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Lifestyle | 29.11.2022

Röstfrisch und innovativ

Bodenständigkeit, Handschlagqualität, Innovationsgeist und ein enormes Wissen um Kaffee und Lebensmittel, das ist es, was Josef Kirisits mit seinem Unternehmen Gemeos GmbH auszeichnet. Was den röstfrischen 52-Jährigen dazu motiviert hat, sich mit Kaffee selbstständig zu machen, warum auf dem Logo der Eigenmarke „Caffè Gemelli“ Zwillinge sind und wie man den perfekten Kaffee in die Tasse bringt, hat uns der Kronstorfer Unternehmer im Interview erzählt.

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Kaum ein anderer kennt sich hierzulande in Sachen Kaffee so gut aus wie Josef Kirisits. Seine Eigenmarke „Caffè Gemelli“ kann man im Speisewagen der ÖBB und in renommierten Hotels und Gastrobetrieben genießen und über coffeechecker.com auch online bestellen. © Thom Trauner

Wir treffen Josef Kirisits im Firmengebäude der Gemeos GmbH in Kronstorf. Schon beim Eintreten kommt uns ein intensiver Duft von Kaffee entgegen und noch bevor wir mit dem Interview beginnen, haben wir auch schon einen Espresso in der Hand. Im Büro mit stylisher Coffee Bar herrscht reges Treiben, immer wieder kommen Kundschaften, um sich eine Packung „Caffè Gemelli“ und wertvolle Tipps zur Zubereitung zu holen. „‚Gemelli‘ ist das italienische Wort für Zwillinge und bezieht sich auf mich und meinen Zwillingsbruder Bernd, mit dem ich vor zwölf Jahren die Gemeos GmbH gegründet habe“, erzählt Josef Kirisits. Kein Wunder, dass das Konterfei der beiden Brüder auch als Logo auf ihren Produkten und Werbematerialien zu finden ist. 

 

Den ersten Kaffee mit zehn Jahren

Die Liebe zum Kaffee und zu Lebensmitteln wurde den beiden Brüdern quasi in die Wiege gelegt, denn der Firmensitz der Gemeos GmbH ist zugleich auch das Elternhaus der Zwillinge. „Unsere Eltern betrieben hier in der Schulstraße in Kronstorf ein ‚Nah & Frisch‘-Geschäft, in und mit dem wir aufgewachsen sind“, lacht Josef und erzählt, dass er bereits im Alter von zehn Jahren seinen ersten Kaffee getrunken hat. Besonders angetan hat es ihm damals der Linde Kaffee, allerdings nicht wegen dem berauschenden Aroma, sondern aufgrund der Spielzeugfiguren, die den Packungen beigelegt waren. „Als meine Eltern einmal am Sonntagnachmittag bei den Nachbarn waren, habe ich aus allen Linde-Packungen im Geschäft die Cowboyfiguren rausgenommen. Als sie wieder heimkamen, waren sie natürlich not amused“, erinnert sich Josef. 

 

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Das italienische Wort „Gemelli“ bedeutet Zwillinge. Kein Wunder, dass das Konterfei der Zwillingsbrüder Josef und Bernd Kirisits das Logo von „Caffè Gemelli“ ziert. © Thom Trauner

„Caffè Gemelli“ in der ÖBB

Nach ersten Erfahrungen im Geschäft seiner Eltern absolvierte er eine Kaufmannslehre im Pfeiffer Großhandel und war anschließend im Key Account Management von Ybbstaler und Wunderlich tätig. Danach verschlug es den Kronstorfer nach Wien, wo er bis zu Beginn seiner Selbstständigkeit im Vorstand der Julius Meinl Austria GmbH gearbeitet hat. „Schon bei der Firma Pfeiffer habe ich Kaffee eingekauft und dabei ein riesengroßes Interesse für das Getränk, dessen Herkunft und Zubereitung entwickelt. Mein Bruder und ich arbeiteten jahrelang an der Herstellung perfekter Kaffeeblends. Als wir eines Tages mit unseren italienischen Freunden, den Röstmeistern Fabrizio und Corrado, eine perfekte Rezeptur gefunden haben, wurde ‚Caffè Gemelli‘ geboren“, erzählt Josef. Und der Erfolg, den sie mit ihrer Eigenmarke einfahren, gibt ihnen recht. So setzt man in den Speisewägen der ÖBB bis hin zum Hotel Sacher und weiteren namhaften Betrieben in der Hotellerie und im Gastrobereich auf den Kaffee der Kronstorfer Zwillingsbrüder. Aber was macht diesen Erfolg aus? „Alle fünf verschiedenen Sorten ‚Caffè Gemelli‘ beinhalten ausschließlich hochqualitative Kaffeebohnen aus den besten Anbaugebieten der Welt und werden im Land des Kaffees, nämlich Italien, von Fabrizio und Corrado durch Trommelröstung schonend geröstet.“ Außerdem kennt sich in Sachen Kaffee – vom Ursprung bis in die Tasse – hierzulande wohl kaum einer so gut aus, wie Josef Kirisits, der das Unternehmen operativ leitet. Bruder Bernd hingegen steht dem Unternehmen in der Medienarbeit mit Rat und Tat zur Seite.

 

Klimaneutral ohne Kompromiss

Aber nicht nur beim Kaffee, sondern auch in Sachen Bio, Nachhaltigkeit und Klimaschutz kennt Josef Kirisits keine Kompromisse und so ist „Caffè Gemelli“ seit 2019 auch Partner im Klimaschutz und bis in die Tasse CO2-neutral. „Wichtig ist uns aber auch, die eigenen CO2-Emissionen im Unternehmen so gering wie möglich zu halten“, erzählt Josef. Dass das nicht nur heiße Luft ist, beweist er zum einen mit dem Umbau des alten Kaufhauses der Eltern in ein nachhaltiges Bürogebäude, das dank Photovoltaikanlage samt Nachtspeicher zu 100 Prozent energieautark betrieben wird. Zum anderen liefern die Außendienstmitarbeiter die Produkte mit elektrobetriebenen „Caffè Gemelli“-Barista-Fahrzeugen aus. „Zudem unterstützen unsere Kunden mit jedem Kauf unserer Produkte die Erhaltung und Aufforstung des Amazonas Regenwaldes“, schildert Josef Kiristits.

 

Kaffeeplattform Coffeechecker.com

14 Mitarbeiter sind mittlerweile in der Gemeos GmbH tätig. Darunter auch Kirisits‘ Tochter Tina, die die Geschäftsführung für den Bereich Operations, Sales & Marketing bei „coffeechecker.com“ innehat. Die während der Coronakrise entwickelte Kaffeevertriebs-
plattform stellt ausgewählte Sorten sowie Top-Röstereien vor und bietet Kaffeespezialitäten auch online zum Verkauf an. Innovationen und kreatives Denken sind für Josef Kirisits und sein Team eine Selbstverständlichkeit. Seit der Gründung bringt die Gemeos GmbH neben Kaffee auch neue Produkte in die österreichische Gastronomie und in den Lebensmitteleinzelhandel. Gemeinsam mit internationalen Partnern werden Marktstrategien für den heimischen Markt und für Zentral- und Osteuropa entwickelt. „Auf der Suche nach Innovationen sind wir regelmäßig auf nationalen und internationalen Lebensmittel- und Getränkemessen auf der ganzen Welt unterwegs. So haben wir etwa den ersten ‚Hugo‘ in der Flasche und das Cider-Getränk ‚Somersby‘ nach Österreich gebracht“, erzählt Kirisits stolz.

 

Eigenmarken im Lebensmittelbereich

Auch die neue Marke „Alpenbrezl“, das sind knusprige Brezn-Stückerln in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen zum Knabbern, die unter der eigenen Dachmarke „Hey Joe“ vertrieben wird – und die neuen Oreo O’s Cerealien, die die Gemeos GmbH gemeinsam mit der britischen Firma Weetabix Limited auf den Markt gebracht hat, erfreuen sich großer Beliebtheit. Der meiste Umsatz wird allerdings nach wie vor mit der Eigenmarke „Caffè Gemelli“  erzielt, zu der auch immer mehr private Kunden greifen. „Kaffee ist mittlerweile ein Lifestyle-Thema geworden. Was beim Wein der Sommelier, ist beim Kaffee der Barista“, so Kirisits, der in seinem Unternehmen auch Barista-Kurse für Interessierte veranstaltet.  

 

„Einfach ist die Lebensmittelbranche nicht, daher ist es mir wichtig, stabil zu wachsen und prompt sowie verlässlich auf Kundenwünsche zu reagieren. Man muss über enorme Marktkenntnisse verfügen und auch in Sachen Trends ständig am neuesten Stand der Dinge sein. Kaffee und Lebensmittel sind meine Leidenschaft, leider auch Essen und Trinken“, lacht Kirisits, der sich mit Golf und Radfahren fit hält. Aber es zahlt sich aus, immerhin hat die Gemeos GmbH in den zwölf Jahren ihres Bestehens noch keinen einzigen Kunden verloren.  

 

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"Kaffee ist zum Lifestyle-Thema geworden. Was beim Wein der Sommelier, ist beim Kaffee der Barista." - Josef Kirisits

7 Tipps für den perfekten Kaffee

Josef Kirisits erklärt, wie man ganz einfach den perfekten Kaffee zu Hause zubereiten kann. Natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, deshalb werden in Kronstorf auch Barista-Kurse angeboten. 

Infos: www.caffe-gemelli.at, www.coffeechecker.com

 

1. Auswahl der Kaffeebohnen hinsichtlich Aromen

Den Grundstein für perfekten Kaffee legt die Kaffeebohne. Es gibt um die 800 verschiedenen  Kaffeearomen und hier genau das Richtige zu finden, ist nicht einfach. Ich empfehle immer: Try it by yourself! Unsere Faustregel dabei ist die Kombination aus süßen, sauren und bitteren Elementen (50, 30, 20 Prozent).

2. Qualität der Bohnen

Kaffeebohnen haben genauso wie andere Lebensmittel je nach Herkunft, Lagerung und Verarbeitung bestimmte Qualitätsunterschiede. Will man gut zubereiteten Kaffee, sollte man ausschließlich auf ausgezeichnete Qualität setzen. Da man als Endkonsument nicht immer nachvollziehen kann, wie die Herstellung des Kaffees tatsächlich abläuft, ist uns bei Coffeechecker eines besonders wichtig: Qualitätsbohnen von ausgewählten Mikroröstern. Damit sorgen wir für höchste Qualität und regionale Wertschöpfung. 

3. Wasser

Wasser ist beim Kaffee ein essenzieller Part. Dabei sollte man den Härtegrad des Wassers nicht unterschätzen. Dieser sollte im Optimalfall 8 °d und einen pH-Wert von 7,0 aufweisen. Spezielle Filter, wie zum Beispiel von BWT, filtern das jeweilige Leitungswasser schnell und unkompliziert. Man kann aber auch stilles Mineralwasser für die Zubereitung verwenden. 

4. Sauberkeit

Für den idealen Kaffee sollte die Kaffeemaschine alle zwei Wochen gründlich gereinigt und einmal im Monat entkalkt werden. Je genauer und regelmäßiger man dabei vorgeht, desto länger hat man etwas von der Maschine und desto besser wird der Kaffee schmecken.

5. Die richtige Lagerung

Kaffee verträgt sich nicht mit Luft, Feuchtigkeit, Wärme und Licht. Daher sollte der Kaffee gut verschlossen sein, am besten in einer luftdichten Kaffee- oder Tupperdose.  Den Kaffee möglichst an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort, aber niemals im Kühlschrank lagern. 

6. Kein Kaffee vor dem Schlafengehen?

Wer vor dem Schlafengehen nicht auf Kaffee verzichten möchte, sollte diesen „schwarz“ trinken und auf Milch verzichten. Das Koffein in schwarzem Kaffee baut sich in der Regel nach dem Konsum innerhalb von einer halben bis zu einer Stunde ab. Bei der Zugabe von Milch kann sich dieser Prozess auf bis zu acht Stunden verlängern. 

7. Zeit und Genuss

Zwei Punkte zum Abschluss, die jeden Kaffee extra gut werden lassen: Zeit und Genuss. Mahlzeiten, die schnell im Gehen runtergeschlungen werden, werden nie das Erlebnis und den Geschmack geben, wie ein 3-Gänge-Menü. Und genauso sollte es beim Kaffee sein. Es muss keine stundenlange Präzisionsarbeit sein, aber bewusstes Zeitnehmen – bei der Zubereitung und beim Trinken – macht so einiges aus. 

 

 

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Sein Elternhaus in Kronstorf hat Josef Kirisits in ein nachhaltiges Bürogebäude umgebaut. Dank Photovoltaikanlage ist es zu 100 Prozent energieautark. Absolutes Highlight – die moderne Coffee Bar. © Thom Trauner
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© Thom Trauner