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Lifestyle | 16.03.2022

Mehr Intimität, weniger Leistungsdruck

Sensory Sex bedeutet, achtsamen Sex zu praktizieren und so viele Sinne wie möglich ins Liebesspiel miteinzubeziehen. Was Sie davon haben? Mehr Intimität mit Ihrem Partner, größere Erregung und weniger Leistungsdruck!

Bild 2203_O_Sex.jpg
© Shutterstock

„Achtsamkeit heißt nicht, 

dass es immer ruhig, 

langsam und leise 

zugehen muss.“

Doris Kaiser

 

Achtsamkeit ist momentan in aller Munde. Ob wir deshalb achtsamer leben, sei dahingestellt. Allerdings erlebe ich schon seit längerer Zeit eine Sehnsucht nach einer achtsameren Form der Sexualität. Viele Menschen haben den Leistungsdruck satt. Performen, abliefern, Orgasmen nachjagen, Sex im Porno-Modus – das ist anstrengend und auf Dauer nicht erfüllend. Die meisten Frauen in meiner Praxis tun sich schwer damit, abzuschalten. Im Hier und Jetzt zu sein, den Moment zu genießen – das ist Achtsamkeit. Wir sind es allerdings gewohnt, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Uns auf eine einzige Sache zu konzentrieren, fällt uns schwer. Genau darum geht es jedoch bei achtsamem Sex. 

Der erste Schritt zu mehr Achtsamkeit. Der erste Schritt fängt bei der Achtsamkeit mit sich selbst an: Was gefällt mir wirklich beim Sex? Welche Wünsche und Sehnsüchte habe ich? Was möchte ich anders haben? Wenn Sie sich selbst bewusst gemacht haben, was Sie wollen und brauchen, ist der nächste Schritt, mit Ihrem Partner darüber zu sprechen. Und natürlich auch ihn nach seinen Bedürfnissen zu fragen und zuzuhören. Ohne zu werten, ohne zu urteilen – auch das ist Achtsamkeit!

Ganz im Moment sein. Achtsamer Sex heißt, ganz im Moment sein. Das fühlen, was jetzt gerade ist. Ohne an die To-do-Liste von morgen zu denken. Ohne Angst, nicht schön oder gut genug zu sein. Sich vollkommen aufeinander einzulassen. Den Partner mit allen Sinnen wahrzunehmen. Fühlen, schauen, riechen, schmecken, hören. Den ganzen Körper einbeziehen und sich nicht nur auf die Stellen fokussieren, die am leichtesten erregbar sind. Sie können Sensory Sex übrigens auch praktizieren, wenn Sie Single sind. Für die Selbstbefriedigung gilt nämlich genau das Gleiche! 

Achtsamkeit lässt sich üben. Nun ist das mit der Konzentration nicht so einfach. 60.000 Gedanken schwirren durchschnittlich pro Tag in unserem Hirn herum. Das ist für die Achtsamkeit ziemlich hinderlich. Da hilft nur eins: üben! Egal, ob Sie unter der Dusche stehen, essen oder Ihren Liebsten streicheln: Versuchen Sie immer öfter, im Hier und Jetzt zu sein und das Gedankenkarussell abzustellen. Erfahrungsgemäß tun sich Menschen, die regelmäßig meditieren, leichter damit.

Alles andere als langweilig. Das alles hört sich für Sie langweilig an? Von wegen! Achtsamkeit heißt nicht, dass es immer ruhig, langsam und leise zugehen muss. Sie brauchen weder auf animalischen Sex noch auf härtere Spielarten zu verzichten, wenn Sie und Ihr Partner Freude daran haben. Bleiben Sie achtsam, was immer Sie auch ausprobieren! Fühlen Sie Ihre Grenzen? Welche Emotionen tauchen auf? Welche Erfahrung möchten Sie vertiefen?

Sensory Sex kann Ihr Liebesleben bereichern. Probieren Sie es aus!

 

www.doriskaiser.com

 

TIPPS FÜR ACHTSAMEN SEX: 

• Nehmen Sie sich viel Zeit. 

• Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. 

• Stellen Sie eine angenehme Atmosphäre her. 

• Lassen Sie sich vollkommen auf Ihren Partner ein. 

• Erkunden Sie seinen ganzen Körper. 

• Fokussieren Sie sich auf das, was Sie tun. 

• Vergessen Sie (zumindest für eine Weile) den Orgasmus.  

• Beobachten Sie bewusst Ihre Gefühle.

• Wenn Gedanken kommen – und das werden sie! – lassen Sie diese los, ohne sie zu bewerten. 

• Schalten Sie Ihr Kopfkino aus. Denn: Fantasien lenken vom Spüren ab!

• Nehmen Sie Ihren Partner mit allen Sinnen wahr. Wie riechen seine Haare? Wie fühlt sich seine Haut am Bauch an? Wie schmecken seine Küsse? Welche Geräusche macht er beim Sex? Wie ist sein Blick, wenn er erregt ist?