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Lifestyle | 18.11.2021

Wie ein Kokoschka an der Nähmaschine

Textilkünstlerin Lilly Hagg zeigt noch bis 9. Jänner 2022 rund 20 Werke im Salon des Museum Angerlehner.

Bild Portrait 1 Lilly Hagg_Museum.jpg
© Pia Sternbauer

Die aus der Malerei kommende Textilkünstlerin Lilly Hagg „malt“ mit Stoffen, die sie auf die Leinwand näht. Während ihres Schaffensprozesses, in dem sie sich oft auf Werke der Kunstgeschichte bezieht, gerät sie in Aufregung, sodass „die Gefühle mit ihr durchgehen“. Daher lautet auch der  Titel der Salonausstellung im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels „Die Macht der Gefühle“.

Die gelernte Damenkleidermacherin ist in Oberösterreich aufgewachsen und studierte bei Werner Liebmann in Berlin Weißensee. In ihrem Schaffen ist sie von Künstlern wie Kokoschka, Carpaccio, Cézanne und Lassnig beeinflusst. Nach dem intensiven Studium der Malereigeschichte tauchte Lilly Hagg in die Welt der Stoffe ein. Zunächst verwendete sie nur einfärbige Stoffe, mit der Zeit wurde sie immer mutiger und kreierte ausdrucksstarke und gefühlsintensive Werke mit Textilien verschiedenster Beschaffenheit und Musterung: So kamen neben anderen Materialien historische Stoffe und Secondhandkleidung gleichermaßen zum Einsatz.

Stofffleckerl und Donald Trump. „Ich male mit Stofffleckerln, was nur ein leises Geräusch erzeugt, ein Flüstern und Knistern, und entnehme die Farbflecken, die ich brauche, den Stoffen, die ich gesammelt habe“, so Hagg. Das aktuelle Weltgeschehen sowie bekannte Persönlichkeiten wie Donald Trump und Greta Thunberg finden ebenso Eingang in Lilly Haggs Oeuvre. Über ihre Arbeitsweise sagt die Künstlerin selbst: „Es zeigte sich, dass ich die Pinselstriche, mit denen ich sonst ein Lächeln darstelle, einfach aus Stoff ausschneiden und mit Nadel und Faden einfangen kann, wie ein Kokoschka an der Nähmaschine.“

 

Aktuelle Ausstellungen im Museum Angerlehner

Lilly Hagg: 

„Die Macht der Gefühle“, 

bis 9. Jänner 2022

 

Horst Stasny: 

„Fotografie. Ein Leben“, 

bis 23. Januar 2022

 

Ina Loitzl:

„Vom Fliegen und Schneiden“,

 bis 20. Februar 2022

 

Helmut Swoboda: 

„Wie ein Spaziergang“,

bis 23. Januar 2022

 

www.museum-angerlehner.at