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Lifestyle | 12.01.2022

Mit Puk zum Profi

Jugendliche, die von einer Eishockey-Karriere träumen, checken am besten in der Eishockey Akademie OÖ in Linz ein. Absolventen können es in die höchsten Ligen Europas und bis nach Amerika schaffen.

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© Eisenbauer, PHOTO PLOHE

Was für die Fußballer das runde Leder, ist für den Eishockeyspieler der Puck. Ein Torwart. Fünf Feldspieler je Team. Scharfe Kufen. Blankes Eis. Bodychecks. Mitfiebern auf den Tribünen. Eishockey fasziniert Groß und Klein und ist mittlerweile – nach Fußball – die zweitgrößte Mannschaftssportart in Oberösterreich. Stars wie die beiden Österreicher Michael Raffl und Michael Grabner leben vor, dass man es als Spieler ganz nach oben schaffen kann. Auch Mädchen sind am Vormarsch. Wichtig ist ein gutes Fundament. Und das wurde mit der Eishockey Akademie vor eineinhalb Jahres aus dem Boden gestampft. Einer, der sich stark für diese Art der Ausbildung eingesetzt hat, ist Christian Ladberg, Präsident des oö. Eishockeyverbandes und der Eishockey Akademie OÖ, der im Interview sein Herzensprojekt näher vorstellt.

 

Herr Ladberg, was ist das Ziel der neuen Eishockey Akademie Oberösterreich?

Wir wollen die erste Adresse für alle Jugendlichen sein, die eine professionelle Ausbildung im Eishockey gemeinsam mit einer Schul- und Berufsausbildung absolvieren wollen.

 

Sie verstehen sich also als erste Anlaufstelle für alle, die von einer Profikarriere träumen. Welche Schultypen werden angeboten?

Ja, es freut mich, dass wir der größte Bundesliga-Nachwuchsverein Oberösterreichs sind. Möglich sind folgende Schulen: Peuerbach-Gymnasium Unterstufe sowie das BORG Linz für Leistungssport und die Handelsschule Linz. Durch die Kombination mit dem Sport haben die Jugendlichen ein Jahr mehr Zeit bis zur Matura.

 

Die Akademie stellt Bundesliga-Mannschaften. Welche?

U 16, U 18 und U 20.

 

Das Besondere an der Akademie ist, dass Schulbetrieb und Leistungssport kombiniert sind. Dazu kommt die Betreuung im Internat im Kolpinghaus Linz. Wie talentiert muss ein Kind bzw. Jugendlicher sein, um aufgenommen zu werden?

Es ist von Vorteil, wenn die Jugendlichen bereits in einem Stammverein spielen. Wir führen regelmäßig Sichtungen mit Talentescouts durch, um Spieler mit Potenzial zu entdecken und für die Akademie zu gewinnen. Ein Aufnahmekriterium ist aber nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch das Zeugnis muss passen. Es wird schließlich nicht aus jedem ein Superprofi und da ist die schulische Laufbahn genauso wichtig. Wir haben einen guten Trainerstab, teils mit internationaler Erfahrung, sowie einen eigenen Landestrainer, der in enger Abstimmung mit Schule und Eltern steht.

 

Wieviel Stunden Eishockey stehen pro Woche am Plan?

Dreimal pro Woche steht Frühtraining am Programm, noch vor der Schule. Dazu kommt tägliches Eis- und Off-Eis-Training am Nachmittag. Die Spieltage sind dann am Wochenende. In Österreich und teilweise in Kroatien und Ungarn, in Vorbereitung auf den Profibetrieb.

 

Momentan besuchen rund 75 Jugendliche die Akademie, davon sechs Mädchen. Wie geht es den Mädchen in den Mannschaften?

Sehr gut. Wir freuen uns sehr, Mädchen dabei zu haben und hoffen auf mehr. Sie genießen dieselbe Ausbildung und sind in den Mannschaften im Einsatz. Ab der U20 spielen sie eigene Damen-Bundesliga. Eine unserer Absolventinnen spielt zum Beispiel gerade in einem Auslandsjahr in Amerika.

 

Welche körperlichen Voraussetzungen braucht es für den Eishockey-Sport in puncto Fitness und Kraft? Wie gefährlich ist der Sport?

Wünschenswert ist es, wenn die Kinder von klein auf Sport machen, egal welchen. Sie sollen einfach Spaß an der Bewegung haben und eine gute Motorik entwickeln. In puncto Gefährlichkeit schaut es wilder aus als es ist. Die Regeln sind streng, die Ausrüstung ist gut. Bis 18 Jahre ist ein Gitter zum Schutz des Gesichts vorgeschrieben. Das Verletzungsrisiko ist gar nicht so groß.

 

Was ist das ideale Einstiegsalter, um mit Eishockey zu beginnen?

Ideal ist ein Einstiegsalter von drei bis sechs Jahren.

 

Welche Türen stehen den Juniors nach Absolvierung der Akademie im Eishockeysport offen?

Alle! Erste und zweite Österreichische Bundesliga genauso wie das internationale Parkett.

 

Welche Eishockeyspieler gehören momentan zu den größten Vorbildern für den Nachwuchs?

Zu den derzeitigen Stars gehören sicher die beiden Österreicher Michael Raffl und Michael Grabner, die es in die National Hockey League (NHL) geschafft haben, oder der Kanadier Sidney Crosby.

 

Wie sind Sie persönlich zum Eishockey-Sport gekommen?

Ich stamme aus einer Eishockey-Familie. Schon mein Vater hat Eishockey gespielt und der Funke ist wohl auf mich übergesprungen. Ich habe als Neunjähriger in Linz begonnen und Landes- und Regionalliga gespielt. Ich verbringe noch immer viel Zeit in der Eishalle.

 

Ist die Eishockey Akademie für die Zukunft gut aufgestellt?

Ja, wir sind gut aufgestellt und bedanken uns bei vielen Unterstützern und Sponsoren aus Politik und Wirtschaft. Es sind mittlerweile 22 Mitarbeiter und Ehrenamtliche für die Akademie im Einsatz und es war ein Megaaufwand, die Akademie während der Coronazeit auf die Beine zu bringen. Aber es hat sich gelohnt. Es herrscht eine super Stimmung und die Jugend ist begeistert.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Viele Sportlerinnen und Sportler aus der Akademie heraus in den höchsten Ligen Europas zu sehen.