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Lifestyle | 25.06.2018

Perfekte Familienidylle? Muss nicht sein!

Wenn Elena Uhlig samt Mann Fritz Karl und Kindern eine Reise tut, dann kann sie was erzählen. Ihre Erlebnisse hat sie nun in einem Buch zusammengefasst. Weil schlimmer geht bei ihr immer!

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© Thomas Dashuber

Familienurlaube sind eine Herausforderung – besonders für die deutsche Schauspielerin Elena Uhlig. Für die mittlerweile vierfache Mama beginnt der Wahnsinn beim Aussuchen des Reiseziels, gipfelt zwischenzeitlich beim Packen der Koffer und endet am Flughafen mit der ständigen Sorge, dass keines der Kinder verloren geht. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse hat sie nun in dem Buch „Qualle vor Malle“ zusammengefasst. Wir haben mit der 42-Jährigen, die mit ihrem Lebenspartner, dem Schauspieler Fritz Karl, und den vier Kindern im Salzkammergut lebt, gesprochen – über ideale Reiseziele, die perfekte Familien­idylle und warum sie immer ihr Kopfkissen mit in den Urlaub nimmt. 

 

Was ist grundsätzlich das Wichtigste, wenn man mit Kindern Urlaub macht?

Elena Uhlig: Flexibel zu bleiben – und zwar alles betreffend. Der Herr Karl (Lebenspartner Fritz Karl, Anm. d. Red.) sagt dazu: Der beste Plan scheitert mit dem ersten Feindkontakt. Diese Aussage stammt angeblich von einem Feldwebel und bedeutet in der Praxis: Meistens ist am Flughafen schon alles anders, als man es eigentlich geplant hatte. Außerdem finde ich es wichtig, darüber lachen zu können. Es muss nicht immer die perfekte Familienidylle sein.

 

Sie verreisen mittlerweile mit vier Kindern. Wird es mit der Anzahl der Kinder leichter, schwieriger oder bleibt der Wahnsinn schlichtweg der gleiche?

Der Wahnsinn bleibt der gleiche – wobei wir mit vier Kindern ja noch nicht in den Urlaub gefahren sind (Anm. d. Red.: Töchterchen Hedda ist Ende Februar auf die Welt gekommen). Da ich die Kleine noch stille, mache ich mir ständig Sorgen, ob alles klappt und sie auch genug bekommt. Ich mache mir immer Gedanken, dass meine Kinder womöglich zu wenig essen – das ist auch im Urlaub so.

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schnappschüsse aus dem Urlaub. Privat und ungeschminkt: die Schauspielerin mit ihrem Lebenspartner Fritz Karl (© privat)

 

Gibt es ideale Reiseziele für einen Urlaub mit Kindern? Was würden Sie nach einigen Jahren Erfahrung empfehlen?

(überlegt) Meine persönliche Wunschvorstellung wäre ein Apartment in einem Hotel. Wo man das Frühstück im Hotel nützen kann, aber auch eine eigene Küche hat – und ausreichend Platz! Besonders als Familie braucht man Platz, um sich ausruhen zu können. In einem Hotelzimmer ist meist alles sehr beengt. Zustellbett, überall Klamotten und Sand – ein Albtraum!

 

Sie haben in Ihren Urlauben ja schon einiges erlebt – unter anderem ist eines Ihrer Kinder mal „verloren“ gegangen. War das Ihr schlimmstes Urlaubserlebnis?

Ich wollte das mit einem Augenzwinkern erzählen, weil es im Nachhinein ja ganz lustig ist. Aber in dem Moment, in dem man verzweifelt nach seinem Kind sucht, zieht es einem die Schuhe aus. Mein schlimmstes Erlebnis hatte ich jedoch ohne Familie. Das war während der Dreharbeiten zum „Traumschiff“. Wir haben in Botswana in einer Lodge gedreht und das war für mich so etwas wie eine Begegnung der dritten Art. Zu dieser Lodge gelangte man nämlich nur über eine lange Brücke, und die Lodge selbst war ein großer Raum, der lediglich mit Moskitonetzen von der Außenwelt abgetrennt war. Unser Guide sagte, dass wir abends nicht mehr raus dürfen – wegen der wilden Tiere und so. Und wenn man dennoch einem Löwen begegnen würde, solle man sich ganz langsam zurückziehen. Hallo?! Geht‘s noch? In so einer Situation würden bei mir ganz klar alle Zeichen auf „Flucht“ stehen – und zwar so schnell wie möglich. Das war ein schreckliches Erlebnis und für mich war klar, dass ich dort keine Nacht alleine verbringen würde. Eine Safari wäre also nichts für mich und schon gar nicht mit den Kindern. Ebenso wenig wie eine Schifffahrt. Grundsätzlich finde ich Kreuzfahrten toll, aber nicht, solange unsere Kinder nicht ordentlich schwimmen können. Minimum: Fahrtenschwimmer!

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BUCHTIPP: Elena Uhlig, „Qualle vor Malle“, Knaur Verlag, € 13,40

Bereitet Ihnen die Packerei immer noch so viel Stress? Und gibt es etwas, das Sie auf jeder Reise dabei haben?

(stöhnt) Ja, das Packen ist ein Albtraum! Zumal aus meinem Reisekissen, das ich immer mit dabei habe, schon zwei Kissen geworden sind. Das macht die Packerei nicht gerade einfacher. Ich muss aufpassen, dass ich nicht demnächst auch noch die Decke mitnehme (lacht). Außerdem braucht man mit Kindern immer so viele Sachen zum Wechseln. Man weiß schließlich nie, was kommt, und wenn – wie zuletzt passiert – sich ein Kind vollkotzt, dann muss man dafür gerüstet sein.

 

Beim Lesen fand ich es sehr beruhigend, dass es Ihnen nicht anders geht als den meisten Mamas dieser Welt ...

Es war mir beim Schreiben auch wichtig, zu vermitteln, dass es allen gleich geht. Da relativiert sich das eigene Drama ein bisschen, wenn man liest, dass ich in Irland vor lauter Angst in einen Eimer gepinkelt habe. Und man kann beruhigt sagen: Die ist ja noch bekloppter als ich (lacht).

 

Und wo geht es in diesem Jahr für Sie und Ihre Familie hin?

Ich frohlocke, dass es diesen Sommer wirklich die Ostsee wird.

 

Wie haben Sie das gemacht? Ihren Erzählungen nach ist die Ostsee nicht unbedingt das Lieblingsreiseziel von Herrn Karl ...

Das stimmt! Und darum habe ich einen Trick angewendet und eine schöne Lesung ausgemacht. Und wenn wir dann schon mal dort sind, können wir auch gleich wunderbar Urlaub machen. Ich muss das strategisch angehen, aber die Chancen stehen gut, dass ich heuer mitsamt Herrn Karl und unseren vier Kindern an die Ostsee komme.