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People | 21.07.2020

Aufschwung dank Zuversicht

Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner spürt den Wind der Veränderung in den oberösterreichischen Betrieben. Kein Wunder: Mit Kreativität und Innovation machen unsere Unternehmer Schritte in die richtige Richtung – so soll Oberösterreich wieder stark werden.

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© Land OÖ, Land OÖ / Sabrina Liedl, privat

Covid-19 und der Lockdown haben unsere heimische Wirtschaft und den Tourismussektor stark ins Wanken gebracht. Doch auch wenn der Sturm aufkommt, gibt es Menschen, die Windmühlen statt Mauern errichten, wie uns Landesrat Markus Achleitner eindrucksvoll im Interview erzählt: Denn viele Betriebe haben aufgerüstet, die Krise abgeschüttelt und sehen ihrer Zukunft positiv entgegen. Wir fragten nach Oberösterreichs Stärken und dem heurigen Urlaubsziel des gebürtigen Aichkirchners.  

 

Oberösterreich im Aufschwung: Nach der Covid- 19-Krise und dem Lock-Down kehrt im Land langsam wieder der Alltag ein. Darf man von Erholung sprechen?

Wir sind mitten in einem starken Comeback nach dem Einschnitt, der so gut wie alle Branchen, insbesondere den Handel und Tourismus, sehr getroffen hat. In den letzten Wochen konnten wir jedoch die meisten Bereich wieder schrittweise in Betrieb nehmen und gestalten unter dem Motto „Vorsicht aber Zuversicht“ die nächste Phase. Abstandregelung, Desinfizieren der Hände etc. bleiben erhalten, doch alleine auf dem Arbeitsmarkt erkennt man den Weg in die richtige Richtung: Sowohl die Arbeitslosenrate als auch die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit sinken wieder. Unser Ziel ist es, die Menschen rasch wieder in Arbeit zu bringen. 

 

Was ist und war Oberösterreichs Stärke während der Krise?

Das war ganz sicher der Zusammenhalt der Menschen, der Betriebe, der Standortpartner. Gemeinsam konnten wir einiges managen und meistern – und das ist ganz schön bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass niemand eine solche Krise kommen sah. Jetzt geht es darum, negative wirtschaftliche Auswirkungen zu beseitigen und gemeinsam stark aus der Sache rauszugehen.

 

 

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© Land OÖ, Land OÖ / Sabrina Liedl, privat

Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zieht es nun ganz stark nach „Draußen“. Wie merkt man das im Tourismussektor? Und wie wird der Tourismus unterstützt?

Nach dem Lockdown konnten es die Menschen gar nicht erwarten, wieder raus zu kommen. Viele besinnen sich heuer auf Urlaub im eigenen Land – erstens, weil es teilweise keine andere Möglichkeit gibt, zweitens, weil Österreich einfach so viel zu bieten hat und die Menschen sich dessen immer bewusster werden. Die Rückmeldungen der Hotels und Gastrobetriebe sind sehr gut, einige sind besser losgestartet als erwartet. Biken, Wandern, Städtetrip, Genussreisen, Wellness, Kunst und Kultur: Österreich macht´s möglich!

 

Was haben sich Unternehmen und Betriebe einfallen lassen, um ihre Kunden und Gäste auch in der zweiten Jahreshälfte ins eigene Boot zu holen?

Viele haben die Krise genutzt, um ihre Betriebe zu erneuern, sanieren, auszubauen bzw. um Projekte neu zu denken. Mein liebstes Beispiel ist die Salzkammergut Trophy: Normalerweise dauert dieses Mountainbike-Rennen nur eine Woche, nun wurde ein Vier-Monats-Programm gestartet. Anstatt dass alle gleichzeitig an den Start gehen, haben jetzt noch mehr Menschen die Möglichkeit, die Trophy zu erleben -  und dabei bestmöglichen Abstand zu anderen zu halten. Kreativität und Innovation gehen bei vielen Unternehmen derzeit Hand in Hand.

 

Wie werden die Sicherheitsvorkehrungen in den nächsten Wochen oder gar Monaten aussehen?

Ich glaube, dass die Vorkehrungen, die wir gerade haben, werden zum Dauerprogramm. Vermehrtes Händewaschen und Desinfizieren, Maske tragen in bestimmten Bereichen, Abstand halten … Hier appelliere ich ganz stark an die Selbstverantwortung der Bevölkerung. Das Virus ist nicht weg, aber wenn wir gemeinsam aufpassen und uns an Regeln halten, gehen wir zumindest den richtigen Weg.

 

 

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© Land OÖ, Land OÖ / Sabrina Liedl, privat

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“ – dieses Sprichwort aus China könnte treffender nicht sein. Welche Windmühlen haben Sie errichtet?

Wir haben schon vor Covid-19 gehandelt – im Sinne von, wir haben geholfen ein digitalisiertes System aufzubauen. Wir sind die Generation des „New Work“ - ganze Wirtschaftsbereiche haben auf Home-Office und Videokonferenzen umgestellt, das geht nur mit einer guten Infrastruktur, weswegen wir derzeit das Glasfaser-Netz weiter ausbauen. Gerade bei kleinen Unternehmen hat man schnell den Trend hin zum digitalen Vertriebsweg, also beispielsweise zum Online-Shop, erkannt – innerhalb von nur drei bis vier Wochen hatten wir so viele Anträge für Förderprogramme, wie normal in zwei Jahren! Ganze Branchen haben in der Krise ein neues Bewusstsein erlangt. Das sind wahre Windmühlen.

 

Gründe für einen Besuch in Österreich gibt es viele. Warum sollte man Ihrer Meinung nach Urlaub im eigenen (Bundes-)Land machen?

Wir Landsleute können am meisten beitragen, indem wir die österreichische und oberösterreichische Vielfalt stärken. Muss es immer die amerikanische Online-Plattform sein fürs Shoppen vom Sofa aus? Braucht es eine Fahrt über die Grenze, um Natur und Kultur zu erleben? Muss man sich ins Flugzeug setzen, um eine Stadt zu erkunden? Österreich hat so viel zu bieten, an jeder Ecke in jedem Bundesland tun sich Erlebnisse auf, die es zu entdecken gilt.

 

Was können wir sonst noch tun, um die Wirtschaft und den Tourismus Oberösterreichs zu stärken?

Es ist immer richtig, Urlaub im eigenen Land zu machen – aber wichtiger wie heuer war es noch nie! Einerseits bietet Österreich Erlebnis pur, andererseits spart man sich Zeit und Geld und außerdem unterstützt man die eigenen Betriebe. Bei einer Nacht im „heimischen“ Hotel profitiert im besten Falle auch der Bäcker und der Fleischer im Ort, die Gastronomie, die Freizeitbetriebe etc..Die Buchungslage in Oberösterreich heuer sieht gut aus: Bei den Sommerferien liegen wir sogar über dem Vorjahr!

 

Wo machen Sie und Ihre Familie heuer Urlaub?

Ob Baumwipfelpfad, Almen oder Gipfel – wir wollen Österreich durchwandern, ganz nach dem Motto „Lerne deine Heimat kennen“.