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People | 18.04.2016

Back to the Roots

Mit Jahreswechsel stieg Ex-Landesrätin Doris Hummer wieder in das elterliche Unternehmen, die Firma Domico, ein. Im Interview spricht die Unternehmerin und designierte Landesobfrau des OÖ Wirtschaftsbundes über Frauenpower und Expansion.

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Die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ist Doris Hummer wichtig. (© Domico)

Im Jahr 1978 gründete Doris Hummers Vater Josef den auf Metallbau spezialisierten Betrieb mit Hauptsitz in Vöcklamarkt. Die Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit 150 Mitarbeitern. Produziert werden hochwertige Dach-, Hallen- und Fassadensysteme für den großflächigen Industrie- und Gewerbebau sowie für Sporthallen und den sozialen Wohnbau. Doris Hummer war bereits vor ihrem Einstieg in die Landesregierung 2009 bei Domico in den Bereichen Personal und Marketing tätig. Seit Jahresbeginn ist sie Mitglied der Geschäftsführung.  

 

Mit Jahreswechsel gingen Sie wieder retour ins elterliche Unternehmen. Was hat sich verändert?

Eigentlich habe ich das Gefühl, gar nicht weg gewesen zu sein. Auch wenn man operativ nicht dabei ist, bei einem Familienunternehmen lebt man immer mit. Verändert hat sich am meisten in der Fertigung. Wir haben in dieser Zeit ein neues Werk in Vöcklamarkt errichtet und sind gerade dabei, die Automatisierung in der Produktion und die Prozesse noch besser aufzustellen. Also Industrie 4.0 ist für uns kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. 

 

Planen Sie in naher Zukunft zu expandieren?

Ja, schon heuer. Wir werden am Standort Vöcklamarkt ein neues Kundenzentrum und Bürogebäude errichten. Wir rechnen mit circa sieben Millionen Euro Investment in die Zukunft. 

 

Haben Sie mehr Kunden in Österreich oder im Ausland?

Wir sind im Ausland stärker vertreten als in Österreich. 60 Prozent unserer Produkte gehen in den Export. Das hat viel mit den aktuell sehr zurückhaltenden Investitionen in Österreich zu tun. Und auch damit, dass wir unsere Produkte vorwiegend für den großflächigen Industrie- und Gewerbebau liefern.

 

Domico ist ein technischer Betrieb, wie sieht es mit Frauenpower im Unternehmen aus?

Ohne Frauen geht bei uns nichts. Wir haben eine gute Mischung. Aber im technischen Bereich sind auch bei uns die Frauen unterrepräsentiert. Das möchte ich ändern. 

 

Was sind die interessantesten Aufgaben für Sie als Geschäftsführerin?

In einem eigentümergeführten Mittelstandsbetrieb ist man als Geschäftsführerin für alles zuständig. Besonderes Augenmerk lege ich aber auf die Zusammenarbeit der Mitarbeiter, auf unsere Qualitätsmanagementprozesse und die kontinuierliche Weiterentwicklung. 

 

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Hartnäckigkeit, Ungeduld und die Überzeugung, dass man immer etwas noch besser machen kann. 

 

Woran erkennt man eine gute Chefin?

An engagierten Mitarbeitern.

 

Können Sie schon verraten, wann ein Generationenwechsel bevorsteht?

Wir haben uns die Aufgabenfelder klar aufgeteilt. Der technische Part liegt bei meinem Vater, alles andere werde ich sukzessive übernehmen. Und wir arbeiten wirklich gerne und gut zusammen, daher gibt es da kein Datum.  

 

Seit November des Vorjahres sind Sie designierte Landesobfrau des OÖ Wirtschaftsbundes. Was ist das Spannende an dieser Aufgabe?

In der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Situation und vor allem in einer Phase, in der die Wirtschaftstreibenden des Landes vielfach das Vertrauen in die Politik verloren haben, ist das eine besonders wichtige Aufgabe. Die UnternehmerInnen fühlen sich nicht wertgeschätzt, oft nicht verstanden oder gehört – das will ich ändern. 

 

Bei den Unternehmen im Land brodelt es, der angesagte Wirtschaftsaufschwung muss beschleunigt werden. Was muss für Sie als Unternehmerin so schnell wie möglich umgesetzt werden?

Man könnte es in einem Satz zusammenfassen: „Fleiß und Mut müssen sich wieder lohnen!“ Das bedeutet, dass wir Überstunden nicht bestrafen, sondern belohnen sollten – mit Steuererleichterungen. Mehr Hausverstand bei den Arbeitszeitgesetzen – es braucht mehr Flexibilität für die Mitarbeiter. Ich erwarte mir ein politisches Chancenpaket für die Mutigen und Engagierten im Land. Damit Betriebe gegründet, übernommen und erweitert werden – in Oberösterreich und nicht woanders auf der Welt. Wenige Worte, viele Taten!