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Lifestyle | 27.07.2021

Mobilität mit Hausverstand

Warum Klimaneutralität bis 2040 Utopie ist, wie er die Probleme mit der Raserszene angeht und welche Projekte künftig Priorität haben, hat uns Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) erzählt.

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© FPÖ Oberösterreich

Vom Straßenbau über Brückenerhaltung und öffentlichen Verkehr bis hin zur Verkehrssicherheit – als Verkehrslandesrat hat Günther Steinkellner seit sechs Jahren ein sehr umfangreiches Tätigkeitsfeld rund um die Mobilität inne. Politikmüde ist der 59-jährige Jurist nicht, im Gegenteil – er blickt voll Elan Richtung Zukunft. 

 

OBERÖSTERREICHERIN: Herr Landesrat, wie war die  Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP die vergangenen sechs Jahre und welche Chancen hat die FPÖ bei den Landtagswahlen im Herbst?
Günther Steinkellner: Nach sechs harten Arbeitsjahren für Oberösterreich können wir als Koalition einiges vorzeigen. Ich bin überzeugt, dass die Arbeit von Manfred Haimbuchner, Wolfgang Klinger und mir Früchte trägt und die Wähler erreicht. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir ein positives Ergebnis einfahren werden. 

 

Was waren die Meilensteine, die Sie in den vergangenen sechs Jahren erreicht haben?
Die Einigung über den Ausbau der Stadtbahnen im Zentralraum sowie die Lösungen der Brückenproblematik in Linz, Mauthausen und Riedersbach. Auch im Bereich der Verkehrssicherheit setzten wir neue Maßstäbe, indem wir immer wiederkehrende Probleme mit der Roadrunner- und Raserszene effizient anzugehen versuchen. Wir werden nicht müde, dringend notwendige Maßnahmen vonseiten der Bundesregierung einzufordern. 

 

Was muss getan werden, um künftig in Oberösterreich ein vernünftiges Zusammenspiel von Individual- und öffentlichem Verkehr zu erreichen?
Der öffentliche Verkehr soll weiter ausgebaut werden, klimaneutrale Antriebsmöglichkeiten und Technologien gefördert und eine bessere Auslastung von PKWs im Sinne von Fahrgemeinschaften forciert werden. Kurze Strecken können hier und da auch mit dem Rad, einem Elektroroller oder zu Fuß bewältigt werden. Dafür muss die Infrastruktur stetig verbessert werden. Aber nur die Infrastruktur auszubauen und bereitzustellen,  ist zu wenig. Die Information und Kommunikation über Mobilitätsmöglichkeiten ist ebenfalls essenziell. Aus diesem Grund haben wir mit „Mobil ans Ziel“ eine langfristige Initiative des Landes für nachhaltige und umweltschonende Mobilität etabliert. 

 

Was ist Ihnen im Bereich klimaneutraler Antriebsmöglichkeiten und Technologien wichtig? 
Mir selbst ist eine umweltfreundliche Mobilität ein wichtiges Anliegen. Ausschließlich auf batteriebetriebene Fahrzeuge zu setzen, halte ich aber für eine Fahrt in die Sackgasse. Es benötigt Technologieoffenheit und zu Ende gedachte, ganzheitliche Konzepte, die auch Bereiche wie bspw. Infrastruktur-, Energie-, soziale Aspekte u. v. m. einbeziehen. Die Klimaneutralität in Österreich im Jahre 2040 einzufordern, halte ich deshalb für absolut utopisch. Man soll den Menschen reinen Wein einschenken und vernunftbasierte Lösungskonzepte erarbeiten, anstatt mit geschlossenen Augen Fahrt aufzunehmen. 

 

Welche Projekte haben für Sie künftig Priorität?
Die Durchbindung der LILO bis zum Kepler-Universitätsklinikum, die Verlängerung der Straßenbahn von Traun nach Ansfelden und die Absicherung der Osttangente sind wichtige Prioritäten für die kommenden Jahre. Auch die korrekten Weichenstellungen bei neuen Mobilitätstechnologien gilt es, mit Vernunft, Zielstrebigkeit und Hausverstand anzugehen.