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Lifestyle | 12.05.2015

Verpackungsfrei einkaufen

Nach dem Einkauf in einem Linzer Bio-Markt hatte Franz Seher so etwas wie eine Eingebung. Er wollte einen Supermarkt gründen, der nachhaltig und ganzheitlich ist und dabei ganz nah am Kunden. Aus der Vision wurde ein Konzept, das immer konkretere Formen annahm. Heute, knapp zwei Jahre später, ist alles für die Eröffnung des Marktes im September auf Schiene. Wir haben mit dem Gründer von „holis market“ gesprochen.

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Franz Seher, Gründer von „holis market“. (© holis market)

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, den täglichen Lebensmitteleinkauf neu zu gestalten?

Ich war vor zwei Jahren in einem Bio-Markt einkaufen. Zu Hause habe ich die Lebensmittel ausgepackt und in meine eigenen Behälter umgefüllt. Dabei ist mir aufgefallen, wie mühsam manche Dinge umzufüllen sind und wie viel Müll dabei anfällt. Das war so etwas wie ein Aha-Erlebnis für mich. Ich habe angefangen zu überlegen, wie viel man bei Lebensmitteln für die Verpackung und die Müllentsorgung zahlt und was man ändern könnte. Das habe ich auch in einem Blog auf meiner privaten Seite geschrieben und im Freundes- und Bekanntenkreis diskutiert. Und der Zuspruch war enorm.

 

Die Idee hat sich in der Zwischenzeit zum erfolgreichen Konzept entwickelt. Der „holis market“ soll Anfang September in Linz eröffnet werden. Was wird neu sein?

Wir planen einen On- und Offline-Lebensmittelmarktplatz. Das heißt, wir kombinieren den physischen Lebensmittelmarkt mit einer Online-Plattform, die in erster Linie dazu dient, die eigene Ernährung zu individualisieren. So kann man via Web oder App seine Lebensmittel zusammenstellen und dann bei uns im Markt abholen. Zusätzlich werden wir Rezeptboxen und Ernährungsberatung anbieten.

 

Und wenn ich ganz klassisch im Markt einkaufen möchte?

... geht das natürlich auch! Das Besondere bei uns wird sein, dass Kunden ihre Lebensmittel nicht fertig abgepackt, sondern in freier Menge kaufen können. Somit kaufen sie nur das, was sie tatsächlich brauchen, und es werden weniger Lebensmittel verschwendet.

 

Von der Vision bis zur Realisierung ist es ein weiter, oftmals steiniger Weg. Wann haben Sie gewusst, dass es funktionieren wird und die Zeit reif für Veränderungen ist?

Das war ein Prozess. Die Vision ist gut bei den Leuten angekommen und wir haben sie Stück für Stück weiter entwickelt. Und irgendwann haben wir gesehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir hatten uns zum Beispiel zum Ziel gesetzt, dass wir Ende 2014 zu 80 Prozent sicher sein wollten, dass der Markt eröffnet wird. Das haben wir geschafft. Und seit Ende Jänner wissen wir, dass er zu 100 Prozent eröffnet wird.

 

Für welchen Standort haben Sie sich entschieden?

Antwort ist noch ausständig, weil die Verhandlungen noch laufen. Möglicherweise erfahren wir aber Mitte April schon, wo der Markt hinkommen wird.

 

Zu Ihren Unterstützern zählen auch Chocolatier Josef Zotter und Sonnentor-Chef Johannes Gutmann ...

Ich bin zu ihnen gefahren und habe ihnen unser Projekt präsentiert. Weil ich Menschen gesucht habe, die zu uns passen. Beide waren sehr begeistert und unterstützen uns seitdem. Josef Zotter ist sogar unser Mentor. Wenn wir etwas brauchen, kann ich ihn jederzeit anrufen.

 

Wie läuft die Crowdfunding-Kampagne zur Vorfinanzierung Ihres Vorhabens?

Ich bin zufrieden, weil sie sehr gut läuft. Wir haben bereits ?? Prozent erreicht. Und wenn ich gleich mal Werbung in eigener Sache machen darf: Es ist eine supergute Sache, uns zu unterstützen, weil es völlig risikolos ist. Für den Betrag, den uns Förderer zur Verfügung stellen, bekommen sie zum Beispiel Einkaufsgutscheine, die ab Herbst bei uns einlösbar sind. Los geht’s bei 25 Euro.

 

Und wie wird die Preisgestaltung im „holis market“ aussehen? Werden sich Durchschnittsverdiener die Lebensmittel leisten können?

Natürlich! Das ist ein wichtiger Punkt für uns, weil wir den Markt ja alltagstauglich machen und so viele Konsumenten wie möglich erreichen wollen. Wir kaufen in großen Mengen und regional ein. Diesen Preisvorteil können wir an den Endverbraucher weitergeben. Außerdem fallen die Kosten für Einwegverpackungen weg, weil man bei uns die Menge frei wählen kann. Fixe Packungseinheiten gibt es nicht, auch das hilft beim Sparen.