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People | 29.02.2016

"Bin kein Morgenmuffel"

Früh aufstehen heißt es für Eva Pölzl ab 29. März. Die Moderatorin und Wirtstochter aus Marchtrenk übernimmt den weiblichen Part des neuen ORF-Frühfernsehens „Guten Morgen Österreich“.

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(© Paz Stammler)

Wenn man mit Eva Pölzl durch Wels geht, merkt man sofort, dass die 40-Jährige keine Unbekannte ist. Von den Schanigärten grüßen alte Bekannte, die Outfits für das Shooting werden in der Boutique Selendi ausgewählt und beim Styling setzt die Moderatorin auf das Können ihrer Langzeitfriseurin Bettina Traunmüller. Natürlich darf auch ein Besuch im Optikfachgeschäft von Bruder Edi Schwabegger und im Stammcafé Urbann nicht fehlen. Nach Wels kommt die Wahlwienerin immer wieder gerne zurück, um ihre Mutter und Geschwister zu besuchen. Auch ihre Karriere als Fernsehjournalistin und Moderatorin hat in der Messestadt begonnen. „Am 10. September 1996 habe ich beim Regionalsender WT1 zu arbeiten begonnen“, erinnert sich Eva Pölzl an ihre Anfänge zurück. „Jetzt, 20 Jahre später, mache ich Frühfernsehen für den ORF, das ist cool.“ 

 

Frau Pölzl, am 29. März heißt es früh aufstehen. Wird Ihnen das leichtfallen?

Na ja, ich fürchte mich schon ein bisschen und muss jetzt endlich mit dem Probe-Aufstehen beginnen (lacht). Ich möchte die Leute um diese Uhrzeit spüren, damit ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man zum Beispiel um sechs Uhr früh auf einem Markt steht oder mit der U-Bahn fährt. Im Prinzip kann ich aber mit gutem Gewissen behaupten, dass ich kein Morgenmuffel bin. 

 

Die Sendung startet täglich um sechs Uhr. Wann wird für Sie der Tag beginnen?

Mit Frühstück, Vorbereitung auf die Sendung, Maske und Kostüm wird mein Tag sicher so um vier Uhr beginnen. 

 

Wie wird das Ganze ablaufen?

Die gesamte Crew wird mit einem mobilen Studio in Form eines Trucks fünf Tage die Woche in einem Bundesland unterwegs sein und dabei unterschiedliche Orte und Regionen besuchen. Je eine Woche werde ich die Sendung mit den männlichen Kollegen aus den ORF Landesstudios moderieren, die andere Woche wird Lukas Schweighofer mit den weiblichen Kolleginnen vor der Kamera stehen. Ich übernehme die Moderationen aus Vorarlberg, der Steiermark, Kärnten, dem Burgenland und Wien, Lukas die anderen Bundesländer. 

 

Kannten Sie Co-Moderator Lukas Schweighofer?

Nein, aber als klar war, dass er alternierend mit mir die Sendung moderieren wird, habe ich ihn gleich angerufen und gesagt: „Guten Morgen ohne Sorgen, hier spricht die Eva Pölzl.“ Es war Sympathie auf den ersten Blick und er ist ein irrsinnig lieber Kollege.

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Eva Pölzl in ihrem Lieblingscafé Urbann in Wels. (© Paz Stammler)

Sie sind seit 20 Jahren im Fernsehen vor der Kamera aktiv. Gehen Sie gelassen auf die neue Aufgabe zu oder gibt es Unsicherheiten?

Jede neue Sendung ist eine neue Herausforderung. Natürlich habe ich kein Lampenfieber mehr, wenn das rote Licht blinkt. Aber trotz all der Routine braucht es eine gewisse Zeit, bis man in einem neuen Format ankommt. Wir reden immerhin von einer dreistündigen Life-Sendung. 

 

„Guten Morgen Österreich“ wird wochentags zwischen 6 und 9 Uhr im ORF 2 ausgestrahlt. Welche Zielgruppe an Sehern wird da angepeilt?

Frühfernsehen ist ja nichts Neues. Der ORF wird aber in seiner Breitenwirksamkeit das Potential haben, die Fernsehgewohnheiten der Österreicher mitzugestalten. Wir werden versuchen, den Sehern die bestmögliche Info, das bestmögliche Service und die bestmöglichen Sendungsinhalte an ihren Frühstücks-tisch zu servieren – und im Idealfall läuft der Fernseher (lacht).  

 

Die Konkurrenz ist bereits mit Frühsendungen am Markt. Wie groß ist der Druck nach Einschaltquoten? 

Im Moment ist von Druck null zu spüren. Wir stellen ein neues Sendeformat auf die Beine und ich bin beeindruckt, dass dieses Projekt mit so viel Engagement, Freude und Pioniergeist vonstatten geht. Rund um das Frühfernsehen gibt es viele tolle Kollegen und gebündelte Kraft; ich bin mir sicher, dass wir damit eine gute Sendung machen werden. Aber wenn es Druck gibt, dann bekomme ich das als Moderatorin natürlich mit. 

 

Sie waren zuletzt sehr erfolgreich als Moderatorin für die Sendung „Österreich Blick“ des Privatsenderverbundes R9 im Einsatz und wurden im Vorjahr sogar mit der „Romy“ ausgezeichnet. War es schwierig zu wechseln?

Ich freue mich unglaublich auf die neue Herausforderung beim ORF, aber wenn etwas zu Ende geht, ist immer auch ein weinendes Auge dabei. Gerade bei R9 ist das sehr berührend, weil wir gemeinsam sehr erfolgreich etwas ganz Neues auf die Beine gestellt haben. Wir haben super zusammengearbeitet. Insofern ist es schade, aber ich gehe weiter, R9 geht weiter und wir bleiben in Kontakt. 

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Ihre TV-Karriere begann Eva Pölzl 1996 beim Welser Stadtfernsehen. (© Paz Stammler)

Hat Ihnen der ORF den Moderationsjob angeboten?

Da ich für die ORF nachlese redaktionell tätig bin, war ich nie richtig weg vom ORF. Anfang November wurde ich mit mehreren Dutzend anderen Leuten zum Casting für das Frühfernsehen eingeladen. Mir ist es trotz starker Verkühlung sehr gut gegangen und ich habe gespürt, dass es gut gelaufen ist. Dann galt es abzuwarten. Bald schon verdichteten sich die Gerüchte, dass ich in der engeren Wahl sein würde. Langsam, aber sicher war es an der Zeit, mir zu überlegen, wie sich der neue Job mit meiner Familie vereinbaren lassen wird. Ich habe mit meiner Mutter und unserem Babysitter geredet und das Ganze auch mit meinem Mann abgeklärt. Da ich jede zweite Woche weg bin, verändert sich auch unser Familienleben total. 

 

Wird es Ihnen schwerfallen, von der Familie weg zu sein?

Ich bin mir sicher, dass es einsame und traurige Momente geben wird. Aber ich habe ein gutes Netzwerk an Babysitter, Familie und Freunden und ich weiß, dass Julius gut aufgehoben sein wird. 

 

Ihr Mann Pius Strobl ist als externer Projektmanager beim ORF tätig. Lassen sich Privat- und Berufsleben trennen?

Mein Mann ist selbstständig und macht unter anderem ein großes Projekt für den ORF. Wenn man als Paar in derselben Branche tätig ist, kennt man die Lebenswelten des anderen sehr gut und hat Verständnis dafür. Zum Glück haben wir neben der Arbeit auch viele andere Themen und die Familie steht im Mittelpunkt. 

 

„Guten Morgen Österreich“ setzt einen absoluten Schwerpunkt auf Regionalität …

Ja genau, und ich freue mich total auf Österreich. Durch die unterschiedlichen Leute wird man auch Klischees und andere Lebenswelten entdecken. Ich finde es spannend rauszugehen. Das ist ja unser USP.

 

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsplätze in Österreich?

In meiner oberösterreichischen Heimat geht mir das Herz auf, wenn ich in Grünau oder im Seengebiet bin. Im Osten des Landes hat es mir das Burgenland angetan. Wir haben am Neusiedlersee eine Wohnung und ein Boot. Mein Sohn macht dort viel Wassersport. In Wien ist der Spittelberg, wo ich wohne, ganz toll, aber auch die Innenstadt und den Stadtpark mag ich sehr gerne. 

 

Ihr Sohn Julius ist sieben Jahre alt. Darf er vor der Schule schon fernsehen? ;-)

Natürlich, das wird mein Angebot an ihn (lacht). Wahrscheinlich wird er aber schnell wieder aufs Kinderprogramm umschalten. Was Kinder betrifft, so bin ich keine strikte Gegnerin vom Fernsehen. Wenn es in der Früh stressig ist, ist es ganz ok, wenn Julius mal zehn Minuten fernsieht. 

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Eva Pölzl mit ihrem Mann Pius Strobl und Sohn Julius. (© Paz Stammler)

Was wird die größte Herausforderung?

Schwieriger als das frühe Aufstehen wird es sein, meinen Rhythmus zu finden. Zum Glück bekomme ich viele gute Ratschläge von Kolleginnen und Kollegen, die Morgensendungen im Radio und Fernsehen machen oder gemacht haben. Dafür bin ich irrsinnig dankbar. 

 

Wird Ihnen noch Zeit für Ihre Hobbys bleiben?

Wenn ich unterwegs bin, werde ich sicher wieder mehr zum Lesen oder Sporteln kommen. Wenn ich zuhause bin, werde ich den Großteil meiner Freizeit meinem Kind und der Familie widmen. Ich hoffe, dass meine Freunde nicht zu kurz kommen werden.  

 

Sie stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Welche Rolle spielen Mode und gutes Aussehen in Ihrem Leben?

Durch die neue Aufgabe wird der Druck nach gutem Aussehen steigen. Ganz ehrlich, das stresst mich schon ein bisschen. 


Zur Person

Ihre TV-Karriere begann Eva Pölzl 1996 beim Welser und Klagenfurter Stadtfernsehen. Im Jahr 2000 moderierte sie eine eigene Talkshow beim Privatsender ATV. Danach arbeitete sie als Journalistin im Printbereich, ab 2005 war sie mit Gery Keszler im Team des Life Balls tätig. Ab April 2007 präsentierte Eva Pölzl das ORF 1-Magazin „wie bitte?“ sowie das österreichische Televoting beim Song Contest und meldete sich nach 2007 auch 2008 vom roten Teppich am Life Ball. 2010/2011 präsentierte sie „Single mit Kind sucht“. Eva Pölzl, die seit 2011 Redakteurin der ORF nachlese ist, kehrt nach einem weiteren Ausflug ins Privatfernsehen (ab 2014) mit „Guten Morgen Österreich“ wieder auf die ORF-Bildschirme zurück.