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Lifestyle | 04.04.2017

Tropea – Karibik Italiens

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – diesen Traum hat sich die Linzerin Ursula Jäger erfüllt. Seit drei Jahren lebt die 47-Jährige in der kalabrischen Küstenstadt Tropea. Im Interview mit der OBERÖSTERREICHERIN erzählt sie, was die Stadt am Rist des Stiefels Italiens für Urlauber so besonders macht.

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Tropea thront auf einem 40 Meter hohen Felsen. (© Shutterstock)

Wenn man Ursula Jäger sieht, könnte sie glatt als waschechte Italienerin durchgehen. Nach vielen Jahren in der stressigen Medienbranche hat sich die gebürtige Linzerin vor vier Jahren eine Auszeit genommen und ist im Rahmen einer Bildungskarenz für ein Jahr lang nach Italien gegangen, um dort ihr Italienisch zu perfektionieren. Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Rom und drei Monaten in Florenz hat es die Mutter einer 24-jährigen Tochter schließlich nach Kalabrien, in den kleinen Küstenort Tropea verschlagen. „Tropea gilt als die Karibik Italiens. Vom ersten Tag an habe ich mich in die kleine Stadt verliebt“, erzählt Ursula Jäger. Als sie dann auch noch einen Job als Rezeptionistin in einem Hotel fand, hat sie sich relativ schnell entschlossen zu bleiben.

Reiseagentur gegründet. „Der Schritt, meinen Lebensmittelpunkt nach Kalabrien zu verlegen, war sicher eine Bauchentscheidung. Aber meine Tochter ist erwachsen, wir sind täglich via WhatsApp in Kontakt, und sie besucht mich einmal im Jahr. Dadurch ist die Entfernung für mich kein Hindernis“, so die Wahlitalienerin. Mittlerweile hat sie mit einem Geschäftspartner unter www.jumpit.at eine kleine, feine Reiseagentur auf die Beine gestellt und vermittelt handverlesene Hotels und Ferien-Unterkünfte in Tropea und Umgebung. „Da wir die Hoteliers und die Eigentümer der Feriendomizile persönlich kennen, können wir natürlich einen super Service und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Außerdem stehen wir den Urlaubern vor Ort mit Rat und Tat zur Seite und sind behilflich bei der Buchung von Mietautos oder Ausflügen“, erklärt Ursula Jäger.

Schlafnomadin in Linz. Wenn sie im Winter in die oberösterreichische Heimat kommt, quartiert sie sich als Schlafnomadin bei ihrer Schwester ein. Ihr langjähriger Lebenspartner – übrigens ein Italiener – ist in Linz geblieben und fliegt einmal im Monat nach Kalabrien. Ob sie jemals wieder nach Österreich zurückgehen wird, steht in den Sternen. Aber: Sag niemals nie! Im Moment jedenfalls genießt Ursula Jäger ihr Leben am Meer. Im Interview mit der Oberösterreicherin gibt die Kalabrien-Expertin interessante Tipps für einen Urlaub.

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Die Linzerin Ursula Jäger lebt in Tropea und betreibt dort eine kleine Reiseagentur. (© Privat)

Frau Jäger, wo genau liegt Tropea?

Der kleine Ort liegt auf einem Felsen an der Küste des tyrrhenischen Meeres mitten im Herzen Kalabriens und gilt wegen seiner sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt als die „Perle“ der tyrrhenischen Küste. Von der Altstadt aus hat man einen hervorragenden Ausblick auf das Wahrzeichen von Tropea, die Chiesa di Santa Maria dell‘Isola. Sie wurde etwas abgeschieden am Gipfel eines gegenüberliegenden Sandsteinfelses im frühbyzantinischen Mittelalter erbaut.

 

Was ist das Besondere an Tropea?

Der Ort zählt aufgrund seiner Lage und der gut erhaltenen Altstadt zu den beliebtesten Urlaubszielen Kala­briens und zu den schönsten Orten der italienischen Mittelmeerküste. Trotz seiner Beliebtheit hat sich Tropea seine Ursprünglichkeit bewahrt. In der Altstadt findet man viele Cafés, kleine Boutiquen und die typischen kleinen italienischen Gassen.

 

Wo findet man die schönsten Strände?

Natürlich sind die Strände in Tropea direkt unter der Stadt wunderschön. Ich persönlich gehe jedoch gerne an den Strand von Riaci, der etwa fünf Minuten außerhalb vom Zentrum liegt. Das Meer ist tiefblau – nicht umsonst wird Tropea als die Karibik Italiens bezeichnet. Teilweise sind die Sandstrände mit Felsen durchzogen. Der Fischreichtum lässt vor allem das Herz der Schnorchler und Taucher höherschlagen.

 

Welche Ausflüge kann man in der Umgebung von Tropea machen?

Absolut sehenswert ist Capo Vaticano, ein auf einem Felsvorsprung gelegenes Kap in der Gemeinde Ricadi. Vom Kap aus sieht man bis zur Straße von Messina und zu den Äolischen Inseln wie Stromboli, Vulcano oder Lipari. Der Name Capo Vaticano bezieht sich auf ein Orakel, das in Zeiten der Besiedlung durch die Griechen von den Seefahrern besucht wurde. Von dieser historischen Stätte entstammt der ursprüngliche Name Capo dei Vaticinii (Kap der Prophezeiungen). Am eigentlichen Kap ist ein Leuchtturm. Dort findet man einen touristischen Pfad und eine kleine Gaststätte. Mit dem Vatikan hat der Ort nichts zu tun.

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Die Chiesa di Santa Maria dell´Isola ist das Wahrzeichen von Tropea. (© Shutterstock)

Organisieren Sie auch Bootsfahrten?

Ja, vor allem die Ausflüge mit dem Schnellboot, die vom erst kürzlich renovierten Hafen aus angeboten werden, sind ein Hit. Bei einer Inselrundfahrt nach Lipari, Stromboli und Vulcano kann man die Eruptionen des noch aktiven Vulkans aus sicherer Entfernung beobachten. Auf der Insel Vulcano, die Namensgeber aller Vulkane ist, werden gesundheitsfördernde Schlammbäder angeboten. Auf Lipari lohnt es sich, eine Busrundtour zu machen. Am schönsten Aussichtspunkt gibt es herrliche Bruschetta mit Kapern. Der Ort Stromboli lockt als Kulisse des gleichnamigen Films mit einem Spaziergang zum Haus von Ingrid Bergman und Roberto Rossellini.

 

Gibt es auch Angebote für Urlauber, die nicht am Strand chillen möchten?

Ja natürlich! Es gibt sehr interessante Wander- und Radtouren, die speziell in der Vor- und Nachsaison gerne gebucht werden.

 

Wie schaut es mit den Unterkünften aus?

Es gibt viele kleine, feine Hotels, Appartements und Ferienanlagen sowie B&B-Unterkünfte mit liebevoll und authentisch eingerichteten Zimmern. Es ist also für jeden Geschmack etwas vorhanden. 

 

Und wie schmeckt Kalabrien?

In kulinarischen Belangen bleiben nahezu keine Wünsche offen. Eine Spezialität ist die rote Zwiebel (Cipolla di Tropea). Unbedingt kosten sollte man Tartufo, eine Spezialität aus Eis und Schokolade, oder Nduja, die würzige, pikante, weiche, italienische Rohwurst.

 

Haben Sie ein paar Restaurant-Tipps für uns?

Meine persönlichen Favoriten sind: für Focaccia das „Vecchio forno“ und zum Fischessen die „Taverna Baffone“. Das beste Tartufo gibt es im „Caffé del Corso“. Wer gerne Fleisch isst, sollte unbedingt in die „Casareccia da Franco“ in Brattirò, circa zehn Minuten im Landesinnteren von Tropea entfernt. Wer gerne richtig gute Pizza isst, sollte unbedingt ins „Il Giardino“ in Gasponi.