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Lifestyle | 12.09.2018

Scheidung tut immer weh

Egal, wie alt sie sind – Kinder leiden immer unter der Trennung ihrer Eltern. Darum ist es wichtig, sie gut durch diese schwierige Zeit zu begleiten. Wir haben mit Expertinnen besprochen, was Scheidungskinder wirklich brauchen.

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(© Shutterstock)

Leidet ein Kind nicht unter der Trennung, wenn es sich vollkommen normal und unauffällig verhält? Verkraften ältere Kinder eine Scheidung der Eltern tatsächlich besser als jüngere? Und dürfen Kinder zwischen den Elternteilen vermitteln? Nach einer Trennung stehen Eltern vor vielen Fragen. Sie wollen ihre Kinder zwar grundsätzlich gut durch diese schwierige Zeit begleiten und sind dazu doch oft nicht in der Lage, weil sie zutiefst verletzt und emotional sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Wir haben mit der Linzer Psychologin Isabella Baumgartner und mit Sylvia Spiessberger, Leiterin der Rainbows-Landesstelle Oberösterreich, die wichtigsten Fragen zu diesen oftmals heiklen Themen besprochen.

 

Verkraften ältere Kinder eine Trennung eigentlich besser als jüngere?

Isabella Baumgartner: Ich habe noch kein Kind kennengelernt, dem die Trennung der Eltern egal ist. Wenn man genau nachfragt, gibt es bei jedem Kind ein Thema, das es beschäftigt, weil es ja immer ein kritisches Lebensereignis darstellt, wenn Eltern sich trennen. Wie sehr ein Kind tatsächlich darunter leidet, hängt von dessen Persönlichkeit und der jeweiligen Entwicklungsstufe ab – und natürlich davon, wie achtsam Eltern mit der Situation umgehen. So beschäftigt eine Scheidung die 18-jährige Tochter, die vielleicht selbst gerade eine Beziehung aufbaut, anders als ein Kind im Volksschulalter. Eine Trennung kann einen Menschen im heranwachsenden Alter maßgeblich aus der Bahn werfen. Oft sind die Eltern schon so lange beisammen, dass eine Scheidung bislang ein Ding der Unmöglichkeit war. Dann ist der Schock umso größer.

Warum ist es für ältere Kinder genauso schwierig, mit der neuen Familiensituation umzugehen?

Sylvia Spiessberger: Weil es kein ,richtiges’ oder ,bestes’ Scheidungsalter bei Kindern gibt. Besonders intensiv kann es für Jugendliche werden, weil die Pubertät generell eine herausfordernde Zeit ist, in der sie stabile Eltern brauchen. Die Jugendlichen sind sehr mit sich selbst und den eigenen Veränderungen beschäftigt, familiäre Probleme stellen eine zusätzliche Belastung dar. Außerdem werden ältere Kinder in dieser Situation von Eltern manchmal wie erwachsene Vertraute behandelt. Sie werden mit Informationen und Aussagen konfrontiert, die sie vollkommen überfordern.

Was kann man tun, wenn Jugendliche „dicht“ machen und lieber mit ihren Freunden reden wollen?

Sylvia Spiessberger: Jugendliche „verstecken“ sich gern hinter der Aussage, dass sie ohnehin ihre Freunde hätten, mit denen sie über alles sprechen können, und gut zurechtkommen würden. Sie wollen dazugehören und cool sein. Dramen spielen sich höchstens in TV-Serien und sozialen Medien ab, eher selten wird ehrlich über die eigenen Befindlichkeiten gesprochen. Daher ist es wichtig, dass Eltern von Jugendlichen über deren Freundeskreis Bescheid wissen, das Sozialverhalten beobachten und auch in der Schule nachfragen bzw. Bescheid geben. Bei Rainbows wurde sogar ein spezielles Angebot konzipiert, das auf die Bedürfnisse von jungen Menschen ab 13 Jahren Rücksicht nimmt.


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