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People | 30.04.2018

Augenaufschlag á la Hollywood

Nicht nur optisch sieht Céline Ausserwöger (27) Kim Kardashian zum Verwechseln ähnlich, auch in Sachen Fleiß, Ehrgeiz und Coolness steht die Mühlviertler Wimpernproduzentin der cleveren Business-Lady aus Amerika in nichts nach.

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"Mein Traum ist ein eigener Shop am Rodeo Drive in Los Angeles.“ (Céline Ausserwöger) (© Sarah Katharina)

Mit 13 Jahren Model, mit Anfang 20 Filialleiterin einer Bank, mit 27 Jahren international erfolgreiche Unternehmerin – Céline Ausserwöger hat in jungen Jahren geschafft, wovon manche Menschen ein Leben lang träumen, und ist dabei voll und ganz am Boden geblieben. Mit viel Mut, Ehrgeiz und Fleiß hat die 27-jährige Mühlviertlerin in den letzten drei Jahren falsche Wimpern auf den Markt gebracht, die sich dank hoher Qualität wie die warmen Semmeln verkaufen und bei der Oscar-Verleihung in L.A. sogar in den Goodie-Bags der Promis gelandet sind. Stars wie Jennifer Lopez, Mariah Carey und Kim Kardashian klimpern mit „Le Céline“-Wimpern aus dem Mühlviertel durchs Leben, und weil Stillstand für Céline Ausserwöger überhaupt nicht in Frage kommt, steht die taffe Businessfrau und Amerika-Liebhaberin bereits mit neuen Beauty-Produkten in den Startlöchern. Was noch alles am Plan steht und warum sie ganz nach oben will, erzählte uns die Powerfrau beim Covershooting im traumhaften Ambiente von Schloss Mühldorf in Feldkirchen an der Donau. Immer an ihrer Seite ist Ehemann und Geschäftspartner Alexander (30) sowie „best friend“ und Mitarbeiterin Julia. 

 

Céline, wie war die Oscar-Verleihung?

Einfach atemberaubend! Meine Eltern und viele Bekannte haben gesagt: „Inhaliere diesen Moment, denn davon wirst du noch deinen Enkelkindern erzählen!“ Für mich war das allerdings erst einmal nur ein Start, denn ich strebe nach mehr, als mit meinen Produkten bei der Oscarverleihung in den Goodie-Bags vertreten zu sein.

 

Was bringt es einem Unternehmen, wenn sein Produkt im Goodie-Bag der Oscar-Verleihung ist?

Nur weil man mit seinem Produkt im Goodie-Bag der Oscar-Verleihung vertreten ist, heißt das noch lange nicht, dass jemand das Produkt auch wirklich kauft. Man muss weiter hart arbeiten. Aber es ist natürlich eine gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen. So hat mich etwa der amerikanische TV-Riese CBS für die Sendung „The Talk“ kontaktiert. Aber auch das ist nicht so einfach. Um wirklich in die Sendung eingeladen zu werden, wird man auf Herz und Nieren überprüft. Es läuft alles sehr professionell ab. Wenn man nicht voll im Business-Denken ist, ist man in Amerika am falschen Platz. 

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BEAUTY-UNTERNEHMERIN. Céline Ausserwöger steht mit zwei Lidschattenpaletten und zwei Highlightern in den Startlöchern. (© Sarah Katharina)

Und, haben Sie es in die Sendung „The Talk“ geschafft?

Ja, zwei Tage nachdem wir unseren „Vorstellungstermin“ hatten, kam die Nachricht, dass ich wirklich in die Sendung eingeladen werde. Dort werden meine Produkte vorgestellt. Das ist eine riesengroße Ehre, vor allem, wenn man bedenkt, dass eine Sendeminute einen Werbewert von 250.000 Dollar hat.

 

Vorerst einmal „back to the roots“: Wie sind Sie aufgewachsen?

Ich bin in Linz am Froschberg aufgewachsen und habe einen fünf Jahre jüngeren Bruder. Erst durch meinen Mann Alexander bin ich nach Rottenegg ins Mühlviertel gezogen. Wir haben dort ein Haus, in dem unsere Wohnung, die Firma und das Lager untergebracht sind. Das ist für uns optimal, denn das Europageschäft wickeln wir immer noch aus Rottenegg ab. Unsere Amerika-Geschäfte laufen über ein Full-Firmencenter in den USA.

 

Mit 13 Jahren haben Sie zu modeln begonnen. Wie ist es dazu gekommen?

Über meine Tante hat der Chef einer Modelagentur Urlaubsfotos von mir zu Gesicht bekommen und mich vom Fleck weg engagiert. Natürlich war damals immer meine Mama dabei, ich war ja erst 13 Jahre.

 

Was hat Sie dazu bewogen, eine Lehre als Bankkauffrau zu machen?

Auf einer Bank zu arbeiten war eigentlich nie mein großer Traum. Meine Eltern stellten mich nach der Pflichtschule vor die Wahl, entweder die Matura zu machen oder eine Lehre zu absolvieren. Ich habe mich für die Lehre entschieden.

 

Immerhin haben Sie es bis zur Filialleiterin von zwei Bankstellen im Mühlviertel geschafft.

Nach meiner Lehre habe ich eine Wertpapierausbildung in Wien gemacht und zwei Filialen im Mühlviertel übernommen. Ich hatte aber immer den Traum, mich einmal selbstständig zu machen und ins Ausland zu gehen. Eines Tages habe ich mir die Frage gestellt: „Was will ich eigentlich vom Leben?“ Nach einigem Überlegen habe von heute auf morgen gekündigt und mich mit der Produktion und dem Vertrieb von Haarverlängerungen selbstständig gemacht.

 

Wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, falsche Wimpern zu machen?

Während meiner Zeit als Model bin ich am Set viel mit falschen Wimpern in Kontakt gekommen. Die meisten waren aus Plastik, schauten furchtbar aus und waren äußerst unangenehm zu tragen. Meine Erfahrung in der Haarbranche hat mich auf die Idee gebracht, hochwertige Wimpern für die breite Masse zu entwickeln, die sich in Sekundenschnelle ganz einfach anbringen lassen. Wie man sieht, hat es sich ausgezahlt. (lacht)

 

Allerdings! Worin unterscheiden sich Le Céline-Lashes von handelsüblichen Fake-Wimpern?

Den Qualitätsunterschied sieht man auf den ersten Blick. Das ist ungefähr so, als würde man ein T-Shirt von Primark neben eines von Louis Vuitton legen. Wir verwenden für unsere Wimpern nur echtes und veganes, also synthetisches, Haar. Der Kleber ist gut verträglich und der Faden besteht aus reiner Baumwolle. Daher sind unsere Wimpern extrem weich, sie kratzen nicht und bieten einen hohen Komfort. Außerdem kann man sie bis zu 30 Mal – in der Luxuskategorie sogar 40 bis 60 Mal – wiederverwenden.

 

Schafft es auch die Otto Normalverbraucherin, die Wimpern einfach anzubringen?

Ja, eine einfache Anwendung war mir enorm wichtig. Dazu habe ich einen Applikator in derselben Halbmondform wie jene der Wimper entworfen. Damit lassen sie sich die Wimpern ganz einfach und in Sekundenschnelle aufs Lid setzen.

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SCHÖN & Erfolgreich. Das Ex-Model beim Covershooting im traumhaften Ambiente von Schloss Mühldorf (© Sarah Katharina)

Heute verkaufen Sie täglich Tausende Stück Wimpern. Wann kam der große Durchbruch?

Als ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich bereits 180.000 Follower auf Instagram. Der hohe Bekanntheitsgrad hat mir unglaublich geholfen. Durch Kooperationen mit YouTubern und Influencern sind die Zahlen weiter in die Höhe geschnellt (Anm. d. Red.: heute hat Le Céline mehr als 750.000 Follower). Der richtige Durchbruch kam aber, nachdem ich bei einer Make-up-Show in New York den Make-up-Artist von Kim Kardashian kennengelernt hatte. Durch ihn sind die Wimpern zu Kim gekommen – sie hat sie getragen, für gut empfunden, und das war‘s. (lacht)

 

Mittlerweile wurden Stars wie Celine Dion, Nicole Kidman oder Mariah Carey mit Ihren Wimpern gesichtet. Wie kommt man zu diesen Promi-Ladys?

Also, darauf warten, bis sich jemand bei dir meldet, spielt es in der Beauty-Branche generell nicht. Es ist ein bein­hartes Business, man muss sich neben Big Playern wie L’Oréal oder Estée Lauder erst einmal durchsetzen können. Ich bin ständig in Kontakt mit den verschiedenen Make-up-Artists der Stars. Wenn man Glück hat, verwenden sie Le Céline-Lashes beim Make-up der Stars und schicken mir ein Foto.

 

Sie betreiben Ihr Unternehmen mit Ihrem Mann. Wie funktioniert das?

Nachdem mein Mann seine Elektrofirma Ende letzten Jahres verkauft hat, ist er bei Le Céline eingestiegen. Die Zusammenarbeit zwischen uns passt perfekt. Alexander bringt viel Erfahrung im IT-Bereich mit, wir ergänzen uns prima. Und wem vertraut man mehr als seinem Partner?

 

Im April haben Sie am Taubenmarkt in Linz einen Pop-up-Store eröffnet. Wie kommen falsche Wimpern bei uns in Oberösterreich an?

Den Pop-up-Store in Linz habe ich anfangs eher als Marketingmaßnahme gesehen. Aber er läuft ausgesprochen gut. Die Kundinnen kommen sogar aus  Wien und München. Aufgrund des guten Erfolgs halten wir den Pop-up-Store nun bis Ende Mai geöffnet, mit Option auf einen fixen Standort. Anfang Juni kommt nun auch die erste Make-up-Linie von Le Céline mit zwei Lidschattenpaletten und zwei Highlightern auf den Markt, die auch im Store erhältlich sein werden.

 

Wie viele Stunden am Tag arbeiten Sie?

Ich zähle die Stunden nicht. Mein Job ist meine Leidenschaft und macht mir unheimlich viel Spaß. Ich arbeite von Montag bis Sonntag meistens von sieben bis zwei Uhr früh. So gesehen gibt es für mich keine Freizeit, und selbst wenn ich mal eine Stunde nichts zu tun habe, schwirren mir tausend Ideen durch den Kopf. Ich will mich weiterentwickeln, man kann sich noch auf vieles gefasst machen in nächster Zeit – nicht nur im Beauty-Bereich.

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© Sarah Katharina

Können Sie sich vorstellen, ganz nach Amerika zu gehen?

Ja, auf jeden Fall! Schon jetzt verbringen mein Mann und ich die Hälfte des Jahres in Amerika.

 

Was inspiriert Sie?

Ich habe oft sehr realitätsnahe Träume, in denen ich mich selber sehe. Genau diese Träume möchte ich verwirklichen.

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich sehe mich auf jeden Fall in Kalifornien. Mein Traum wäre ein Shop am Rodeo Drive in Los Angeles. Ich möchte noch viele weitere Produkte auf den Markt bringen. Mein großer Traum ist, dass Le Céline einmal zu einer Weltmarke wie etwa L’Oréal wird.

 

Was bedeutet Ihnen Familie?

Sehr viel. Ich hatte nie einen richtigen Freundeskreis. Meine Familie und die Familie meines Mannes sind meine besten Freunde. Ich halte meinen Kreis sehr eng, dazu zählt auch meine Mitarbeiterin und enge Vertraute Julia.

 

Vor gut zwei Jahren haben Sie geheiratet. Können Sie sich eine eigene Familie mit Kindern vorstellen?

Ja, natürlich. Aber das hat noch ein bisschen Zeit.