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Lifestyle | 15.05.2017

Mein Gartenglück

Jeden Donnerstag beglückt ORF-Redakteurin Isabella Minniberger die Hörer von Radio Oberösterreich mit wertvollem Wissen rund um den Garten. Auch für unsere Leser hat die 41-jährige Freizeitgärtnerin wertvolle Tipps und Trends parat.

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Grüner Daumen: Das Garteln ist neben dem Singen eine große Leidenschaft von ORF OÖ-Redakteurin Isabella Minniberger (© Andreas Röbl)

Ihr eigener Garten in Wallern, wo sie einen Großteil ihrer Freizeit verbringt, war der größte Lehrmeister von ORF OÖ-Redakteurin Isabella Minniberger. Jeden Donnerstag um 12:10 Uhr gestaltet die 41-jährige Blondine auf Radio Oberösterreich ihr Magazin „Mein Gartenglück“ und versorgt die Oberösterreicher mit viel Wissen rund um das Wohnzimmer im Freien. Dazu ist sie landauf, landab unterwegs, besucht Gärtner, Floristen und Fachmessen und gibt ihr Wissen im Radio und auch online weiter. Wir haben die Gartenautodidaktin auf einem ihrer Termine in den Botanischen Garten nach Linz begleitet. Im Interview mit der OBERÖSTERREICHERIN verrät Isabella Minniberger, woher ihre Leidenschaft fürs Garteln rührt und warum sich einfache Kisten aus dem Baumarkt hervorragend als Pflanzengefäße für Garten, Balkon und sogar fürs Fensterbrett eignen.

 

Frau Minniberger, woher kommt Ihre Leidenschaft für den Garten?

Hundertprozentig von meiner Mama und meiner Oma. Meine Oma hatte ein kleines Bauernsacherl – von ihr habe ich sämtliche Wiesenblumen und Kräuter von klein auf kennengelernt. Sie hat mir zum Beispiel die Wirkung von Arnika erklärt und beigebracht, wie man Ringelblumensalbe herstellt. Auch meine Mama hat einen wunderbaren Gemüse- und Blumengarten.

 

Ihre redaktionellen Schwerpunkte sind Kunst, Kultur, Bildung und Garten. Wo trifft sich der Garten mit Kunst und Kultur?

„Kultur“ wird von „Agrikultur“ hergeleitet und bedeutet nichts anderes als die Bearbeitung des Bodens. Und hier findet man bereits die erste Gemeinsamkeit. Denn so wie ein Landwirt oder ein Gärtner den Boden bearbeitet, genauso bearbeitet ein Künstler seine Leinwand oder ein Stück Holz. Ein Garten ist im Prinzip immer künstlich angelegt, auch wenn er naturnah gestaltet ist. Denn wo sonst trifft man eine Rose neben einer See- oder einer Schneerose. Wenn die Natur einen Platz haben darf und der Mensch seine Handschrift hinterlässt, dann schließt sich für mich der Kreis.

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Jeden Donnerstag um 12:10 Uhr gestaltet Isabella Minniberger auf Radio Oberösterreich ihr Magazin "Mein Gartenglück". (© Andreas Röbl)

Jeden Donnerstag um 12:10 Uhr sind Sie auf Radio Oberösterreich im Magazin „Mein Gartenglück“ zu hören. Was ist Ihnen bei der Gestaltung der Sendung wichtig?

Wichtig ist mir, dass der jeweilige Beitrag saisonal zur Gartenzeit passt. Dazu überlege ich mir Themen und hole mir Fachinformationen bei interessanten Gesprächspartnern wie Floristen, Landschaftsgärtnern und anderen Experten ein. Die Sendung richtet sich nicht nur an Hobbygärtner, sondern an alle, die ihr Zuhause gerne schön schmücken. Denn auch den Balkon, den Eingangsbereich oder eine Tür kann man mit Pflanzen ganz toll gestalten. „Mein Gartenglück“ ist keine Lehrsendung, es geht einfach darum, die Lust auf Natur und aufs Garteln zu wecken.

 

Welche Rolle spielt der Garten für Herr und Frau Oberösterreicherin?

Da sind zum einen jene, die den Garten als Erholungsfläche sehen. Er ist ihr Paradies im Grünen, aus dem sie auch gerne Selbstangebautes naschen. Längst wird allerdings nicht mehr nur am Land „gegartelt“, auch in den Städten wird unter dem Schlagwort „Urban Gardening“ eine neue Leidenschaft entfacht. Gemeinschaftsgärten boomen, und viele junge Leute stillen damit ihren Selbstversorger-Trip. Es darf allerdings nicht zu kompliziert sein. Denn wer hat schon die Möglichkeit, so viel Zeit in den Garten zu investieren?

 

Wie sieht Ihr eigener Garten aus?

Mein Freund und ich sind vor 16 Jahren in ein Reihenhaus nach Wallern gezogen. Der circa 670 Quadratmeter große Garten war damals eine Distelwiese, die wir Jahr für Jahr bearbeitet und gemeinsam mit einer professionellen Gartenplanerin umgestaltet haben. Die ersten zehn Jahre habe ich viel experimentiert und ganz viel aus Fehlern und Irrtümern gelernt. Mein eigener Garten war mein ganz großer Lehrmeister. Beim Garteln geht es mir nicht um Perfektion, sondern um „work in progress“.

 

Was war Ihnen bei der Gestaltung wichtig?

Vor einigen Jahren haben wir uns den Traum von einem Schwimmteich erfüllt, daher ist heute Wasser die größte Fläche von unserem Garten. Der restliche Grund gliedert sich in einen kleinen Nutzteil, wo ich Kräuter, Salat, Kohlrabi und andere gute Sachen anpflanze. Außerdem habe ich einen Apfelbaum von meiner Oma gepflanzt und einen kleinen Lustgarten mit Steg und Seerosen angelegt. Durch den Schwimmteich ist unser Gartenjahr in jedem Fall länger geworden. Im Sommer gibt es Teichmolche und Libellen zu sehen, im Winter beobachte ich gerne die Eisfläche. Und auch Kater Dexter und Frosch Alabarbara fühlen sich im Garten pudelwohl. Für mich ist der Garten Entspannungsort, Fitnesscenter und Ruheoase in einem. Es ist unglaublich faszinierend, was man von so einem Stückchen grüner Erde zurückbekommt.

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Ein Schwimmteich bildet die größte Fläche im Garten von Isabella Minniberger und ihrem Freund Markus (© Privat)

Was darf aktuell in keinem Garten fehlen?

Richtig gut finde ich den sogenannten Kistengarten. Dazu verwendet man Lebensmittelkisten oder Bäckerkisten vom Baumarkt, legt diese mit Vlies aus, gibt gute Erde rein und schon kann man mit dem Bepflanzen loslegen. Die Kisten eignen sich sehr gut für den Anbau von Kräutern. Ich habe es im Vorjahr ausprobiert und Salat und Auberginen angebaut. Ich war total begeistert, da man den Standort, falls er nicht passt, jederzeit ändern kann. Und egal, ob am Balkon oder auf der Terrasse bzw. am Fensterbrett – der Kistengarten passt überall gut hin. Außerdem gedeihen Pflanzen und Kräuter in einer Kiste mit guter Erde besser als im kleinen Topf.

Was machen Sie gerne, wenn Sie nicht im Garten sind?

Eine große Leidenschaft von mir ist das Singen, und die lebe ich im „Hard-Chor“ in Linz mit Begeisterung aus. Außerdem reisen mein Freund Markus Lehner, ein bildender Künstler, und ich gerne durch die Welt und schauen uns Kunstausstellungen an. Seit wir den Schwimmteich haben, hat sich unser Badeurlaub in den Garten verlagert.