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Lifestyle | 04.02.2022

Räuchern als Frühjahrsputz

„Räuchern kann man immer, nicht nur während der Raunächte“, weiß Pharmazeut Mag. pharm. Alvin Sabanija. Uns hat der Räucher- experte und Betreiber der Bären Apotheke in Linz die besondere Wirkung des Räucherns erklärt.

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© Stefan Kokovic

Im infraCenter in Linz befindet sich die Bären Apotheke. Wenn man diese betritt, fühlt man sich auf Anhieb wohl und merkt nicht, dass man eigentlich in einem Einkaufscenter unterwegs ist. Sofort wird man von einem angenehmen Duft umhüllt und das Sortiment, das Apotheker Alvin Sabanija äußerst stilvoll präsentiert, reicht dank Lifestyle-Artikel und exklusiven Kosmetikprodukten weit über jenes einer herkömmlichen Apotheke hinaus.

 

Räucherexperte und TCM-Meister. Ein großer Teil der Apotheke ist allerdings dem Räuchern gewidmet. Kein Wunder, denn Alvin Sabanija ist nicht nur Pharmazeut mit Leib und Seele, sondern auch TCM-Meister und ein absoluter Räucherexperte. Schon seit Langem setzt sich der Österreicher mit bosnischen und kroatischen Wurzeln intensiv mit diesem Thema und der Wirkung auf unsere Gesundheit auseinander und bietet alles, was man dazu braucht. Erste Erfahrungen mit dem Räuchern machte er in der Apotheke von Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr in Steyr, wo er nach seinem Studium in Wien sein Praxisjahr absolvierte.  „Die Apothekerin Ulrike Mursch-Edlmayr hat sich schon damals, vor 13 Jahren, von anderen Apotheken abgehoben und ich habe bei ihr wahnsinnig viel gelernt, unter anderem auch das Räuchern“, schildert Sabanija. Vor zehn Jahren übernahm er die Bären Apotheke im infraCenter. Seine Erfahrungen und Recherchen über das Räuchern von Kräutern, Blüten und Essenzen, die er sich auf verschiedenen Reisen, wie etwa zum Shaolin-
Kloster im Norden von China, angeeignet hat, teilt er nicht nur mit den Kunden in der Apotheke, er bietet auch Vorträge, Seminare und Workshops an.  

 

Uralte Tradition. „Räuchern ist eine uralte Tradition, schon unsere Vorfahren haben Räume und Kuhställe mit Wacholder geräuchert und auch das Räuchern in den Raunächten wird in unseren Breiten immer beliebter“, erzählt der Apotheker. „Räuchern hilft dabei, uns in einer natürlich duftenden und harmonischen Atmosphäre wohlzufühlen oder eine gewünschte Qualität in einem Raum zu schaffen. Räuchern kann entspannend, beruhigend, ausgleichend aber auch stimmungsaufhellend und konzentrationsfördernd wirken. 

 

Augen zu und riechen. Die unzähligen Räucherwerke, die Sabanija in seiner Apotheke anbietet, tragen klingende Namen wie „Friede und Harmonie“, „Loslassen“ oder „Kraft der Liebe“. Die Wahl fällt also schwer. „Am besten die Augen schließen, riechen und sich fragen, woran einen der Duft erinnert. Denn Gerüche werden immer als eine positive oder negative Wahrnehmung gespeichert. Nicht umsonst heißt es in zwischenmenschlichen Beziehungen, dass man jemanden gut riechen kann. Am Ende wählt man jenen Duft, der einem am meisten anspricht“, erklärt der Räucherexperte. 

 

Man räuchert immer für etwas. Was braucht man nun zum Räuchern? „Das Wichtigste sind Zeit, Ruhe, Achtsamkeit und eine positive Einstellung“, erklärt Sabanija. „Man soll sich immer darauf besinnen, was man erreichen will und dort seinen Fokus hinlegen – und ganz wichtig: Man räuchert immer für und nie gegen etwas. Zum Beispiel für das Wohlbefinden, für die Familie, das Team in der Firma oder die Beziehung.“ Durch unsere Sinnesrezeptoren in der Nase werden Rauch und ätherische Öle aufgenommen und zu unserem vegetativen Nervensystem weitergeleitet. Das wirkt sich gut auf das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden aus, die dadurch eine besonders positive Raumenergie vermitteln.

 

Drei Schritte. Beim Ausräuchern von Räumen geht man immer in den drei Schritten Reinigen, Energetisieren und Aufbauen vor. „Natürlich hat das Räuchern in den Raunächten eine lange Tradition, aber räuchern kann man zu jeder Zeit. Zum Beispiel wenn dicke Luft zu Hause oder im Büro ist, wenn man etwas für das Wohlempfinden tun möchte und auch zum Gästeempfang, was heute noch in arabischen Ländern gemacht wird, aber auch ganz banal, um Insekten zu verscheuchen“, erklärt Alvin Sabanija. 

Räuchern, so geht's!

Grundausstattung:

Zum Räuchern braucht man: ein feuerfestes Räuchergefäß mit einer Schicht Sand, hochqualitative Räucherkohle (in keinem Fall Grillkohle), eine Kohlenzange und einen Räucherlöffel aus Metall. Rein pflanzliches Räucherwerk (drei bis vier Mischungen) und eine Räucherfeder zum Anfächeln der Kohle und Verteilen des Duftes.

 

Handhabung:

1. Die Kohle mit der Kohlenzange halten und über einer Flamme entzünden, dann in das Räuchergefäß auf den Sand legen und ca. 10 Minuten durchglühen lassen.

2. Wenn die Kohle an der Oberfläche weiß ist, eine Prise Räucherwerk mit einem Löffel auflegen und danach den Räucherduft genießen, als ob man an einer Blume riecht (nicht inhalieren) oder mit dem Gefäß durch den Raum gehen und den Räucherduft verteilen. 

3. Wenn der Duft brenzlig wird, das Räucherwerk mit dem Löffel von der Kohle schieben und im Sand abdämpfen. 

 

Räume räuchern, in drei Schritten:

1) REINIGEN: reinigendes Räucherwerk auf die Kohle geben, gegen den Uhrzeigersinn den Raum räuchern. Räucherwerk von der Kohle entfernen, wenn es beginnt, brenzlig zu riechen – eine neue Prise auflegen, danach Fenster öffnen und den Raum gut lüften.

2) HARMONISIEREN: harmonisierendes Räucherwerk auf die Kohle geben, in 8er-Schritten den Raum räuchern. Räucherwerk entfernen und etwas nachlegen, bis der ganze Raum fein und angenehm duftet. 

3) ENERGIEAUFBAU: aufbauendes Räucherwerk auf die Kohle geben und im Uhrzeigersinn räuchern. Räucherwerk entfernen und neues nachlegen, bis ein angenehmer Duft den Raum erfüllt. 

 

Infos zu Workshops und Vorträgen unter E-Mail: [email protected]