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Lifestyle | 16.01.2017

Mit dem Vierbeiner tiergerecht durchs Leben „schnüffeln“

Na, heute schon geschnüffelt? Das ist eine Frage, die sich eher an den Hund als an den Halter richtet, aber diese ist durchaus berechtigt, denn die gemeinsame Schnüffeltour ist ein Erlebnis, das fester Bestandteil eines glücklichen Hundelebens ist. Doch wie wird das Leben des Vierbeiners zum tiergerechten Vergnügen? Nur Leckerlis und Aussagen wie „Ja, das hast du aber fein gemacht!“ reichen kaum aus. Damit der Hund mit dem Menschen am anderen Ende der Leine rundum glücklich ist und es in 2017 genauso weiter geht, nachfolgend ein paar „Glücks-Hinweise“.

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Ein glückliches Team. Für das Wohlbefinden des Hundes sorgt unter anderem gemeinsame Zeit. (© teksomolika, Fotalia.com)

 1. Dalmatiner, Terrier oder doch Labrador?

Gepunktet, beige-grau oder doch uni? Nein, hier geht es keineswegs um die Entscheidung des Kleiderdesigns für die nächste Feier. Auch bei der Wahl des Vierbeiners wird oft auf die Optik geachtet, denn wenn es heißt: „Der ist so süüüß!“ bezieht sich diese Aussage erst einmal auf das Äußere und meist zudem auf die kleinen Pfötchen oder die kleinen Öhrchen des Welpen. Dass sich angehende Hundebesitzer vor allem dadurch auf den ersten Blick in einen Hund verlieben, ist nichts Neues und das kennt wohl jeder.

Da der Vierbeiner jedoch meist nicht so klein bleibt und ein langes und vor allem glückliches Leben vor sich haben soll, das unter anderem von einer vertrauensvollen Mensch-Hund-Beziehung geprägt ist, sollten noch andere Dinge bei der Auswahl im Fokus stehen. Wie zum Beispiel gewisse rassetypische Eigenschaften.

Durch ausgiebige Recherche zu Größe, generellen Charaktereigenschaften oder gesundheitlichen Anfälligkeiten kann vorweg geklärt werden, ob die Bedürfnisse eines Jagd- oder Hütehundes überhaupt zu erfüllen sind. Denn nur mit einem „Ja, sind sie“ kann der Hund im Zuhause glücklich sein.

So schwer es oft ist, sich erst einmal nicht zu sehr von den treuen Welpenaugen beeinflussen und erweichen zu lassen. Damit die Beziehung ein Leben lang auf einer guten Basis beruht, was aus menschlichen Beziehungen bekannt sein sollte, sollte der Charakter einfach passen – um es relativ platt zu formulieren, man muss sich verstehen, oder vielleicht noch passender, man muss sich riechen können.

 

2. Sozialisiert und glücklich unterwegs

Ob sich gerochen werden kann, das ist oft erst einmal gar nicht so leicht zu beurteilen. Denn auch wenn der Hund zunächst zögerlich ist, heißt das nicht, dass einem der Vierbeiner von Grund auf skeptisch gegenüber tritt. Vertrauen wird meist erst im täglichen Miteinander aufgebaut. Sucht der Welpe jedoch gar keinen Kontakt und verkriecht sich, zeugt dies nicht von einer guten Sozialisation.

Gut sozialisierte Hunde schnüffeln zunächst, wenn sie fremden Menschen und Hunden gegenüberstehen. Die richtige Sozialisierung ist für eine glückliche und vertrauensvolle Beziehung in einigen Punkten sogar entscheidender als das reibungslose Beherrschen von „Sitz“, „Platz“ und „Bei Fuß“.

Vor allem, wenn der Hund aus dem Tierheim kommen soll, bringt dieser in der Regel eine Vorgeschichte mit. Damit das Zusammenleben funktioniert, sind die Tierpfleger um Rat zu fragen. Also: „Hat der Hund ein traumatisches Erlebnis hinter sich?“, „Mag er Kinder?“, „Kommt er mit anderen Hunden zurecht?“ oder „Mag er es, unter Menschen zu sein?“. Ist der Hund gegenüber Kindern scheu, aber kann durchaus häufig auf Kinder treffen, sollte ihm dieser Stress erspart bleiben. Dennoch kann skeptischen und wenig zutraulichen Hunden durch eine gute Sozialisation geholfen werden. Aber ein Hund, der einmal schlechte Erfahrungen auf einer Autofahrt gemacht hat, wird meist nicht zu einem begeisterten Autofahrer, höchstens zu einem entspannteren Mitfahrer.

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Mittlerweile gibt es in Österreich, Deutschland und der Schweiz Hundeloipen für den gemeinsamen Langlauf. (© Christophe Baudot, Fotolia.com)

3. Wohlfühlen im bekannten Revier, am Strand oder im Schnee

Der Vierbeiner sollte sich jedoch nicht nur Zuhause wohlfühlen und seinen Vorlieben nachkommen können. Denn auch wenn ein Tier den eigenen Lebensstil durchaus beeinflussen kann, heißt es nicht, dass zwangsläufig auf vorher ganz normale Dinge, wie der alljährliche Urlaub, verzichtet werden muss. Mehr noch, der Hund freut sich ebenso auf eine unbekannte Schnüffelumgebung und Entspannungsmöglichkeiten vom alltäglichen Hundeleben.

Bevor es jedoch losgehen kann, sind die Einreisebedingungen zu checken. Denn in einigen Ländern gibt es Sonderregelungen, so ist für die Schweiz im Heimtierausweis, der immer bei Reisen innerhalb der EU mitzuführen ist, eine Tollwutimpfung nachzuweisen. Ist die Einreise gesichert, bleibt die Fragen nach den Übernachtungsmöglichkeiten. Aber einfach ein Hotel buchen und den Hund einpacken? Geht schon, jedoch ist dann damit zu rechnen, dass der Vierbeiner nicht mit auf das Zimmer darf. Klar, mittlerweile gibt es immer mehr Hotelanlagen, die auf Mensch und Hund eingestellt sind, aber zum Standard gehört dies noch nicht. Hundefreundliche Hotels sind meist mit einem Hundesymbol gekennzeichnet.

Außerhalb des Hotels bieten dann oft spezielle Hundeauslaufflächen oder Hundestrände im In- und Ausland Möglichkeiten zur gemeinsamen Vergnügung. Soll es auf die Piste gehen? Dann bleibt der Hund lieber im hundefreundlichen Hotel, das oft Hundekindergärten oder Tagespensionen zur Verfügung stellt. Um dem Hund auch ein wenig Schnee um die Nase zu verschaffen kann es mit ihm auf einen Spaziergang oder ab auf eine spezielle Hundeloipe in der Nähe gehen.

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Nach der Joggingtour noch Tricks einüben. Ein Hund sollte auf geistiger und körperlicher Ebene ausgelastet werden. (© petunyia – Fotolia.com)

4. Geistiges, körperliches und soziales Training

„Komm lass und spielen!“ natürlich sagt der Hund uns das nicht, aber seine Körpersprache oder das Schnappen eines Spielzeugs, verrät seinen Wunsch ganz ohne Gebell oder Gejaule. Und selbstverständlich ist das Spielprogramm richtig und wichtig für das Glücklichsein und vor allem die Ausgeglichenheit des Vierbeiners.

Um Ausgeglichenheit beim Hund zu erreichen, muss dieser jedoch nicht mit zum eigenen Yoga-Kurs geschleppt werden. Wobei es mittlerweile durchaus schon Übungen aus dem Bereich „Doga“ (Yoga für Hunde) gibt, die bei Hund und Halter gleichermaßen für Entspannung und Vertrauen sorgen.

Jedoch geht die Ausgeglichenheit des Hundes generell eher über seine Auslastung. Auslastung bedeutet aber nicht, dass der Vierbeiner bis zum get no seine Runden im Park dreht, das Hecheln nicht mehr zu stoppen ist und er kaum Zuhause angekommen, nur noch müde in´s Körbchen sinkt.

Der Hund ist vielmehr ausgelastet, wenn er all seine angeborenen oder angezüchteten Fähigkeiten nutzen kann. So wird Auslastung also erreicht, indem unterschiedliche Teile des Gehirns angesprochen werden. Am besten unterschiedliche Aktivitäten kombinieren, die rassetypischen Bedürfnissen nachkommen. Es gibt generell vier verschiedene Arten von Auslastung, die in Kombination beim Hund für Auslastung und Glücksmomente sorgen.

  • Körperliche Auslastung:

Gassigänge sind Pflichtprogramm. Ein ausgewachsener Hund sollte sich am Tag mindestens zwei Stunden bewegen. Außerdem benötigt ein Jagdhund oft mehr Bewegung als ein Herdenschutzhund.

 

  • Geistige Auslastung:

Macht meinen Hund Intelligenzspielzeug schlauer? Naja, also vielleicht nicht schlauer, aber dennoch können damit seine Geschicklichkeit und seine Denkfähigkeit trainiert werden. Zur geistigen Auslastung eignet sich jedoch nicht nur Hundespielzeug, sondern zudem die Erziehung oder das Beibringen von Tricks. Um den Hund geistig auszulasten, genügen oft 30 Minuten am Tag.

 

  • Soziale Auslastung:

Der Hund muss lernen mit Artgenossen zurecht zu kommen und ihr Verhalten lesen zu lernen. Das Lernen passiert meist bereits im Rahmen der Sozialisation. Am Ende kann er einschätzen, wenn ihm ein anderer Hund droht oder er weiß, wann er besser nachgibt. Deshalb sollte der Hund möglichst frühzeitig und immer wieder mit anderen Hunden in Kontakt sein.

 

  • Rassebezogene Auslastung:

Eine rassetypische Auslastung kann bei Windhunden zum Beispiel über das Training auf der Rennbahn passieren. Hütehunde sind am besten mit einem Treibball zu beschäftigen. Andere Rassen sind wiederum schwieriger mit Ersatzaufgaben auszulasten, dazu gehören unter anderem Herdenschutzhunde.

 

5. Das gehört in den Napf!?

Der Vierbeiner verschmäht sein Essen. Das kann passieren, jedoch sollte bei der Futterwahl nicht nur auf die passende Geschmacksrichtung geachtet werden. Wichtig ist, dass die Nährstoffe stimmen, damit der Hund möglichst lange fit bleibt und Fell, Haut und Gelenke gesund bleiben. Denn hat dein Vierbeiner entzündete Hautpartien oder mit Haarausfall zu kämpfen, dann muss das nicht zwangsläufig an Parasiten liegen. Denn auch Futtermittelallergien oder Fehlversorgungen mit Nährstoffen können die Ursache sein.

Dann ist zum Beispiel gezielt auf Futter zu setzen, das den Hund mit Zink, Biotin, Jod sowie Vitamin A und E versorgt. Auch eine Unterversorgung mit B-Vitaminen kann zu Hautentzündungen führen. Vitamin B1 unterstützt zum Beispiel ein dichtes und gepflegtes Fell. So gibt es zudem spezielle Inhaltsstoffe, die unter anderem für die Gelenkerhaltung sorgen.

Auch im Alter, wenn unter anderem das Kauen schwerfällt oder die Gelenke und Muskeln träge werden, sollte häufig zu einem speziellen Senior-Futter gegriffen werden. Wer sich – was man wohl niemandem verübeln kann – im „Futterdschungel“ nicht zurecht findet, kann sich Hilfe vom Tierarzt holen.

 

6. Verabschiedung aus einem glücklichen und ausgeglichenen Leben

Dass der Hund nun einmal genauso wie der Mensch altert, zeigt sich nicht nur an einem möglicherweise verändertem Kauverhalten oder Gelenkbeschwerden, denen mit einer speziellen Ernährung nachgekommen werden kann. Der Vierbeiner baut merklich ab und irgendwann ist es einfach Zeit, Abschied vom ausgeglichenen Leben und der vertrauten Person zu nehmen. Das ist immer schwer und es ist nicht nur darüber nachzudenken, welche Maßnahmen zu treffen sind, wenn sich der Vierbeiner verabschiedet.

Den richtigen Zeitpunkt, um Abschied zu nehmen, gibt es sicherlich nie, aber dennoch sollte möglichst immer im Sinne des Hundes und vor allem seines Glücks und Wohlbefindens gehandelt werden. Denn wenn dieser einfach zu schwach ist, keinen Lebensmut mehr aufzubringen scheint oder einfach nur Schmerzen hat, die ihm nicht mehr zu nehmen sind, sollte mit dem Tierarzt über eine Einschläferung gesprochen werden. Deuten Symptome auf Altersschwäche hin, kann dem Hund in den letzten Wochen oder Monaten noch einmal mit viel Nähe und vor allem ruhigen Momenten eine schöne gemeinsame Zeit geboten werden. Das sorgt auch beim Abschiednehmen für letzte, möglichst glückliche Augenblicke, in denen sich noch einmal gemeinsam an die schöne Zeit erinnert werden kann. Denn was zählt ist schließlich, dass der Hund ein erfülltes und glückliches Leben hatte.