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Lifestyle | 17.07.2019

Santorin

Traumdestinationen gibt es viele, aber selten ist eine so charmant wie die kleine Insel in der großen Ägäis. Wer Santorin mit all ihren Facetten erlebt, würde am liebsten das Tor zur Welt zustoßen und hier seine Zelte aufschlagen.

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Die weiß getünchte Stadt Oia gleicht einem Postkartenmotiv – und wurde als solches schon Abertausende Male in die Welt geschickt. (© Denise Derflinger)

Steile Küsten, weiße Häuser und die charakteristischen blauen Dächer – fast schon surreal erhebt sich die kleine Kykladeninsel Santorin aus dem Ägäischen Meer. Kein Wunder, dass sie zahlreiche Postkarten schmückt, immerhin gilt Santorin als Griechenlands Perle, seine Vorzeigedame und mit dem wilden Vulkan einerseits und den verträumten Dörfern andererseits als Destination für Romantiker. Und das Beste: Lediglich knappe zwei Stunden trennen uns von einem Urlaub im Paradies.

 

Eine Insel zum Verlieben.

Santorin ist die südlichste Inselgruppe der Kykladen und bietet ein weltweit einzigartiges Panorama. Ein gewaltiger Vulkan­ausbruch um 1600 v. Chr. verschaffte ihr ihre Form: Die damals kreisrunde Insel wurde auseinandergesprengt, der Krater in der Mitte füllte sich mit Wasser, und die großartige Kulisse der steilen, schwarzroten Kraterwände, der Caldera, entstand. In der vorgriechischen Zeit hieß die Insel Strongyle, dann Thera, bevor die Venezianer ihr einen Namen gaben, der dem heutigen sehr nahe kommt: Nach einer Kapelle zu Ehren der Heiligen Irene hieß die Insel fortan Santa Irene, griechisch „Santa Irini“, was später zu Santorini (und zum eingedeutschten Santorin) wurde. Obwohl die Insel ein klassisches Sommerreiseziel ist, hat sie auch in der Vor- und Nachsaison einiges zu bieten: Das moderate Wetter lädt zwar nicht zuverlässig zum Schwimmen ein, allerdings kann man sich ganz ohne Touristentrubel durch die schmalen Gassen bewegen und die schönsten Fotoplätze für sich beanspruchen. Über die Wintermonate Ende November bis März sind viele Hotels, Restaurants und Attraktionen geschlossen, was der Idylle aber keinen Abbruch tut, sondern sie vielmehr bestärkt.

 

Postkartenmotiv zum Anfassen:

Oia. Vom kleinen Inselflughafen in der Mitte der Insel aus ist es nur ein Katzensprung bis zum Ziel, immerhin hat die Insel nur eine Länge von 17 Kilometern und variiert in der Breite zwischen einem und sechs Kilometern. Ganz im Norden befindet sich die berühmteste der Städte: Oia (gesprochen „Ia“). Hier lässt sich der wohl berühmteste Sonnenuntergang Griechenlands erleben. Und malerischer als in der kleinen Stadt geht es selten zu. Ein Labyrinth aus weißen und pastellfarbigen Häusern und schmalen Gassen, Kirchen mit strahlendblauen Kuppeln, Tavernen, die vor griechischem Lebensgefühl nur so strotzen, traumhafte Aussichten auf die Ägäis, liebevoll bestückte Boutiquen und Läden, streunende Katzen, die als Fotomodelle fungieren – wer Postkartenmotive zum Anfassen sucht, ist hier richtig. Während die Gassen und Cafés zum Flanieren einladen, versammelt man sich am Abend auf den Ruinen der Londsa-Burg, wo man mit selbst mitgebrachtem Wein von der Insel (süffig!), Klängen vom Straßenmusiker (authentisch!), gemütlichem Pulli (windig!) und jeder Menge anderer Touristen (gesellig!) dem perfekten Sonnenuntergang entgegenblickt. Tipp: Einfach mal das Smartphone wegstecken und die Stimmung live erleben (unbezahlbar!). Wenn es die Masse dann in die Tavernen und Res­taurants zieht, lieber ein paar Minuten länger den Magen knurren lassen und in die Seitengassen verschwinden: In Tavernen wie Roka, Karma oder Candouni lässt es sich besser, gemütlicher und etwas preiswerter speisen. Gourmets werden am Ammoudi Beach fündig: Im Hafen locken Restaurants mit Frischfisch und Meeresfrüchten.

 

Fira, das lebhafte Herz.

Mit dem Bus nur 15 Minuten von Oia entfernt, tut sich ein Ort auf, der an jeder Ecke Spannendes bietet: Treppen und Stufenwege, verschachtelte Häuser, imposante Kirchen und coole Shops machen Fira oder auch Thira, die Hauptstadt der Insel, zu etwas Besonderem. Der alte Hafen, durch den im Sommer Tausende Kreuzfahrttouristen die Insel erklimmen, liegt 600 Stufen von der Stadt entfernt – diese lassen sich zu Fuß mühelos bewältigen, von den dort angebotenen Eselritten können wir den Tieren zuliebe abraten. Hinauf geht es dann wieder zu Fuß (schweißtreibend!) oder für sechs Euro mit der Seilbahn, von der aus man ein atemberaubendes Panorama bekommt. Tipp: Äußerst beliebt ist eine Wanderung von Fira nach Oia – durch die beiden Städtchen Firostefani und Imerovigli, vorbei am Skaros-Felsen und drei idyllisch in der Landschaft liegenden Kapellen, entlang der Caldera mit Blick aufs Meer und bestenfalls mit einer feinen, für Santorin typischen Jause im Gepäck.

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Redakteurin Denise Derflinger genießt die griechische Sonne. (© Denise Derflinger)
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Tomaten-Keftedes, Tsatsiki und Co.: Auch geschmacklich überzeugt die Insel. (© Denise Derflinger)
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Die Stadt in Akrotiri wurde über 3.500 Jahre konserviert. (© Denise Derflinger)
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Die berühmten santorinischen Esel bringen Touristen vom Hafen nach Fira. (© Denise Derflinger)
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Die Wanderung von Fira nach Oia gewährt Einblicke in die sagenhafte Natur Santorins. (© Denise Derflinger)
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© Denise Derflinger

Santorin entdecken.

Ob sportlich zu Fuß, günstig mit Öffis (einziges Manko: Die Inselbewohner nehmen es nicht ganz so genau mit dem Fahrplan), luxuriös mit „geborgtem“ Chauffeur, flexibel im Mietauto, Moped oder Quad (Letztere sind in der Hochsaison aufgrund des Verkehrs nicht zu empfehlen!) oder aber abenteuerlich mit dem Boot – Wege, um die Insel zu erkunden, gibt es viele. Wer ein bisschen Inselhopping betreiben möchte, schwingt sich von Fira oder Oia aus aufs Segel- oder Motorboot und erkundet den aktiven Vulkan Nea Kameni und dessen Nationalpark, badet im warmen Schwefelwasser auf Palea Kameni oder setzt auf die weit weniger touristische Insel Thirasia über. Wer griechische Geschichte erleben möchte, wird in den zahlreichen Museen fündig. Im Südwesten der Insel liegt eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten: Akrotiri wurde in ihrer Blütezeit durch einen Vulkanausbruch verschüttet und so für über 3.500 Jahre konserviert. Jetzt dient die Stadt, der nachgesagt wird, den Grundstein für die Legende von Atlantis gelegt zu haben, als Museum, das es unbedingt zu besuchen gilt!

 

Die Seele baumeln lassen.

Wer weiße Sandstrände und Karibik-Feeling erwartet, ist auf Santorin falsch. Vielmehr laden der außergewöhnliche Red Beach im Süden der Insel, der lange und feinkiesige Perisoli Beach, der romantische Ammoudi Beach, der hippe Kamari Beach, der einsame Vlychada Beach und der Black Beach Sonnenanbeter dazu ein, die entspannende Seite Santorins kennenzulernen. Ausschließlich mit dem Boot zu erreichen und dafür nicht so überlaufen wie andere Strände ist der naturbelassene White Beach: Eine imposante, weiße Felswand, tolle Felsformationen und kristallklares Wasser wirken einfach einmalig. Doch auch Wanderungen und Spaziergänge im „Hinterland“ eignen sich dafür, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Den Wind beim Leuchtturm Faros um die Nase wehen zu lassen, durch die Weinberge zu spazieren, den Fava-Pflanzen beim Wachsen zuzusehen oder einen Rundum-Blick auf dem höchsten Berg der Insel, dem Profitis Ilias, zu bekommen: Santorin bietet mehr als Kykladenhäuser und Sonnenuntergänge! Tipp: Das Bergdorf Pyrgos versprüht den gleichen malerischen Charme wie Oia, ist aber weit weniger überlaufen.

 

Das Paradies schmeckt bodenständig.

Kulinarik und Vielfalt bilden eine perfekte Symbiose auf Santorin: Wer hier seinen Urlaub verbringt, bleibt garantiert nicht hungrig. Wilde Kapern, weiße Auberginen, die Platterbsen, aus denen das Nationalgericht Fava gemacht wird, gefüllte Weinblätter, zartes Lamm, Tomaten-Keftedes und vieles mehr findet sich auf den Speisekarten der Restaurants, Tavernen und Cafés. Tipp: Gerade in Oia und Fira zahlt man saftige Aufschläge für Res­taurants mit Caldera-Blick. Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben möchte, schaut sich in den Nebenstraßen um oder begibt sich gleich in die kleinen, „untouristischen“ Dörfer. Griechische Meze (Vorspeisen) kosten hier oft gerade mal die Hälfte! Und auch wer noch so satt ist, sollte sich ein griechisches Joghurt mit frischen Früchten keinesfalls entgehen lassen. Viele traditionelle Gerichte oder deren Zutaten kann man in den vielen kleinen Supermärkten erwerben und mit nach Hause nehmen. So lässt sich der Urlaub noch um einen kleinen Genuss-Moment verlängern, bevor das griechische Lebensgefühl langsam, aber sicher dem Alltag weichen muss.

 

REISEINFOS

Anreise mit dem Flugzeug: Nonstop-Flüge gehen von Wien und Salzburg, Flugdauer ca. 2 ½ Std.

Beste Reisezeit: Santorin kann grundsätzlich das ganze Jahr über bereist werden. Hoch- und Badesaison ist von Mai bis Oktober, im April und November eignet sich die Insel perfekt für Wanderungen und Sightseeing.

Dauer des Aufenthalts: Mindestens vier Tage sollte man einplanen, um die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten der Insel sehen zu können.

Hotels: Beliebt, aber gerade in der Hochsaison ausgesprochen teuer sind die traditionellen Cave Houses, in denen man wie in luxuriösen Höhlen mit Blick auf die Caldera wohnt. Günstiger, aber nicht weniger komfortabel wird es landeinwärts, wo man aber oft auf ein Mietauto angewiesen ist.

www.santorini.gr

www.santorini.net