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Lifestyle | 13.10.2020

My Home is my Castle...

... lautet seit Corona mehr denn je die Devise bei den Oberösterreichern. Laut einer aktuellen Umfrage ist vor allem die Nachfrage nach Häusern explodiert. Wir haben bei Immobilien- und Wohnbauexperten nachgefragt.

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© Shutterstock

Die Corona-Pandemie ließ unser Zuhause in einem neuen Licht erscheinen. Die eigenen vier Wände wurden zum permanenten Aufenthaltsort und von einem Tag auf den anderen war der Wohnraum Homeoffice und Unterrichtsort zugleich. Das wirkt sich auch beim Immobilienkauf und bei Investitionen ins eigene Heim aus. Laut einer im Juli veröffentlichten Studie von Erste Bank und Sparkasse ist jeder zweite Österreicher derzeit aktiv auf der Suche nach einer neuen Immobilie. Vor allem die Nachfrage nach Häusern ist explodiert und hat sich verdreifacht. 

Prioritäten haben sich verändert. „Die intensive Zeit zu Hause hat die Prioritäten beim Wohnen verändert und zu einer deutlichen Neuausrichtung bei den Österreichern geführt“, schildert  Markus Dejmek, Österreich-Chef von ImmoScout24. Die Auswertung der Suchprofile auf seiner Immobilien-Plattform  sowie eine Innofact-Umfrage unter 500 Österreicherinnen und Österreichern zeigt eine sehr hohe Umzugsbereitschaft. Herausgekommen ist, dass  immerhin  53 Prozent aktiv nach einer neuen Immobilie suchen. Dabei stehen in erster Linie Wohnungen und Häuser mit Freiflächen ganz hoch im Kurs. Für 31 Prozent der Befragten ist vor allem auch der Wunsch nach einem Balkon oder Garten der Grund für die Suche – ein Viertel hingegen benötigt einfach mehr Platz für Homeoffice oder die Kinder. 

 

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In der Stadt werden Wohungen mit Balkon, Terrasse oder Eigengarten stark nachgefragt. ( © Shutterstock )

Haus mit Garten gesucht. Der höchste Anstieg an Immobilien-Suchanfragen nach Häusern sei laut ImmoScout24-Nachfrageanalyse in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark zu verzeichnen. Dabei sind Häuser in Oberösterreich und der Steiermark bei den potenziellen Mietern oder Käufern derzeit sogar drei Mal so beliebt wie noch vor der Krise. Das ist auch kaum verwunderlich. „Denn die Immobilie war und ist in Krisenzeiten immer eine beliebte Anlageform“, weiß Dejmek. 

Ähnlich sieht das auch Bernhard Reikersdorfer, der Geschäftsführer von RE/MAX Austria. Seiner Ansicht nach hat ein Einfamilienhaus im Grünen, mit guter Verkehrsanbindung und der Nähe zu einem Ballungszentrum, auch in den nächsten Jahren eine gute Chance auf Wertsteigerung – egal ob für die Eigennutzung oder für Investoren zur Weitervermietung. „Aufgrund der niedrigen Zinsen und der fehlenden alternativen  attraktiven Geldanlageformen ist ein Investment in eine Immobilie aktuell sicherlich interessant. Im Bereich der Eigentumswohnungen sind derzeit Renditen – je nach Lage und Region – zwischen zweieinhalb und fünf Prozent erzielbar“, so Reickersdorfer. 

Lage, Lage, Lage. Dass das Interesse an Immobilien nach wie vor sehr groß ist, bestätigt man uns auch bei Compact Immobilien mit Sitz in Linz. „Vor allem jene, die schon seit Längerem überlegen, ob sie eine Wohnung als Anlage erwerben sollen, haben diese Zeit des Lockdowns als letzten Anstoß für die Entscheidung genutzt. Das geflügelte Wort in der Immobilienbranche ‚Lage, Lage, Lage‘ hat nach wie vor seine Gültigkeit, jedoch ist der Suchradius rund um die sogenannten Ballungsräume größer geworden. Ein wesentlicher Punkt ist natürlich der Kaufpreis, unabhängig davon, ob es sich um eine Wohnung oder ein Haus handelt“, erklärt Traudlinde Kremsner, die bei Compact Bau für Verkauf und Marketing zuständig ist. Die Immobilienexpertin weiß aus erster Hand von Interessenten und Kunden, dass die Wohnung in der Stadt künftig unbedingt einen Balkon, eine Terrasse oder einen Eigengarten braucht. Das Haus im Speckgürtel hingegen punktet mit Garten, Keller und Pool – das Ganze zu einem leistbaren Preis. 

 

 

 

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Durch Corona wurde uns allen die Bedeutung von ‚My home is my castle and my office‘ bewusst. - Traudlinde Kremsner Verkauf & Marketing Compact Bau

Bewusstseinsänderung. Laut Markus Dejmek ist der Boom bei der Immobiliensuche derzeit nicht nur auf eine Investitionsmöglichkeit zurückzuführen, sondern auch auf das Bedürfnis nach einem lebenswerten Wohnumfeld, in dem man eine außergewöhnliche Situation, wie einen Lockdown, gut überstehen kann und genug Platz für Homeoffice und Homeschooling hat. Diese Bewusstseinsänderung ist auch bei den Kunden von Compact Bau zu spüren. „Durch Corona wurde uns allen die Bedeutung von ‚My home is my castle and my office‘ bewusst. Bei Häusern haben wir schon immer Wert auf ein zusätzliches Zimmer gelegt, welches als Büro oder Gästezimmer benutzt werden kann. Vielleicht verschiebt sich die Nachfrage von kleineren Wohnungen mit zwei Zimmern in Richtung drei Zimmer. Das ist allerdings wieder eine Preisfrage“, so Traudlinde Kremsner. Sie ist davon überzeugt, dass Aspekte wie Nachhaltigkeit, schnelles Internet für Büro und Streaming-Dienste, Infrastruktur, autarke Energiesysteme und Sharing von Ressourcen etc. in Zukunft an Wichtigkeit gewinnen werden.

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Die Immobilie war und ist in Krisenzeiten immer eine beliebte Anlageform. - Bernhard Reikersdorfer GF RE/MAX Austria