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Lifestyle | 14.04.2015

Wildkräuter: Schatz aus der Natur

Sie wirken entzündungshemmend, blutreinigend, fördern die Verdauung oder lindern Wechselbeschwerden. Wildkräuter sind wahre Schätze aus der Natur. Und wer sie einmal kennt, wird nie mehr achtlos an ihnen vorübergehen.

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Auf unseren Wiesen und in den Wäldern wächst eine unglaublich große Vielfalt an Kräutern und Heilpflanzen. (© Shutterstock)

Gänseblümchen, Löwenzahn und Brennnessel kennt man. Aber wie sieht es mit Spitzwegerich, Vogelmiere und Frauenmantel aus? Auf unseren Wiesen und in den Wäldern wächst eine unglaublich große Vielfalt an Kräutern und Heilpflanzen, an denen die meisten Menschen achtlos vorübergehen und sie vielleicht sogar als Unkraut bezeichnen. Weil sie gar nicht wissen, was da vor ihren Füßen wächst. 

 

Altes Wissen bewahren

Um dieses zum Teil Jahrhunderte alte Wissen zu bewahren, gibt es immer mehr Menschen, die sich intensiv mit Wildkräutern und deren Verwendungsmöglichkeiten beschäftigen. So wie Erika Kerbl aus Molln. Sie ist Seminarbäuerin der Landwirtschaftskammer und ausgebildete Kräuterpädagogin. Bei ihren Kräuterwanderungen weiht sie Interessierte regelmäßig in ihr Wissen ein. „Bei mir war es 2007 ganz ähnlich“, erinnert sie sich. „Ich wusste gar nichts über die Kräuter, die bei uns wachsen. Ich habe die Ausbildung anfangs nur für mich selbst gemacht, weil ich von dieser Vielfalt fasziniert war.“

 

Gesunde Geschmacksverstärker

Besonders jetzt im Frühling findet man eine schier unendliche Zahl an Kräutern und Heilpflanzen auf den Wiesen und in den Wäldern. Viele davon lassen sich ganz einfach in Salaten oder Aufstrichen verarbeiten, denn Kräuter sind gesunde Geschmacksverstärker. Sie verfeinern Speisen und entfalten ganz nebenbei ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften. Brennnesseln zum Beispiel wirken blutreinigend und entwässernd. Besonders die jungen Blätter eignen sich hervorragend für eine Suppe oder zum Blanchieren ähnlich wie Spinat. Oder man lässt sie trocknen und verarbeitet sie zu Tee. Beifuß regt den Appetit an und fördert die Verdauung, der Löwenzahn wird seit Jahrhunderten zur Behandlung von Gallen- und Leberleiden verwendet. Etwas sehr Feines ist auch ein Salat aus frisch gepflückten Wildkräutern. Oder man trocknet die Blüten und Blätter und verarbeitet sie später zu einem Wiesen-kräutersalz.

 

Kräuter kennenlernen

Wichtig ist im Vorfeld, dass man die Pflanzen einmal kennenlernt – etwa bei einer geführten Kräuterwanderung. Die Experten zeigen den Teilnehmern, wie die verschiedenen Kräuter aussehen und wo sie wachsen. Außerdem erklären sie, wofür man sie verwenden kann und in welcher Form. „Viele Teilnehmer meiner Wanderungen sind überrascht, dass wir in zwei Stunden oft nur einen halben Kilometer zurücklegen“, erzählt Erika Kerbl lachend. „Das hängt damit zusammen, dass die Kräuter oft dicht an dicht wachsen. Da gibt es viel zu erzählen. Und wenn wir uns jedem Kraut ausgiebig widmen, dann kommen wir eben nicht so weit.“ 

 

Respekt vor Natur behalten

Hat man die ersten selbstgepflückten Kräuter verarbeitet und verkostet, ist bei vielen Menschen die Leidenschaft dafür geweckt. Mit Hilfe eines Bestimmungsbuches kann man dann auch alleine auf die Suche gehen. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel der Wochenendspaziergang mit der Familie ganz einfach in eine Kräuterwanderung verwandeln. Wo man sammeln sollte: auf Wiesen, die wenig oder nicht gedüngt und nur selten gemäht werden, weil dann die Vielfalt größer ist, und dort, wo keine Hunde unterwegs sind. Erika Kebl warnt jedoch davor, wahllos sämtliche Pflanzen auszureißen, die man findet: „Mir ist wichtig, dass man sich den Respekt und die Wertschätzung vor der Natur behält! Und wenn ich mir bei einer Pflanze nicht sicher bin, dann lasse ich sie ebenfalls stehen.“