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Lifestyle | 14.04.2020

Oberösterreich kocht

Fans der LT1-Kochsendung „Oberösterreich kocht“ können aufatmen. Silvia Schneider hat nun mit dem Traunerverlag ein Kochbuch mit 70 Rezepten zum Nachkochen herausgebracht.

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Charmant und bodenständig führt Silvia Schneider jede Woche auf LT1 durch die Sendung „Oberösterreich kocht“. Nun hat die Linzerin ein Kochbuch mit Rezepten aus der Sendung auf dem Markt gebracht. © Dominik Derflinger

Vor 15 Jahren haben Silvia Schneider und Didi Maier beim oberösterreichischen Regional-TV-Sender LT1 (damals noch Linzer Stadtfernsehen) zu arbeiten begonnen. Heute ist Didi Maier Geschäftsführer von  LT1. Silvia Schneider ist dem Sender als Moderatorin all die Zeit treu geblieben und moderiert seit jeher das Erfolgsformat „Oberösterreich kocht“, das jeden Samstag Kochinteressierte und Genussspechte vor den Fernseher lockt. Nun hat die beliebte Moderatorin und Designerin, die neuerdings in der Sendung „Dancing Starts“ auch überdurchschnittliche Tanzqualitäten beweist, ein Kochbuch mit 70 Rezepten  aus der Sendung „Oberösterreich kocht“ herausgebracht. In der gemütlichen Gastube von „Göttfried“ in Linz haben uns Silvia Schneider und Didi Maier erzählt, was eine gute Kochsendung ausmacht und sie haben uns verraten, was ihnen in Sachen Essen und Kochen wichtig ist. 

 

OBERÖSTERREICHERIN:  Silvia, was hat Sie nun dazu bewogen, ein Kochbuch zu machen?

Silvia Schneider: Unsere  Fans und Zuseher wünschen sich schon lange eine Zusammenfassung der Gerichte aus der Sendung „Oberösterreich kocht“. Aber ich muss gestehen, dass ich das Kochbuch auch ein bisschen für mich selber gemacht habe. Wenn ich Gäste einlade, weiß ich auf die Schnelle nie, was ich kochen soll, da ist das Buch eine ideale Denkhilfe.

 

Mit 70 Rezepten ist das Kochbuch auch recht umfassend geworden. Aus welcher Feder stammen die Rezepte?

Didi Maier: Die 70 Rezepte sind von unseren drei aktuellen Fernsehköchen:  der quirligen Jungköchin Monika Dornetshuber, dem ruhigen Haubenkoch Lukas Kienbauer und dem humorigen  Sternekoch Christian Göttfried. Diese drei verkörpern „Oberösterreich kocht“ perfekt und alle Rezepte im Buch wurden bereits in der Sendung vorgestellt. 

 

Welche Gerichte schaffen es in die Sendung, wie wird da ausgewählt?

Silvia Schneider: Wir wissen, dass vor dem Bildschirm keine Spitzenköche sitzen, sondern Menschen mit einer Leidenschaft fürs Kochen. Sie sollen die Rezepte einfach nachkochen können. 

Didi Maier: Wichtig ist, dass die Zutaten regional sind. Die Gerichte vom Kochbuch findet man tatsächlich auch immer wieder auf den Speisekarten unserer Fernsehköche. Von Monika Dornetshuber weiß ich, dass am Sonntag oft Gäste ins Wirtshaus kommen und sie in der Küche besuchen, weil sie die Fernsehköchin sehen wollen. Das ist eine schöne Reaktion auf die Sendung.

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Bei „Göttfried“ in Linz haben uns Silvia Schneider und Didi Maier das Erfolgsrezept von „Oberösterreich kocht“ verraten und auch privat aus dem Nähkästchen geplaudert. © Dominik Derflinger

Was macht eine gute Kochsendung aus?

Didi Maier: Man braucht für die Sendung immer jemanden der gut kochen kann und eine Moderatorin, die durch die Sendung führt. „Oberösterreich kocht“ ist die aufwändigste und auch teuerste Produktion, die wir machen. Wir drehen immer drei Sendungen an einem Tag, da muss alles ruckzuck gehen. Silvia macht die Moderation perfekt.

 

Was ist Ihnen bei einer Kochsendung als Moderatorin wichtig Silvia?

Silvia Schneider: Es kommt immer darauf an, mit wem man kocht und deshalb ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Hochgestochene Küchensprache funktioniert nicht, man muss die Fragen aus der Sicht der Zuseher stellen. Es ist mir auch ganz wichtig, die besten Tipps von den Köchen zu bekommen. In „Oberösterreich kocht“ wollen wir rüberbringen, dass Kochen Spaß macht und einfach ist. 

 

Obwohl die Leute immer weniger selbst kochen, boomen Kochsendungen unaufhaltsam, woran liegt das?

Didi Maier: Als wir mit dem Format „Oberösterreich kocht“ begonnen haben, dachten wir nicht, dass die Sendung so lange Bestand haben würde. Damals hat jeder Fernsehsender eine Kochsendung gemacht. Wir nahmen an, dass dieser Trend vier, höchstens fünf Jahre anhalten würde. Aber wir haben uns getäuscht, denn mittlerweile ist eine Kochsendung genauso ein fixer Bestandteil eines TV- Senders, wie die Nachrichten und das Wetter. Über diese Themen reden die Leute. 

Silvia Schneider: Ich glaube nicht, dass die Menschen weniger kochen und merke immer mehr, dass ein gewisser Trend zum Kochen und über Ernährung allgemein spürbar ist. Es ist großartig, dass LT1 damals mutig genug war, eine so aufwändige Kochsendung ins Programm zu nehmen. Heute ist das Format nicht mehr wegzudenken. 

 

Silvia, Sie holen immer wieder auch Prominente an den Herd. Wie kommen diese bei den Zuschauern an?

Silvia Schneider: Egal, wie sehr jemand für öffentliche Auftritte geschult ist, in dem Moment, wo er am Herd steht und tätig wird, wird jeder zur Privatperson. Ganz ehrlich, wem gefällt es nicht, den Landeshauptmann beim Zwiebelschneiden zu sehen? 

Didi Maier: Landeshauptmann Thomas Stelzer hat übrigens nach der Sendung, in der er gekocht hat, angerufen und uns mitgeteilt, dass er noch nie so viele Rückmeldung auf eine Fernsehgeschichte bekommen hat, wie beim Kochen. 

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Für Silvia Schneider ist Kochen Entspannung. © Dominik Derflinger

Silvia, wie wir vor Kurzem gesehen haben, können Sie nicht nur kochen, sondern auch tanzen. Gibt es da Parallelen?

Kochen und tanzen gehören für mich zusammen, weil man beides mit ganz viel Leidenschaft machen muss. Beim Kochen wie beim Tanzen muss man offen dafür sein, Fehler zu machen. Man muss mutig genug sein, um etwas Neues auszuprobieren und man muss die nötige Energie haben, das Ergebnis ansprechend zu servieren. Das gilt für Publikum und Gast gleichermaßen.

 

Ist Kochen eine Leidenschaft Silvia?

Ja, ich habe schon immer sehr gerne gekocht. Von meiner Oma und auch durch die Kochsendungen habe ich viel gelernt. Ich koche gerne zur Entspannung, aber auch für viele Gäste. Habe ich für dich eigentlich einmal gekocht, Didi?

Didi Maier: Ja Schweinsbraten!

Silvia Schneider: Ich glaube, das war eine andere (lacht). Aber ich kann einen sehr guten Schweinsbraten machen.

 

Können Sie kochen, Didi?

Dazu nur soviel: ich bin ein ausgezeichneter Esser! Kochen kann ich leider nicht. Aber ich kaufe gerne die Lebensmittel, zubereiten muss sie dann halt jemand anderer. Ich lege großen Wert auf regionale und saisonale Lebensmittel und bin gerne in Hofläden unterwegs.

 

Ihr Lieblingsgericht?

Silvia Schneider: Ich bin ein großer Fan von Hausmannskost, vor allem von Knödel. Ich mag aber auch eine sehr gesunde Küche. Je nachdem, was der Körper verlangt.

Didi Maier: Leberknödelsuppe! Ich mag es gerne deftig und bodenständig. Bei mir muss was am Teller liegen. Ein Abend mit einem siebengängigen Menü ist gar nicht meines.

 

Silvia, Sie produzieren im Moment mit Ihrer Produktionsfirma eine Sendung für den ORF. Können Sie schon mehr verraten?

Wir starten im Herbst mit einem neuen Format, wo wir in Österreichs Kochtöpfe blicken. Von Montag bis Donnerstag kochen wir mit bekannten Köchen im Studio und jeden Freitag bin ich in den unterschiedlichen Bundesländern unterwegs und zeige den Zusehern, was man kulinarisch und auch in Sachen Freizeit machen kann. In 167 Folgen zeigen wir die Schönheit Österreichs, die gute Küche und die Menschen, die dahinter stehen.

 

Silvia, was muss ein Mann bei Ihnen besser können – kochen oder tanzen?

Ich bin draufgekommen, dass Männer, die nicht tanzen können, meistens eher fad sind. Ich würde bei einem Mann sogar das Tanzen gegenüber dem Kochen bevorzugen. Wenn es im Doppelpack kommt, dann sehr gerne.


Didi, muss Ihre Traumfrau kochen können?

Müssen nicht, aber sie sollte es können. Tanzen kann ich jedenfalls! (lacht)

Rezepte aus dem Kochbuch: Oberösterreich kocht
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Das Kochbuch "Oberösterreich kocht" ist ab Mitte April im Buchhandel, bei LT1 und im Trainer Verlag erhältlich. ISBN 978-3-99062-686-3

 

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Geschmortes Hendl mit Mailänder Risotto

 

Zutaten für 4 Personen

200 g Risottoreis

1 Schalotte, fein gehackt

100 ml Weißwein

1 Prise Safran

ca. 800 ml heiße Gemüsebrühe

Salz, Pfeffer

50 g Butter

40 g Rinderknochenmark (gegart und gehackt)

50 g geriebener Parmesan

1 Hendl

Salz

Saft von einer Zitrone

Olivenöl

 

Zubereitung

Für das Risotto den Reis mit der Schalotte in Olivenöl anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen, Safran hinzufügen und unter ständigem Rühren nach und nach mit Brühe aufgießen und zur gewünschten Konsistenz garen. Würzen und zuletzt die kalte Butter, das Knochenmark und den Parmesan einrühren.

Parallel dazu das Backrohr auf 170 °C vorheizen.

Inzwischen das Hendl vierteln und eventuell auslösen. Mit Salz und Zitronensaft würzen und in einer heißen Pfanne in Olivenöl anbraten. Danach für zehn Minuten ins Backrohr schieben.

 

Fertiges Risotto auf den Tellern verteilen, Hendlviertel drauflegen und mit Bratensaft garnieren.

 

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Gebackene Zwetschken-Knödel

 

Zutaten für 4 Personen

1 kg Kartoffeln, mehlig

2 Eier

Salz

250 g Mehl, glatt

8 Zwetschken

Butter

 

Royal (Guss)

500 ml Milch

2 Eier

 

Staubzucker

 

Zubereitung

Kartoffeln kochen, schälen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. 

Kartoffeln mit Eiern, Salz und Mehl zu einem glatten Teig kneten. Daraus eine Rolle formen. Diese Rolle in acht Scheiben teilen. Je eine Zwetschke in eine Teigscheibe drücken und zu einem Knödel formen.

Das Backrohr auf 180 °C vorheizen.

Die Zwetschkenknödel in eine mit Butter bestrichene, feuerfeste Form geben und im Backrohr ca. 45 Minuten goldgelb backen.

Inzwischen die Zutaten für die Royal mixen.

Die Royal über die goldgelben Zwetschken­knödel gießen und ca. 15 Minuten unter Beobachtung fertig backen.

Knödel auf Tellern anrichten und sofort mit Staubzucker bestreuen.