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People | 06.07.2015

Chiara "Kiki": Meine Zeit bei Germany's Next Topmodel

Mit ihrer Lockenpracht und ihrer Frohnatur hat die Braunauerin Chiara Hölzl, kurz Kiki genannt, die Herzen von Heidi Klum und den Fans von Germany‘s Next Topmodel 2015 im Sturm erobert.

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© Patrick Kirchberger | Helge Kirchberger Photography – Salzburg

Kann ich beim Interview eh in Mundart reden?“, fragt Kiki keck. „Aber sicher doch, gar kein Problem.“ Fast fünf Monate war die 18-Jährige mit Heidi Klum, Thomas Hayo und Wolfgang Joop unterwegs und sorgte bei der Casting Show Germany’s Next Topmodel mit ihrem Innviertler Dialekt und ihrer ungekünstelten Art für beste Unterhaltung. Mit Heidi Klum ist sie nach wie vor in regem Kontakt. All das, was sie in fünf Monaten von der Modelmama gelernt hat, setzt sie perfekt in unserem Shooting um. Die 1,14 Meter langen Beine scheinen nicht mehr aufzuhören und bei der Lockenpracht frisst einem der Neid. Im Interview erzählt die fesche Blondine, warum sie über den achten Platz bei Germany’s Next Topmodel nicht unglücklich ist, und wie ein Mann sein muss, um ihr Herz zu erobern. 

 

Wie hat sich Ihr Leben seit Germany‘s Next Topmodel verändert?

Mein Leben hat sich komplett verändert. Egal, ob ich mit meiner Mama einkaufen gehe oder nur den Müll wegbringe, jeder spricht mich an, will Fotos mit mir machen und Autogramme haben. Es ist schon komisch. Auf einmal kennt dich jeder und die Kinder vergöttern dich. 

 

Gibt es auch Neider?

Ja, sicher. Viele Menschen freuen sich total für mich, aber es gibt auch einige, die mir den Erfolg nicht gönnen. Das sind jedoch zum Glück wenige. 

 

War es schon immer Ihr Traum, Model zu werden?

Nein, das war absolut nicht mein Traum. Ich habe auch nie gedacht, dass ich mit meinem Pudelkopf das Zeug dazu hätte. Wer will schon einen Pudelkopf als Model?

 

Warum haben Sie sich beim GNTM-Casting gemeldet?

Das war nicht ich, das war mein Stiefpapa. Das ist eine lustige Geschichte: Ich war die ganze Nacht mit Freunden in einem Club unterwegs. Frühmorgens hat mich mein  Stiefpapa geweckt und mich mit einer Shoppingtour nach München überrascht. Da war ich natürlich live dabei. Im Auto habe ich dann geschlafen. Aufgewacht bin bei den Bavaria Filmstudios in München, wo ein Riesenbanner von GNTM und Heidi Klum war. Vor dem Studio waren sicher 1000 wunderschöne Mädchen. Ich habe meinen Stiefvater gefragt, ob es sein Ernst sei, mich hierherzubringen. Er hat gesagt: „Du gehst jetzt da rein, machst das und nachher gehen wir fett shoppen.“ Na ja, dann bin ich halt reingegangen. 

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© Patrick Kirchberger | Helge Kirchberger Photography – Salzburg

Was ist dann passiert?

Zuerst einmal gar nichts. Ich musste sechs Stunden warten und wollte ein bisschen mit den anderen Mädchen plaudern. Die hatten allerdings ihre Nasen nicht im Himmel, sondern im Universum. Dann bekam ich eine Nummer aufgeklebt und  stand wieder mit rund 100 Mädels in der Schlange. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und mussten auf den Laufsteg, um uns Heidi Klum, Thomas Hajo und Wolfgang Joop zu präsentieren. Na gut, habe ich mir gedacht, ich stöckle halt ein paar Schritte hin und her und dann fahren wir wieder nach Hause.

 

Dem war aber nicht so …

Nein, zuerst wurde ich von der Jury geschimpft, weil ich so stark geschminkt war. Also ging es Backstage zu Make-up-Artist Boris Entrup. Der hat mich nigelnagelneu geschminkt und dann bin ich noch einmal gelaufen. Die Juroren fanden mich gut und ich musste am nächsten Tag im Bikini laufen. Und ich kam wieder eine Runde weiter. Am dritten Tag gab es eine Modenschau und wir mussten mit High Heels auf Kieselsteinen gehen. Zum Schluss waren wir nur mehr 50 Mädchen. Dann kam Heidi rein und meinte: Alle, die jetzt noch weiterkommen, fliegen mit mir nach Los Angeles. Letztendlich war ich dabei. 

 

Was war das für ein Moment?

Ich habe mein Leben zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr gepackt. Ich war in diesem Moment übrigens gar nicht so motiviert, nach Los Angeles zu fliegen, ich wollte lieber wieder ins Büro (lacht).  

 

Sie sind Lehrling bei HAI (Hammerer Aluminium Industries GmbH). Wurden Sie für die Zeit bei GNTM freigestellt?

Ja, ich habe einen super Chef, der mir das zugestanden und mich freigestellt hat. Ich habe mich total gefreut. 

 

Wie ist Heidi Klum? Sie gilt ja als sehr taffe Modelmama …

Heidi ist einfach eine super Frau. Sie ist meine Zweitmama.

 

Wie ist es Ihnen mit den anderen Mädchen gegangen?

Ich habe mich mit allen Mädchen super verstanden und wir hatten eine geile Zeit. Am Anfang war übrigens Daria meine bes­te Freundin. Ich bin nur mit ihr herumgerannt, habe mir mit ihr ein Zimmer geteilt und war vollkommen Daria-fixiert. Ich war ihr kleiner Butler. Aber mit der Zeit haben wir uns auseinandergelebt (lacht). Der neue Butler von Daria war die Vanessa, das hat man ja auch in der Sendung gesehen.

 

Wie waren die Juroren?

Zu Thomas Hayo hatte ich nicht so viel Kontakt, aber zu Heidi und Wolfgang Joop hatte ich einen sehr guten Draht. Egal, was war, ich bin zum Wolfgang gegangen. Er war immer für uns Mädchen da. Ich habe bei GNTM viel über das Modeln gelernt und ich bin sehr reif geworden. Ich habe auch viel an Menschenkenntnis dazugelernt.

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© Patrick Kirchberger | Helge Kirchberger Photography – Salzburg

Welches der Mädchen haben Sie am meisten ins Herz geschlossen?

Ich habe mich mit fast allen Mädels gut verstanden. Am meisten ins Herz geschlossen habe ich Lisa und Katharina. 

 

Haben Sie noch Kontakt zu Mädchen?

Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet und schreiben uns fast täglich, was so abgeht. 

 

Hatten Sie Heimweh? Ich habe gehört, dass den Mädchen die Handys abgenommen werden und sie nur jeden zweiten Tag, im Beisein eine Kamerateams, zu Hause anrufen können …

Ja, natürlich ist mir das schwergefallen, ich bin ja ein richtiges Mamakind. Plötzlich ist man auf sich alleine gestellt. 

 

Haben Sie einen Freund?

In meiner Situation ist das schwierig. Plötzlich ist man Everbody’s Darling. Wie kann ich mir sicher sein, ob mich ein Mann mag, weil ich so bin, wie ich bin, oder ob er nur diejenige aus dem Fernsehen mag, mit der man angeben kann?

 

Was muss ein Mann haben, damit er Ihnen gefällt?

Das Wichtigste ist für mich der Charakter. Wenn ein Typ keinen Humor hat, kann man ihn vergessen. Perfekt wäre es, wenn er mindestens einen Kopf größer wäre als ich. Groß, dunkle Haare, dunkle oder blaue Augen – das wäre mein Traummann. Der Körper ist mir eher egal, er kann ruhig kuschelig sein. 

 

Welches Shooting war bei GNTM die größte Herausforderung?

Mit Sicherheit das Unterwassershooting. Ich trug ein Kleid mit einem zehn Meter langen Tutu. An meinem Tanga war ein Seil befestigt. Es war sehr unangenehm, als sie mich aus dem Wasser gezogen haben. 

 

Wie ist es, wenn man vor der Jury steht und nicht weiß, ob man ein Foto bekommt (d.h. weiterkommt) oder nicht?

Wenn man alle zwei Tage vor der Jury steht und wartet, ob man ein Foto bekommt, dann ist das natürlich nicht angenehm. Ich habe mit der Zeit bei GNTM Blut geleckt und wollte um keinen Preis rausfallen. Mein Ziel war es, unter die Top Ten zu kommen, und irgendwie hat es funktioniert. 

 

Sie haben den achten Platz erzielt. Haben Sie damit gerechnet? 

Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Der achte Platz ist für mich megageil. Man ist nicht an strikte Verträge gebunden und hat dadurch mehr Chancen, wirklich Karriere zu machen. Derzeit läuft es sehr gut bei mir. Mehr kann ich aber nicht verraten.

 

Wer war Ihre Favoritin?

Katharina. Sie ist einzigartig und gefällt mir persönlich auch besser als Vanessa.

 

Würden Sie GNTM als Sprungbrett für eine Modelkarriere sehen?

Auf jeden Fall. 

 

Was haben Ihre Kolleginnen und Kollegen im Büro zu Ihrem Erfolg bei GNTM gesagt? 

Das Coole ist, dass sie mich genauso mögen wie vorher. Ich bin immer noch ihre Kiki. 

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© Patrick Kirchberger | Helge Kirchberger Photography – Salzburg

GNTM wurde vielfach kritisiert, weil die Mädchen extrem dünn sind. Wird da sehr auf Ernährung geachtet?

Der Schlimmste war für mich unser Fitnesslehrer Sedrick. Er hat gemerkt, dass ich ihn ignoriere und somit hat er sich sehr um mich angenommen. Jedes Mal, wenn er kam, war mir schlecht oder ich hatte Bauch- oder Kopfweh. Beim Fitnesstraining habe ich jedenfalls nur einmal mitgemacht. Was das Essen betrifft, so bekamen wir zum Frühstück Müsli oder Toast. Mittags waren wir meistens am Set und wurden mit Salaten und trockenem Putenfleisch – also wirklich kalorienarmem Essen – versorgt. Das sind definitiv nicht meine Lieblingsgerichte. 

 

Sie spielen Gitarre. Ein Beitrag während GNTM fand riesengroßen Anklang bei den Fans. Wie schaut es mit einer Musikkarriere aus?

Meine Musik habe ich immer nur hobbymäßig betrieben. Das Gitarrespielen habe ich gelernt und ich habe auch begonnen, Lieder zu schreiben und zu covern. Das ist cool und es liegt auch schon einiges startbereit in der Schublade. Im Moment stehen mir viele Türen offen. 

 

Beim Finale von GNTM gab es eine Bombendrohung. Wie war das für Sie?

Da ich moderiert habe, erfuhr ich von der Bombendrohung durch einen Knopf im Ohr. Es kam die Meldung: Krisensitzung im Speisesaal – es gibt ein Problem! Die Show wurde sofort abgebrochen. Wir sind in Panik sofort auf den Parkplatz gelaufen. Aber man muss sich vorstellen, alle Menschen, die einem was bedeuten, sind in dieser Halle gesessen, die jeden Moment in die Luft gehen hätte können. Ich habe Rotz und Wasser geheult und mein Leben in diesem Moment überhaupt nicht mehr gepackt. 

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

In meiner derzeit sehr knappen Freizeit bin ich am liebsten mit meinen Mädels unterwegs und mache typische Mädchensachen wie einkaufen, auf einen Kaffee gehen und so weiter. 

 

Gibt es ein Ziel?

Ich lebe jeden Tag so, wie er kommt und freue mich auf jeden neuen Job. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen.