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Lifestyle | 16.05.2018

Nunu erobert die Welt

Nunu ist erst zweieinhalb Jahre alt, hat aber mit seiner Mama schon fast die ganze Welt bereist. Über die Abenteuer, Erlebnisse und Entdeckungen berichtet Jennifer Schweinzer auf ihrem Blog.

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Südafrika. Jennifer und Sohn Nunu blicken von oben auf die Stadt herab. © beigestellt

Würde der zweijäh­rige Nuriel („Nunu“) schreiben können, hätte er schon längst ein Buch über seine bisherigen Reise-Abenteuer veröffentlicht. Aber um das Schreiben kümmert sich einstweilen Mutter Jennifer Schweinzer-Tropper (29), die auf ihrem Travelblog „Nunu-reist.at“ über ihre ­Erlebnisse mit Sohn Nunu berichtet.

Fragen. Die Lehrerin startete ­ihren Blog erst, nachdem sie mit Nunu schon ein Jahr unterwegs war. „Ich habe ja recht früh begonnen, mit Nunu zu verreisen. Bei seiner ersten Reise nach ­Zypern war er gerade einmal sieben Wochen alt. Ich habe zuerst ­g­eschaut, ob ich öfter weg bin, sonst wäre das nicht repräsentativ gewesen. Es kamen schon viele Fragen von Verwandten und ­Bekannten, wie wir das ­machen.“ Ihre Reiselust stößt nicht nur auf ­Interesse und Staunen, oft muss Jen­nifer sich ­viele Fragen und negative Kommen­tare anhören. „Wird das dem Kind nicht zu viel?“ Auch Sorgen um die ­erhöhte Strahlenbelastung durch das häufige Fliegen sind groß. „Ich höre aber gar nicht mehr hin. Irgendwann prallt es an ­einem ab.“ Es sind vor ­allem Stimmen, die behaupten, dass das Reisen mit Kleinkind nichts bringe, da sich das Kind nicht mehr daran erinnere. ­Jennifer hat für solche Aussagen gar kein Verständnis: „Gerade in den ersten Lebens­jahren wird der Grundstein ­gelegt. Jeder, der Nunu kennt, weiß, dass er ein offenes Kind ist. Das hängt sicherlich auch mit dem Reisen zusammen. Natürlich wird mein Sohn sich an viele Sachen nicht erinnern können, aber das ist bei uns Erwachsenen nicht anders. Wenn man etwas Schönes ­erlebt, muss man sich nicht an alles erinnern.“ Zusatz: „Dann könnte ich mein Kind gleich die ersten drei ­Jahre in eine Ecke setzen und nichts mit
ihm machen.“


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Globetrotter. Erst zwei Jahre jung und schon fast überall auf der Welt gewesen: Nunu mit seiner Mama. © beigestellt

Reisen statt Urlauben. Wer aber glaubt, die Familie sei sehr vermögend, um sich die vielen Reisen leisten zu können, irrt. Jennifer arbeitet Teilzeit als Lehrerin, ihr Mann ist selbstständig. Gereist wird trotzdem jeden Monat – aber nicht Urlaub gemacht. Darauf legt die Familie wert. „Wir halten unsere Fixkosten so niedrig wie möglich. Wir besitzen kein Auto, ­teure Markenkleidung kaufen wir auch nicht. Und es gibt einen Unterschied zwischen Reisen und Urlaub. Viele ­machen All-inclusive-Urlaube in teuren Hotels. Wir wollen die Kultur und die Menschen kennenlernen. Unsere Reisen buchen wir ein paar Monate im Voraus. Wir sind viel mit einem Miet­auto ­unterwegs und nutzen Airbnb. Das spart einiges an Geld.“

Länder. Vor ein paar Monaten ­reiste Jennifer mit dem kleinen Nunu sogar nach Südafrika. Wir haben nicht in Hotels geschlafen, sondern „couchgesurft“. Alleine oder unsicher hat sie sich dabei nie gefühlt: „Ich dachte, ich schaue, ob es dort Leute mit Kindern gibt, die haben mehr Verständnis für meine Situation. Bei jedem Stopp habe ich nette Hosts gefunden, die sich Zeit genommen und uns herumgeführt ­haben. Sicher gab es Zweifel, ob ich alleine mit Nunu fliegen sollte. Doch dann dachte ich mir: ‚Wieso eigentlich nicht?‘ Zu Hause bin ich auch mit meinem Sohn alleine. Das werde ich in einem anderen Land auch schaffen.“ Neben Südafrika ist die junge Mutter mit ihrem Sohn auch schon nach ­Japan und Australien gereist. Ein Land aber hat ihre Erwartungen übertroffen: „Island! Die Natur ist atemberaubend und die Menschen sind sehr nett. Ich ­möchte bald wieder dorthin.“

Pläne. Ihre Reisepläne sind noch lange nicht zu Ende. Im Sommer erfüllt sich Jennifer einen großen Wunsch und wird mit Nunu und ihrem Mann zwei Monate lang Südamerika entdecken. „Chile und Argentinien stehen weit oben auf meiner Liste“, erzählt sie aufgeregt. Ihren Plan, alle europäischen Länder vor ihrem dreißigsten Geburtstag zu bereisen, verfolgt sie auch ehrgeizig. „Mir fehlen nur noch Ukraine und Belarus.“ Aber wir sind uns sicher: Diese Städte wird sie bis Oktober noch schaffen.