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Lifestyle | 11.12.2017

Wie Sand am Meer

Für sein Projekt „United Colours of Sand“ sammelt der Linzer Künstler Alfred Hansl Sand aus aller Welt und will damit auf das langsame verschwinden dieser wichtigen Ressource aufmerksam machen.

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Der Linzer Künstler Alfred Hansl ist auf den Sand gekommen. (© Fotostudio Robert Gortana)

Sand sei kein besonders wertvolles Material, Sand gebe es „wie Sand am Meer“, Sand sei unerschöpflich. So lautet die gängige Meinung. Doch die Realität sieht anders aus. Das natürlich vorkommende Sediment ist mittlerweile eine knappe Ressource.

„United Colours of Sand“. Keine andere Ressource – Sand ist nach Luft und Wasser der drittwichtigste Rohstoff – wird in so riesigen Mengen verbraucht wie Sand, weiß der 58-jährige Künstler Alfred Hansl, der sich dem wertvollen Material in seinem 2011 gestarteten Projekt „United Colours of Sand“ widmet. „Sand ist die Grundlage für unzählige Anwendungsbereiche im täglichen Leben: als Bestandteil von Computern, Handys, Kleb­stoffen, Glas etc. Riesige Mengen benötigt auch die Bauindus­trie. Das Problem: Baukonzerne bauen Sand aus Flussbetten oder Kiesgruben ab, weil der vom Wind rund geschliffene Wüstensand für die Bauindustrie unbrauchbar ist. Da der Vorrat langsam zur Neige geht, hat die Bauwirtschaft den Meeresboden ins Visier genommen – eine ökologische Zeitbombe, denn die Förderung von jährlich Milliarden Tonnen von Sand vom Meeresboden führt dazu, dass immer mehr Strände, ja ganze Inseln weltweit verschwinden“, warnt Hansl.

United Colours of Sand
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Sand aus aller Welt. Der Sand für sein Projekt – von jeder Sandprobe wird eine 17 mal 17 Zentimeter große Fläche auf eine Leinwand geklebt, wodurch Bilder im Format von 145 mal 145 Zentimetern entstehen, auf denen die Quadrate aus Sand nebeneinander angeordnet sind – kommt aus aller Welt. „Mein Ziel ist es, von jedem Land der Erde mindestens eine Sandprobe zu haben. Derzeit beläuft sich mein Bestand auf rund 1.000 Sandproben, gesammelt von mir selbst, von Freunden und Bekannten, aber auch von vielen mir unbekannten Personen, die mein Projekt unterstützen und mir Sand zukommen lassen“, erzählt der Künstler. Jeder Sandsammler wird von ihm registriert und bei den Bildern namentlich angeführt, wodurch jeder Sammler ein Teil des Projektes wird. Auch vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten in Österreich wird Hansls Projekt offiziell unterstützt; 2011 erhielt es vom damaligen Außenminister Michael Spindelegger den Ehrenschutz. Besonders erfreut ist der Künstler auch über seine im vergangenen Sommer stattgefundene Ausstellung im Vienna International Centre („UNO City“), das wie Hansls Sandbilder friedliche Koexistenz symbolisiert – trotz der Vielfalt und individuellen Unterschiede der Menschen bzw. Sandkörner.

Sandbilder als Zeitdokument. Alfred Hansl sieht sein Projekt als Zeitdokument eines langsamen Verschwindens einer wichtigen Ressource. „Wenn die Baubranche so wie bisher weitermacht und die Menschheit nichts dagegen unternimmt, sind bis zur nächsten Jahrhundertwende alle Sandstrände verschwunden. Es ist mir wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen für diese Problematik.“


Wenn Sie das Projekt „United Colours of Sand“ unterstützen wollen, kontaktieren Sie den Künstler persönlich:

art & projects

Alfred Hansl

Parzhofstr. 15, 4040 Linz

Tel.: 0699/10343468

E-Mail: [email protected]

www.hansl.info