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Lifestyle | 25.09.2018

Von Krautfleckerln bis Baklava

Elma Pandzic betreibt Völkerverständigung der etwas anderen Art: Die gebürtige Bosnierin, die der Liebe wegen ins Innviertel gezogen ist, betreibt einen zweisprachigen Food-Blog. Dort präsentiert sie österreichische und bosnische Schmankerl.

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Kulinarische Völkerverständigung: Elma Pandzic präsentiert auf ihrem Food-Blog „Hanuma kocht“ Schmankerl aus ihren beiden Heimaten Österreich und Bosnien. (© privat/Hanuma kocht)

Vom Kaiserschmarren bis zur Baklava, von Krautfleckerln bis zum Original-Rezept für Cevapcici: Der Food-Blog von Elma Pandzic zeigt auf den ersten Blick, dass in der Brust der 29-Jährigen zwei Herzen schlagen. Denn die studierte Medienwissenschafterin wurde in Bosnien geboren, ist allerdings in Kärnten
aufgewachsen. Denn ihre Familie musste – wie viele andere auch – vor dem Bosnien-Krieg fliehen und fand in Österreich eine neue Heimat. 2011 zieht sie der Liebe wegen nach Braunau, wo sie seitdem gemeinsam mit ihrem Mann und der fünfjährigen Tochter lebt.

Völkerverständigung in der Küche. Pandzic arbeitet als entwicklungspolitische Pressereferentin in einer NGO, in ihrer Freizeit ist sie leidenschaftliche Köchin. „Diese Begeisterung fürs Kochen und Backen habe ich von meiner Mutter, die eine sehr gute und ebenfalls leidenschaftliche Köchin ist“, erzählt die 29-Jährige. Auf diese Weise lernen viele ihrer österreichischen Freunde die bosnische Küche kennen und lieben. Immer wieder wird sie wegen Rezepten gefragt. „In Bosnien hingegen wurde ich über Rezepte für klassisch österreichische Gerichte ausgefragt“, sagt sie. „Und so ist die Idee für meinen Food-Blog ,Hanuma kocht’ entstanden. Man sagt ja, dass Liebe durch den Magen geht. Ich finde, dass Völkerverständigung das auch tut.“

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Übung macht den Meister! Dennoch bleibt das Ziehen eines Strudelteiges, den man sowohl in der österreichischen als auch in der bosnischen Küche braucht, eine Kunst. (© privat/Hanuma kocht)

Mehr als 40.000 Abonnenten. Das war 2014. Damals war ihr YouTube-Kanal der erste zweisprachige Kanal (deutsch/bosnisch) weltweit, der auf diese Weise aufgebaut ist. Mittlerweile zählt er mit mehr als 40.000 Abonnenten zu den drei größten österreichischen Food-Kanälen. Ihr Video, in dem sie Himbeer-Pudding-Cremeschnitten zubereitet, haben mehr als eine Million User gesehen. „Das konnte ich im ersten Moment selbst kaum glauben“, sagt Pandzic lachend. „Aber das Geheimnis ist vermutlich, dass dieses Dessert sehr schnell geht, weil man nichts backen muss und geschmacklich trotzdem mit aufwendigen Torten mithalten kann.“

Eigenkreationen im Mittelpunkt. Die Gerichte, die Elma Pandzic präsentiert, stammen hauptsächlich aus ihren beiden Heimaten Österreich und Bosnien und Herzegowina bzw. den Bal­kanländern. „Allerdings bin ich auch ein großer Fan der internationalen Küche und ich experimentiere gern“, erzählt sie. „Beinahe 90 Prozent der Rezepte sind Eigenentwicklungen. Ich habe zum Beispiel 140 Kochbücher, die mir als Inspiration dienen. Aus drei bis vier Rezepten kreiere ich dann oft mein ganz eigenes Gericht. Die Bandbreite an Rezepten spiegelt auch mich als Menschen wider.“

Hobby zum Beruf machen. Der 29-jährigen Wahl-Innviertlerin ist es besonders wichtig, mit ihrem Blog eine Brücke zwischen zwei Kulturen zu schlagen, in der nicht nur sie selbst lebt, sondern viele Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die in Österreich eine Heimat gefunden haben. Und irgendwann könnte sie sich auch vorstellen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. „Mein YouTube-Kanal ist zwar schon recht groß, doch ich könnte noch nicht davon leben“, sagt Pandzic. „Ich würde es natürlich gern hauptberuflich ausüben, doch ich mache mir deswegen keinen Stress.“