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Lifestyle | 13.02.2019

Wie normal ist Anal?

Männer lieben Analsex, Frauen sind davon weniger begeistert – das scheint die gängige Meinung zu sein. Doch Studien sagen etwas anderes ...

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© Shutterstock

Hatten früher vor allem Männer Lust auf Analsex, sind es heute fast ebenso viele Frauen. Etwa 50 Prozent der heterosexuellen Paare haben einschlägige Erfahrungen. Unklar ist jedoch, ob heutzutage tatsächlich mehr Analverkehr praktiziert wird oder lediglich die Bereitschaft gestiegen ist, dies in Umfragen anzugeben.

Fakten. Der Anus mit seinen vielen Nervenenden ist eine hocherogene Zone – und zwar bei Männern und bei Frauen. Durch die Enge der Analöffnung erhöhen sich die Reize auf jene Nerven, die Empfindungen von den Geschlechtsorganen an das Rückenmark und somit ins Gehirn leiten, was zu intensiverem Lustempfinden führt.

Das Vorurteil, Analsex werde hauptsächlich von homosexuellen Männern praktiziert, ist falsch. Nichtsdestotrotz haben viele Männer Angst, als „schwul“ zu gelten, wenn Sie den Wunsch nach analen Liebkosungen äußern. Dabei ist dieser mehr als verständlich, befindet sich hier doch das männliche Pendant zum G-Punkt: die Prostata. Stimulieren Sie diese doch einmal – allerdings nicht, ohne zuvor mit Ihrem Partner darüber gesprochen zu haben! Führen Sie vorsichtig einen Finger in den Anus Ihres Liebsten ein. Achten Sie darauf, dass Ihre Fingernägel geschnitten sind und verwenden Sie unbedingt Gleitgel! Sie können auch Latexhandschuhe oder Fingerkondome benutzen. Durch leichtes Massieren kann ein intensives Lustgefühl und sogar ein Orgasmus ausgelöst werden. Außerdem gibt es Sex-Toys, die speziell für die Prostata-Massage konzipiert wurden.

Bei Frauen wird durch Analverkehr der sogenannte A-Punkt und das Scheidengewebe stimuliert. Manche Frauen können alleine dadurch zum Orgasmus kommen, die meisten brauchen eine zusätzliche Stimulation der Klitoris. Der aktive Partner erlebt aufgrund der engen, muskulösen Körperöffnung intensivere Gefühle.

Pornos. In Mainstream-Pornos ist Analverkehr eine regelmäßig dargestellte Praktik. Das fördert einerseits die Enttabuisierung, andererseits fühlen sich dadurch viele Frauen unter Druck gesetzt. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner darüber! Sich darauf einzulassen, um ihm einen Gefallen zu tun oder nicht als prüde dazustehen, ist sicher der falsche Weg. Wenn Sie Analsex ablehnen, ist das Ihr gutes Recht und sollte von Ihrem Partner akzeptiert werden. Wenn Sie allerdings neugierig sind, aber Angst vor Schmerzen, Sorgen wegen der Hygiene oder andere Bedenken haben, lesen Sie folgende Tipps.

 

• Vertrauen ist wichtig! Der Anus ist ein tabu- und schambesetzter Bereich. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich mit Ihrem Partner sicher und wohl fühlen.

• Sorgen Sie für entspannte Atmosphäre, z.B. mit einem gemeinsamen Bad oder einer Massage.

• Viele Frauen empfinden Analsex als angenehmer, wenn der Partner den Schließmuskel mit dem Finger massiert oder mit einem speziellen Anal-Toy etwas vordehnt. Die Öffnung des Anus ist sehr eng und nicht so leicht dehnbar wie die Vagina. Daher ist es wichtig, behutsam vorzugehen und viel Gleitgel zu verwenden.

• Erst wenn sich Ihr Schließmuskel an den Finger oder das Sexspielzeug gewöhnt hat, sollte Ihr Partner versuchen, vorsichtig einzudringen.

• Der Analbereich ist primär für Ausscheidungen da, weshalb viele Menschen Angst vor „braunen Unfällen“ haben. Im Normalfall gelangt der Kot erst in den Enddarm, wenn dieser entleert wird. Es kann jedoch sein, dass sich vereinzelt Kotreste im Enddarm befinden. Ein Kondom schützt nicht nur vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten, sondern auch vor Kotresten am Penis.

• Wenn Sie sich sicherer fühlen, können Sie vorher einen Einlauf machen. Beachten Sie jedoch, dass Sie dafür Zeit brauchen. Für spontanen Sex ist diese Methode ungeeignet.

 

Was Sie noch wissen sollten:

• Wechseln Sie nicht zwischen Anal- und Vaginalverkehr! Dabei können Bakterien und Keime aus dem Darm in die Vagina gelangen.

• Körperflüssigkeiten „ver­schwin­den“ nicht einfach. Ebenso wie beim Vaginalverkehr müssen Sie damit rechnen, dass alles, was in den Körper gelangt, auch wieder raus
muss – sei es nun Ejakulat oder Luft.

• Gynäkologen raten von Analsex in der Schwangerschaft ab. Der wichtigste Grund dafür ist eine mögliche Keimverschleppung. Außerdem regt Analsex die Darmperistaltik an, was als wehenfördernd bzw. -auslösend gilt.

• Auch durch Analsex kann Sperma in die Scheide gelangen und Frau so schwanger werden.

 

Was ist also das Reizvolle an Analsex? Da ist dieser verruchte Touch und somit das Gefühl, eine Grenze zu überschreiten; Neugier und die Lust, etwas Neues auszuprobieren. Und diese Spielart ist extrem intim! Mit Vertrauen, Einfühlungsvermögen und ein paar Vorsichtsmaßnahmen kann Analsex eine Bereicherung Ihres Sexuallebens sein – wenn Sie das möchten und bereit dafür sind! 

 

www.doriskaiser.com