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Lifestyle | 12.07.2016

Sommer, Sonne, Urlaubsflirt

Harmonisches Turteln statt Dauerstreit im gemeinsamen Urlaub. Lang währendes Liebesglück mit dem Urlaubsflirt statt Drama und „nix, nothing, nada, niente“ nach dem Urlaub. Wenn Sie wollen, dass Ihr Urlaub keine Katastrophe wird, sollten Sie weiterlesen.

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© Shutterstock

Urlaub bedeutet Entspannung, gute Laune, dem Alltagsstress entfliehen. Ob als Single (Sonne im Gesicht, Wind im Haar, Füße im Sand, da fällt Verlieben besonders leicht), mit dem Partner auf Urlaub (ab in den Urlaub und rein in die Partnerschaftskrise) oder ohne den Partner (durch überhöhten Alkoholkonsum, der die letzten Hemmungen nimmt, ergibt sich ein Seitensprung oft wie von selbst) – die Voraussetzungen für einen Urlaubsflirt sind perfekt. Susa Haberfellner hat ein paar Tipps für Sie parat, damit Ihr Urlaub zum Jahreshighlight und nicht zur Katastrophe wird.

 

Warum ist die Flirtbereitschaft gerade im Urlaub so groß?  

Alltag bedeutet Routine, tägliche Rituale, die einerseits das Leben erleichtern können, andererseits vielen Menschen das Gefühl geben, dass die eigene Lebendigkeit auf der Strecke bleibt. Egal ob man Single oder in einer Partnerschaft ist: Urlaubszeit verheißt Tapetenwechsel und Zeit für sich, die Glückshormone sprudeln. Im Urlaub ist die Stimmung entspannter und ausgelassener, man lässt sich leichter auf Neues ein, spürt sich und seinen Körper deutlicher. So bekommt auch die Lust ohne Druck wieder Aufmerksamkeit. Zusätzlich bedeutet Sonnenlicht eine vermehrte Ausschüttung von Serotonin im Körper, was die Lust auf Sexualität fördert. 

 

Hat der Urlaubsflirt eine Chance, eine ernsthafte Beziehung zu werden oder bleibt er letztendlich doch immer eine Liebe auf Zeit?

Urlaubsflirt ist meist das, was das Wort meint: ein Kontakt, der zeitlich auf den Urlaub beschränkt ist. Natürlich gibt es auch Bindungen, die im Urlaub beginnen und darüber hinaus Bestand haben, doch einfach ist das wahrlich nicht. Das Leben läuft nach dem Urlaub wieder in den alltäglichen Bahnen, da müssen sich die Urlaubsgefühle erst mal bewähren. Die Realität sieht so aus, dass sich, zurück im Alltag, der Zauber des Urlaubs sehr oft nur mehr erahnen lässt und man von den Erinnerungen lebt. 

Wenn man sich verliebt, kann man den Flirt ja genießen, ohne gleichzeitig über eine zukünftige Partnerschaft zu fantasieren. Erwartet man sich nicht gleich die große Liebe, sondern sieht, was es ist, nämlich eine Unverbindlichkeit mit Ablaufdatum, dann kann man das genießen, was gerade ist. Und wenn am Ende des Urlaubs bei beiden der Wunsch nach mehr da ist, kann man versuchen, den Kontakt aufrechtzuhalten und den Flirt in seinem alltäglichen Umfeld kennenzulernen – eine „Realitätsprüfung“ sozusagen. 

 

Urlaubsseitensprung trotz fester Beziehung. Beichten oder lieber schweigen?

Das Offenlegen eines Seitensprungs scheint auf den ersten Blick besser, ehrlicher, aufrichtiger zu sein. Aber Offenheit kann mehr Schaden anrichten, als Nutzen bringen. Unter dem Deckmantel der „Ehrlichkeit“ können sich auch Motive verbergen, die nicht nur im Dienst der partnerschaftlichen Aufrichtigkeit stehen: Der untreue Partner kann seine Affäre auch mitteilen, um sich zu rächen oder sein schlechtes Gewissen zu entlasten. Deshalb sollten vor einer „Beichte“ die eigenen Motive aufrichtig betrachtet werden. 

Wenn die Beziehung grundsätzlich gut läuft, die Partner einen respektvollen Umgang miteinander haben und es eine nicht beziehungsgefährdende Sache war, dann rate ich dazu, lieber nicht zu beichten. So eine Nachricht ist immer eine Kränkung für den anderen und eine Art Verantwortungsabgabe. Verantwortung heißt, auf die Gefühle des anderen Rücksicht zu nehmen und die Situation so für sich selber zu klären, dass es für die Beziehung passend ist. 

 

Was, wenn man im Eifer des Gefechts und/oder aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums auf die Verhütung vergessen hat? 

Für einen sexuellen Urlaubsflirt sind Kondome ein Muss – auch Frauen, die ansonsten mit der Pille oder Spirale verhüten, sollten immer eines dabei haben. Mein Tipp speziell im Sommerurlaub: Kondome niemals in die Sonne legen. Falls es zu einer Panne kommt (Kondom gerissen, Pille vergessen …), gibt es die „Pille danach“ auch im Ausland in Apotheken oder Krankenhäusern. Die meisten Ärzte verstehen Englisch und händigen sie mit der Bitte um „postcoital contraception“ oder „morning-after pill“ aus. 

 

Grundsätzlich bedeutet Urlaub Relaxen, Runterkommen vom Alltag, Entspannung pur. Urlaub mit dem Partner sieht jedoch oft anders aus: Statt der Erholung droht die Krise. Welche Tipps geben Sie Paaren mit auf den Urlaubsweg?  

Die Urlaubszeit wird tatsächlich sehr häufig zur Bewährungsprobe für Paare. Oft höre ich in der Beratung, dass jeder unter Stress leidet – wegen der Arbeit, der Kinder und der Organisation des Alltags und weil viel zu wenig Zeit für sich selber und die Beziehung bleibt. Der Sex bekommt erst dann Raum, wenn alle Alltagsdinge erledigt sind, nämlich so gut wie nie. Auf den Urlaub setzt man dann große Hoffnung. Doch dort fühlt man sich oft noch mehr bedrängt – man ist ja plötzlich 24 Stunden zusammen – und muss sich zusätzlich auf die Urlaubssituation einstellen. Ein zu weiches Bett kann da das Fass schon mal zum Überlaufen bringen …

Grundsätzlich ist es hilfreich, den Urlaub schon im Vorhinein gut zu planen. Man sollte dem Partner gegenüber klarstellen, was er vom Urlaub überhaupt erwartet und wie er diesen gestalten will. Aber nicht nur Gefühle, auch körperliche Bedürfnisse stehen im Urlaub häufig im Mittelpunkt. Schrauben Sie Ihre Erwartungshaltung runter. Wenn Sie unterm Jahr Ihrem Sexleben generell mehr Bedeutung und Zeit geben, ist die Erwartungshaltung im Urlaub nicht so groß und man wird auch nicht enttäuscht.                                                                                           


UNSERE EXPERTIN:

Susa Haberfellner, Dipl. Sexual- und Lebensberaterin, Klin. Sexologin

Rainerstr. 8a, 4600 Wels, 

Tel.: 0664/3951194