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Lifestyle | 16.09.2019

Tel Aviv: Stadt der Kontraste

Fünf OBERÖSTERREICHERIN-Redakteurinnen machten sich auf, um Tel Aviv und Jerusalem, die Perlen des Gelobten Landes, zu entdecken.

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Spannende Architektur und ganz viel Weiß: Das Stadtbild Tel Avivs versprüht einen besonderen Charme. (© Denise Derflinger)

Hummus, gute Vibes und ganz viel Bauhaus – Tel Aviv ist definitiv eine Reise wert! Die Stadt an der Küste Israels scheint nie still zu stehen, die Menschen, die hier zwischen Tradition und Moderne leben, finden zu jeder Tages- und Nachtzeit Gründe zum Glühen, Tanzen und um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Und während Tel Aviv flirrt, findet man im nahen, orthodox-gegensätzlichen Jerusalem Zeit und Raum zur Besinnung und für kulturellen Tiefgang. Chefredakteurin Ulli Wright und die Redakteurinnen Nicole Madlmayr, Maria Russ, Petra Kinzl und Denise Derflinger bewegten sich zwischen schmalen Gassen, alten Steinen und weiten Stränden durch die vielseitige Welt des Nahen Ostens.

Die Weiße Stadt. Schon ein kurzer Spaziergang entlang der Strände Tel Avivs reicht zum Verlieben. Wer aber ganz große Gefühle spüren möchte, begibt sich ins Innere der pulsierenden Stadt, die geprägt ist von formschöner Architektur und spannenden Design­elementen. Kein Wunder, Tel Aviv ist die Hochburg der Bauhaus-Bewegung: Rund 4.000 der schnörkellosen Häuser prägen das Bild der liebevoll „Weiße Stadt“ genannten israelischen Metropole. In der hebräischen Übersetzung bedeutet Tel Aviv übrigens „Frühlingshügel“. Das erst 1909 gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa, 1950 kam er zur Vereinigung beider Städte und zum heutigen Tel Aviv-Jaffa, das mit knapp 500.000 Einwohnern nach der Hauptstadt Jerusalem die zweitgrößte Stadt in Israel ist. Es hat nur wenige Jahrzehnte gebraucht: Heute strömen Touristen aus aller Welt in die Gassen und an die vielen Strände Tel Avivs. Einmal im Jahr wird die Stätte Austragungsort für die Gay-Pride-Parade, von der das restliche Jahr über einige Überbleibsel zeugen: überdimensionale Regenbogen-Flaggen an Balkonen, bunt bemalte Häuser, Gay-Guides und die ein oder anderen gleichgeschlechtlichen Händchenhalter. Aufgeschlossen sind sie, die Bewohner Tel Avivs. Aber auch freundlich, fesch und figurbewusst. Nicht nur, wenn die Sonne auf- und untergeht, sondern sogar in der unbarmherzigsten Mittagssonne bevölkern Jogger und Radfahrer die Promenade, und an den vielen Fitnessgeräten, die an den Stränden stehen, werden die Muskeln gestählt. Ein Anblick, der überzeugt – hier lässt man nach dem Shoppen auf der Sheinkin- und Dizengoff-Straße und dem Rothschild-Boulevard gerne die Blicke schweifen, bevor es in die umliegenden Restaurants und Bars geht.

 

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In Reih und Glied: Der Strand Tel Avivs ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt – jeder hat seinen eigenen Reiz. (© Denise Derflinger)
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Romantisch: Der Sonnenuntergang taucht Jaffa ins perfekte Licht. (© Denise Derflinger)

Von Genüssen, Gewürzen und Gebrüll. Die bunten Basare in Tel Aviv lassen keine Wünsche offen: Frisches Obst und Gemüse, exotische Gewürze, orientalisches Fast Food und frischen Fruchtsaft an jeder Ecke gibt es hier genauso zu verkosten, wie es neben Billig-Ramsch auch handgemachte Designobjekte zu entdecken gibt. Ob Carmel Market, Levinsky Market, der Flohmarkt in Old Jaffa oder der Nahalat Binyamin Kunsthandwerkmarkt – selten macht so viel lautes Leben einen Ort zum charmanten kulturellen Gustostückerl. Apropos Gusto: Wer Genuss sucht, findet ihn garantiert hier. Tomatig-würzige Shakshuka am Morgen, Hummus und Falafel zu Mittag (den besten Hummus des Landes soll es übrigens bei Abu Hasan in Jaffa geben – wir haben getestet und waren begeistert!), frisches Seafood, saftiges Fleisch und eine riesige Auswahl an orientalischen Vorspeisen, hier „Mezze“ genannt, abends genossen zum regionalen Goldstar-Bier – wer hier nicht mit mindestens zehn Rezeptideen im Gepäck heimkommt, hat etwas falsch gemacht. Nicht nur die Lebensmittelpreise sind höher als der europäische Standard, auch für alkoholische Getränke muss man einiges an israelischen Schekeln hinblättern: das kleine Bier für sechs Euro, der Aperol Spritz ab zehn Euro, Cocktails, für deren Preis man in der Heimat schon ein kleines Menü bekommt. Es sind fast schon Münchner Oktoberfest-Preise, die Barhopping und Clubbing teuer machen. Tipp: Mit der Flasche Wein und Hummus aus dem Supermarkt am Strand dem Sonnenuntergang zusehen und die Vibes der Stadt einfangen: ein besonderes – und günstiges! – Erlebnis.

Eine Stadt mit vielen Gesichtern. Auch wenn Tel Aviv keine große Stadt ist, verfügt sie über zahlreiche kleine Viertel, die alle einen Besuch wert sind. Schmale Gassen, ausgefallene Läden, charmante Coffee-Shops und edle Boutiquen findet man im aufwendig renovierten Stadtteil Neve Tzedek im Süden Tel Avivs. Die „Oase der Gerechtigkeit“, so die deutsche Übersetzung, erinnert fast schon an Südfrankreich – und eignet sich als perfekter Ausgangspunkt, um die Stadt zu entdecken. In Old Jaffa befindet sich einer der ältesten Häfen der Welt, und statt den berühmten Orangen blühen hier Lifestyle und Kultur. Es hat etwas Besonderes, über den alten Boden zu schlendern, auf dem Flohmarkt Raritäten zu entdecken und die Geschmacksknospen bei Sea­food, Hummus und Pitabrot neben dem Meer aufblühen zu lassen. Vom Abrasha Park hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und das umliegende Land. Hip, hipper, Florentin: Das Viertel wird oft mit dem New Yorker Stadtteil Soho verglichen – kein Wunder, denn aus alten Industriegebäuden werden schicke Wohnkomplexe, kleine Designer-Boutiquen ersetzen alte Läden, und in umgebauten Kellern laden Clubs zum Tanzen, Flirten und Spaßhaben ein. Während es im alten Hafen in Old Jaffa gemächlich zugeht, pulsiert das Leben im Tel Aviv Port im Norden der Stadt: Heute wird hier keine Fracht mehr abgefertigt, sondern gefeiert. Entlang der Promenade aus Holz reiht sich ein Restaurant an das andere, nachts füllen sich die Nachtclubs und Diskotheken mit jungem Publikum. Wer Ruhe vor dem Sturm sucht, ist in wenigen Schritten im Hayarkon-Park, der grünen Lunge Tel Avivs.

 

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Das rote Kabbalah-Armband, das die Redakteurinnen in Jerusalem bekommen haben, soll das Böse abwehren. (© Denise Derflinger)
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Ulli, Denise, Nicole und Petra vor den Toren Old Jaffas. (© Denise Derflinger)

Jerusalem: Glaube, Geschichte und Gedenken. Es braucht nur eine einstündige Autofahrt, um das krasse Gegenteil von der liberalen Party-Metropole Tel Aviv zu finden: Jerusalem, historisch, streng, gläubig. Hier leben die drei größten Weltreligionen, das Christentum, der Islam und das Judentum, eng zusammen – wenn auch nicht immer ganz harmonisch. Zu entdecken gibt es hier viel: Die Klagemauer, der bedeutsamste Ort für die Juden, ist nur wenige Schritte vom Tempelberg mit der goldenen Kuppel des Felsendoms und der Al-Aksa-Moschee entfernt, die für die Muslime von großer religiöser Wichtigkeit ist. Noch ein Stückchen weiter kann man auf der Via Dolorosa, dem „Schmerzensweg“ Jesus, pilgern und gelangt so ins christliche Viertel und zur heiligsten Stätte der Christen: der Grabeskirche. Tipp: Das Team von Tischler Reisen bietet spannende Touren durch die Heilige Stadt an. Auch wir fühlten uns in der exklusiven Mini-Gruppe und mit deutschsprachigem Reiseleiter sehr wohl! (www.tischler-reisen.de) Ein echtes Highlight – so tragisch auch die Geschichte, die hier erzählt wird – ist die Holocaust- Gedenkstätte Yad Vashem: Auf dem großen Gelände befinden sich ein modernes Museum und zahlreiche Denkmäler, die den verschiedenen Facetten des dunkelsten Kapitels der jüdischen Geschichte gewidmet sind. Gänsehautgarantie! Ein Spaziergang auf den Stadtmauern Jerusalems bietet Besuchern die Gelegenheit, den Kontrast zwischen den verschiedenen Altstadtvierteln zu erkennen und wärmt die Gemüter wieder auf.

 

Reiseinformationen

Anreise

Ab Wien dauert ein Flug etwa dreieinhalb Stunden, Flüge gehen täglich!

Einreise

Für die Einreise nach Israel ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Pass nötig. Bei der Ein- und Ausreise werden eingehende Befragungen durchgeführt, vor allem bei einem Pass mit Einreisestempel/Visum aus arabischen Staaten. Zeit einplanen!

Geld

Die israelische Landeswährung heißt Schekel (4 Schekel sind in etwa 1 Euro wert), Geld kann überall abgehoben werden. Das Leben in Israel ist teurer als in Europa.

Kleidung

In Tel Aviv ist erlaubt, was gefällt, während es in Jerusalem und in religiösen Stätten angebracht (und teils auch ein Muss) ist, Schultern und Beine bedeckt zu halten.

Sicherheit

Das Reisen in Israel ist sicher und braucht keine speziellen Vorbereitungen. Vor der Abreise sollte man sich aber über die Sicherheitslage informieren und einen Blick auf die aktuelle politische Lage werfen.

Schabbat

Im Judentum ist der Schabbat der 7. Wochentag und ein Ruhetag. Er beginnt am Freitagabend bei Eintritt der Dunkelheit und dauert bis zum Sonnenuntergang am Samstag. Die Geschäfte sind am Schabbat im ganzen Land weitgehend geschlossen, Frühstück in manchen Hotels gibt es in abgespeckter Form, und die Flugzeuge der israelischen Fluglinie El Al bleiben auf dem Boden.

Reisedauer

In vier Tagen schafft man Tel Aviv und Jerusalem – zumindest oberflächlich. Je länger man Zeit hat, desto besser, denn hier lässt es sich locker auch eine Woche aushalten!

Wetter

Von April bis Oktober herrschen in Tel Aviv die idealen Wetterbedingungen sowohl für einen Aktiv- als auch einen Badeurlaub. Pures Strandvergnügen und Hitze gibt‘s von Juni bis September. Während es tagsüber heiß ist, kühlt es in der Nacht ab.

Ausflüge

Israel ist zwar ein kleines Land, hat aber viel zu bieten: Neben Tel Aviv und Jerusalem locken auch die Städte Bethlehem, Haifa und Eilat Besucher an, der See Genezareth und das Tote Meer sind ebenso Must-sees.

Infos unter www.tischler-reisen.de