Programm-Release-Party in der Kinobar Solaris im Kulturquartier, mit einem musikalischen Abend quer durch Europa und einem eigenen Festival-Drink. Aber im Zentrum stehen natürlich die 160 neuen Filme des Festivalprogramms, die erstmals in Österreich gezeigt werden!

 

Gibt es allgemeine Trends in den verschiedenen teilnehmenden Ländern, die man an den Filmen ablesen kann? 

Trends sind eindeutig politische Themen, politische Umbrüche, die Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Migration … Themen, die Europa bewegen. 

 

Welche Aufgabe haben Filmfestivals, im Speziellen Crossing Europe?

Eine Aufgabe ist es, dem Publikum ein konzentriertes Angebot zu bieten. Es gibt ja Hunderte Filmfestivals. Wir versuchen, eine Auswahl zu treffen, eine Möglichkeit einer gebündelten Präsentation von aktuellen Trends im europäischen Kino zu präsentieren. 

Die zweite Aufgabe ist, andere Positionen als die, die man im täglichen Angebot hat, aufzuzeigen: exzentrischere, radikalere – und Filme aus Regionen wie Osteuropa, die zu wenig repräsentiert sind. 

Eine weitere wichtige Aufgabe sehen wir darin, regionales Filmschaffen zu promoten, eine Plattform für Filmschaffende zu bieten und auch Filme in den internationalen Kontext zu stellen, die Möglichkeit zu geben, Netzwerke zu bilden, die neue Projekte entstehen lassen können. 

 

Sie leiten seit 2004 das Festival. Was ist Ihre Bilanz?

Es hat sich voll ausgezahlt! Wir kamen aus dem nichts, wurden mit viel Skepsis konfrontiert, positionieren uns mittlerweile aber zwischen der international anerkannten Viennale und der Diagonale und werden vom Linzer Publikum bzw. von ganz Österreich sehr gut angenommen. Wir bringen jedes Jahr sechs Tage Ausnahmezustand und eine tolle Atmos-phäre in die Stadt.