Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 03.08.2016

Richtig helfen bei Kindernotfällen

Fieberkrampf, Atemnot, Verkehrsunfall: Erleidet ein Kind einen Notfall, sind beteiligte Erwachsene oft wie paralysiert. Doch bis die Rettung eintrifft, können wertvolle Minuten verstreichen. Deshalb ist es wichtig, auch als medizinischer Laie rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Bild shutterstock_197919716.jpg
© Shutterstock

Klassische Auslöser eines Kindernotfalls sind Krampfanfälle, Atemprobleme, Flüssigkeitsverlust bei Durchfällen und Erbrechen, Unfälle oder Vergiftungen. Florian Wimmer, Anästhesiologe und Intensivmediziner am Klinikum Wels-Grieskirchen, wird als Notarzt auch zu Rettungseinsätzen mit Kinderbeteiligung gerufen. „An der Gesamtheit der Einsätze im Notarztdienst sind Kindernotfälle sehr selten“, sagt Wimmer. „Trotzdem ist jeder Einsatz hier für uns etwas Spezielles. Oft entscheiden die Minuten bis zum Eintreffen eines Rettungsmittels über Leben und Tod. Aus diesem Grund ist die Schulung von Laien in Erste Hilfe umso wichtiger.“ 

Rettungskette beim Kind. Beobachtet ein erwachsener Laie einen Kindernotfall, empfiehlt Susanne Niedersüss-Markgraf, Ärztin für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen und Spezialistin für Neonatologie und Kindernotfälle: „Vorrangig gilt: Selbstschutz geht vor Fremdschutz. Dann prüft man etwa durch lautes Klatschen oder Ansprechen des Kindes, ob es bei Bewusstsein ist.“ 

Ist ein Kind bewusstlos, soll die Rettung alarmiert werden. Jedoch ist zu beachten: „Bei einem Kind heißt es ,Call fast’ im Gegensatz zu ,Call first’. Das bedeutet in der Praxis: Wenn nur eine Person vor Ort ist, werden zuerst Maßnahmen gesetzt und dann die Rettung verständigt“, beschreibt Walter Bonfig, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen, die richtige Vorgehensweise. 

Bild shutterstock_155260565 Kopie.jpg
© Shutterstock

Das können Laien im Notfall tun!

 

A für ATEMWEGE

Zuerst werden durch die richtige Positionierung des Kopfes die Atemwege geöffnet: Bei einem Säugling darf der Kopf dabei nicht überstreckt werden (erst bei Kindern ab einem Jahr), er wird in eine neutrale Position gebracht. Ist ein Fremdkörper zu sehen bzw. zu ertasten, sollte man ihn entfernen. Ist nichts zu sehen, kontrolliert man durch Sehen, Hören und Fühlen, ob eine Atmung vorhanden ist. 

 

B für BEATMUNG

Atmet das Kind nicht, beginnt man mit fünf Initialbeatmungen. Den Säugling am besten in der Neutralposition über Mund und Nase beatmen. Kinder, die älter als ein Jahr sind: Mund-zu-Mund-Beatmung.

 

C für CIRCULATION (Kreislauf)

Gibt das Kind nach den ersten fünf Beatmungen kein Lebenszeichen von sich, startet man die Herzdruckmassage. Hierbei kann man nichts falsch machen. Die aktuellen Empfehlungen für den Laien lauten: 30 Herzdruckmassagen im Wechsel zu zwei Beatmungen, eine Minute lang, wie bei Erwachsenen-Notfällen. In der ersten Minute der Basis-Reanimationsmaßnahmen kann der durch einen Atemstillstand entstandene Herz-Kreislauf-Stillstand eventuell reversibel gemacht werden. Erst nach einer Minute alarmiert man die Rettung und setzt die Maßnahmen fort, bis das Notfallteam eintrifft.

Bild _D823326_Initialbeatmung_Säugling.jpg
Die richtige Beatmung ist wichtig! (© Klinikum Wels-Grieskirchen)