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Lifestyle | 03.10.2022

Weniger Sorgen, mehr Gelassenheit

Lassen Sie sich von Ihren Sorgen nicht den Schlaf rauben, denn 90 Prozent unserer Befürchtungen treten gar nicht ein! Davon ist Zen-Mönch Shunmyo Masuno überzeugt und gibt in seinem neuen Buch „Don’t worry“ insgesamt 48 Impulse für ein gelassenes Leben.

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© Shutterstock

Rekordinflation, explodierende Preise für Gas und Strom, dazu die Ungewissheit, wie es weitergehen wird: Viele Menschen machen sich im Moment Sorgen und werden von Zukunftsängsten geplagt. Optimistisch zu bleiben, fällt schwer. Dabei treten die allermeisten Befürchtungen gar nicht ein, wie Zen-Mönch Shunmyo Masuno in seinem neuen Buch „Don’t worry“ schreibt: „Denn 90 Prozent der kleinen und großen Sorgen werden sich nicht bewahrheiten.“ Umso wichtiger ist es, sich nicht unnötig den Kopf zu zerbrechen – besonders über Dinge, die man ohnehin nicht beeinflussen kann. Viel wichtiger ist es, achtsam im Moment zu bleiben, sich nicht von der Informationsflut aus dem inneren Gleichgewicht bringen zu lassen, aktiv zu werden, anstatt zu jammern und sich so von unnötigen Ängsten und Sorgen zu befreien. 

In insgesamt 48 kurzen Lektionen zeigt der Zen-Mönch, wie man wieder zu mehr Leichtigkeit und Gelassenheit finden kann. Vieles davon ist nicht neu und sagt uns vielleicht sogar der Hausverstand, doch es schadet nicht, immer wieder mal daran erinnert zu werden – besonders in Zeiten wie diesen. Wir präsentieren hier eine kleine Auswahl an Impulsen für den Alltag.

 

KONZENTRIERE DICH AUF DAS JETZT!

Es gibt Menschen, die ständig über längst Vergangenes grübeln und so regelrecht in der Vergangenheit feststecken. Die Fixierung auf die Vergangenheit ist für Shunmyo Masuno ein Zeichen dafür, dass es einem Menschen an Vertrauen in die Gegenwart mangelt. „So schleichen sich Ängste, Sorgen und Furcht in Herz und Gemüt ein“, weiß der Zen-Mönch. „Wenn wir uns in der Gegenwart befinden, ist die Vergangenheit bereits tot, während die Zukunft erst noch geboren wird. Es ist somit sinnlos, über die Vergangenheit zu grübeln.“ Genauso wenig sollten wir uns das Gehirn über die Zukunft zermartern, weil keiner weiß, was sie tatsächlich bringen wird. Alles, was zählt, ist, wie wir im Hier und Jetzt leben. 

 

SEI EINFACH SO, WIE DU BIST!

Es gibt Dinge auf dieser Welt, über die wir keine Kontrolle haben. Wir können unsere gesamte Energie auf etwas verwenden und es mit ganzer Seele angehen, aber nichts wird sich ändern. Ganz gleich, wie sehr wir uns anstrengen, wir werden uns nur aufreiben und darunter leiden. Darum ist es am besten, jene Dinge, die wir nicht beeinflussen können, so zu akzeptieren, wie sie sind. 

Wenn wir krank sind, schwächelt auch unser Geist, was sich wiederum auf unseren Zustand auswirkt. „Ihr Schicksal zu bejammern, wird Ihren körperlichen Zustand nicht verbessern“, betont Shunmyo Masuno. „Im Gegenteil, eine solche Angewohnheit wird Ihre Tage nur noch düsterer machen.“ In Situationen, in denen wir machtlos sind, gibt es somit keine andere Möglichkeit als die Akzeptanz.

 

 

Sei freundlich und nimm Rücksicht!

Je mehr wir an Dingen festhalten, desto mehr wachsen unsere unnötigen Ängste. Das trifft besonders auch im Beruf zu. Je mehr Sie glauben, Ihren Status oder Ihre Position verteidigen zu müssen, desto mehr säen Sie die Saat unnötiger Sorgen und desto schwieriger ist es für Sie, zur Ruhe zu kommen. Wenn Sie hingegen in der Lage sind, leicht zu delegieren, ohne sich an Ihre Position zu klammern, werden die Sorgen, die Sie plagen, von selbst von Ihnen abfallen, und Sie werden sich mit einer weiteren Perspektive und einem beschwingten Herzen wiederfinden. 

 

WIDERSETZE DICH NICHT DEINEN GEFÜHLEN!

Jeden Tag begegnen wir allen möglichen Situationen. Dingen, die uns erfreuen, aber auch Dingen, die wir nicht ausstehen können. Aber ganz gleich, ob gut oder schlecht – wenn wir uns von ihnen fesseln lassen, wird uns das zutiefst beunruhigen. Natürlich sind Gefühle die Essenz des Menschseins; also ist es ganz natürlich, dass wir uns ihnen hingeben. „Wenn wir jedoch mit aller Gewalt versuchen, sie zu überwinden, werden sie in unserem Gemüt immer im Vordergrund stehen und wir werden nie von ihnen loskommen“, sagt Shunmyo Masuno. „Geben Sie sich einfach dem Fluss dieser Gedanken und Gefühle hin, während sie erscheinen und wieder verschwinden. So wird man nicht von den Gedanken gefesselt. Wenn Sie sie bemerken, lassen Sie die Anspannung abflauen und konzentrieren Sie sich auf das Jetzt. Dann wird Ihr Gemüt sich entspannen und geschmeidig werden.“

 

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KOMME AM ABEND ZUR RUHE!

Es ist erstaunlich schwierig, am Abend zur Ruhe zu kommen. Haben Sie sich erst einmal in Ihre Gedanken verstrickt, kann es schwer werden, sie wieder loszuwerden. Das ständige Grübeln über all Ihre Sorgen stimuliert das Gehirn und kann das Schlafen unmöglich machen. Dabei sehen die Dinge morgens oft ganz anders aus. Aus diesem Grund besteht einer der Tricks, die helfen, am Abend zur Ruhe zu kommen, darin, Entscheidungen zu dieser Zeit so weit wie möglich zu vermeiden. 

Eine weitere wirksame Methode zur Förderung der Gelassenheit besteht darin, sich Zeit für etwas zu nehmen, was einem ein gutes Gefühl gibt und dabei hilft, zu entspannen. Wenn man das zu einem abendlichen Ritual macht, verbessert sich am Ende die Qualität Ihres Schlafes und Sie wachen erfrischt und bereit für den neuen Tag auf.

 

NIMM DEINE UMSTÄNDE AN, WIE AUCH IMMER SIE AUSSEHEN MÖGEN!

Unsere Lebensumstände ändern sich ständig. Und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann es sein, dass unsere Arbeitsbedingungen sich stark verändern. Aber ganz gleich, wie entmutigt wir uns fühlen oder wie sehr wir uns ärgern: Das wird die Umstände nicht ändern! Ganz im Gegenteil verstärkt es nur die negativen Gefühle; was zu einer Abwärtsspirale aus Groll und Kummer und in eine psychische Sackgasse führt.

Doch es gibt keinen denkbaren Umstand, den Sie sich nicht zunutze machen könnten, betont Shunmyo Masuno: „Die Erfahrung, die Sie in schwierigen Situationen machen, kann zu einem Sprungbrett in die Zukunft werden – hin zu echtem Fortschritt, zu etwas, was Sie nährt.“

Das Leben ist keine Aneinanderreihung von guten Tagen. Es wird Sonnentage und Regentage geben. Doch egal, was passiert, Sie werden um die unschätzbare Erfahrung reicher sein, diesen Tag gelebt zu haben, und er wird sich als wertvoll für Ihre Existenz erweisen. Nach der Sichtweise des Zen sind alle Tage von Bedeutung; und deshalb gibt es immer etwas Gutes zu entdecken.

 

Adjustiere deine Atmung!

Die Zen-Atmung baut Frustration und Sorgen ab. Dabei geht es um die Harmonisierung von Körperhaltung, Atmung und Geist. Wenn Sie spüren, wie Ihnen vor Wut Hitze in die Wangen steigt, nehmen Sie zuerst einen tiefen Atemzug. Dann richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr „Tanden“, das Energiezentrum in Ihrer Körpermitte etwa sieben oder acht Zentimeter unterhalb des Nabels, und atmen vollständig aus, wobei Sie die gesamte Luft ausstoßen. Das ist wichtig, denn sobald man vollständig ausgeatmet hat, folgt das Einatmen ganz natürlich und automatisch. 

Um die Atmung adjustieren zu können, müssen Sie zuerst Ihre Körperhaltung regulieren, indem Sie Ihre Wirbelsäule strecken und Ihre Haltung aufrichten. Sie können nicht aus dem Bauch atmen, wenn Sie sich nach vorne neigen oder eine gebückte Haltung einnehmen. Bald schon werden Sie spüren, dass sich die geistige Anspannung löst und Sie sich plötzlich entspannter fühlen.

 

 

Zögere nicht, um Hilfe zu bitten!

Wenn Sie eine schwere Zeit durchmachen, wenn Sie mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, wenn alles zu viel für Sie ist, um es allein bewältigen zu können – dann sollten Sie wissen, dass Sie nicht alles allein auf sich nehmen müssen. Egal, ob die intensive Pflege eines Angehörigen oder Mobbing durch Kollegen: Das Leiden von Menschen kann über die Grenzen des Erträglichen hinausgehen. 

Der Zen-Mönch rät: „Bitte tragen Sie die Last nicht ganz allein. Zögern Sie nicht, um Hilfe zu bitten. Durch den Ausdruck Ihrer Gefühle werden Sie sich beruhigen – und es wird jemand da sein, um Ihnen zu helfen. Wenn wir selbst von Anfang an offen und ehrlich sind und unseren Schmerz in Worte fassen, wird das bei jemandem Gehör finden, der helfen kann, unsere Not zu lindern.“

Buchtipp

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„Don‘t worry“, Shunmyo Masuno, Lotos Verlag, € 20,60