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Lifestyle | 16.05.2018

Mama gut, alles gut

Seit Sabrina Altenberger einen Sohn hat, weiß sie, wie wichtig kleine Auszeiten für sie als Mama sind. Auf ihrem Blog „Auszeit4Mama“ ermutigt sie Frauen, achtsamer auf sich selbst zu schauen.

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© auszeit4mama.com

Kaum eine Mamwa, die dieses Gefühl nicht kennt, abends völlig erschöpft und ausgelaugt aufs Sofa zu sinken und nicht mehr zu wissen, woher sie die Kraft für den nächsten Tag nehmen soll. Sabrina Altenberger (31) aus Lichtenberg kannte dieses Gefühl nach der Geburt ihres Sohnes Niklas (2,5) auch. Daraus entstanden ist ihr Blog „Auszeit4Mama“.

 

Wie sind Sie darauf gekommen, Ihre Erfahrungen als Mama auf einem Blog festzuhalten?

Sabrina Altenberger: Ich war nach der Geburt unseres Sohnes total erschöpft und überfordert. Ständig war ich nur im Geben-Modus, weil ich natürlich alles richtig machen wollte. Vor lauter Mamasein habe ich das Gespür für mich selbst ganz verloren. Ich brauchte wieder neue Kraft. An diesem Punkt habe ich begonnen, mich intensiv mit dem Thema Selbstfürsorge zu beschäftigen. Ich habe angefangen zu meditieren und meine Empfindungen zu notieren. Und aus diesen Notizen ist dann mein Blog entstanden.

 

Auf Ihrem Blog dreht sich alles um Mütter, deren Wünsche und Bedürfnisse. Haben Sie das Gefühl, dass es vielen Frauen da ganz ähnlich geht?

Das glaube ich schon, weil es einfach in jeder Familie auch Chaos gibt. Und selbst wenn man die Männer mehr in die Pflicht nimmt, bleibt der Großteil der Pflichten an der Frau hängen. Jeder Mama ist grundsätzlich bewusst, dass sie Auszeiten braucht, um ihre Energietanks wieder auffüllen zu können. Die Frage ist allerdings meistens, wie man sich diese Auszeiten im Familienalltag tatsächlich nehmen kann.

 

Wie schaffen Sie es, sich regelmäßige Auszeiten vom Alltag zu nehmen?

Ich versuche jeden Tag, mir eine kleine Auszeit zu gönnen. Dafür nütze ich jene Stunde, die mir zwischen Universität und dem Zeitpunkt bleibt, bevor ich meinen Sohn vom Kindergarten abhole. In dieser Zeit gehe ich spazieren, mache Yoga oder setze mich mit Kaffee und Zeitung auf die Terrasse. Manchmal muss ich mich regelrecht dazu zwingen, weil ich weiß, dass auch etwas anderes zu tun wäre. An anderen Tagen ist es dann nur eine halbe Stunde, weil ich in den anderen 30 Minuten noch dringend einkaufen gehen muss. Wichtig sind die Regelmäßigkeit und das Bewusstsein, etwas für sich selbst zu tun.

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Mama-Bloggerin Sabrina Altenberger mit Söhnchen Niklas (© auszeit4mama.com)

Wie können diese kleinen Auszeiten ausschauen?

Es muss nicht immer gleich ein ganzer Wellness-Tag sein, ebenso gut sind regelmäßige kleine Inseln im Alltag. Ein entspannter Kaffee auf der Terrasse, eine halbe Stunde mit dem Lieblingsbuch in der Hängematte, ein Spaziergang im Wald – was einem guttut, weiß jede Frau ohnehin selbst am besten. Mindestens genauso wichtig ist es übrigens, sich selbst nicht ständig unter Druck zu setzen und einen entspannteren Zugang zum Familienalltag zu bekommen. Denn: In jeder Familie gibt es Chaos, das ist vollkommen normal. Der perfekte Haushalt, das blank geputzte Haus, dieses Sauberfrau-Image – da geht es nur um Äußerlichkeiten und um Glaubenssätze, von denen man denkt, sie erfüllen zu müssen. Aber ich glaube, dass das die meisten Frauen ohnehin schon nervt. Wir sind auf einem guten Weg in die richtige Richtung.

 

Nicht selten gehen die eigenen Wünsche und Bedürfnisse im Trubel des Familienalltags verloren. Kennen Sie das auch?

Natürlich (lacht). Darum führe ich so eine Art Tagebuch und schreibe alles auf, was ich gern wieder mal machen würde. Durch dieses schriftliche Festhalten bekommen sie eine andere Wertigkeit und gehen im Alltagstrubel eben nicht gleich wieder verloren. Außerdem kann ich immer wieder nachschauen und nachlesen, was ich gern machen würde. Und wenn ich es dann getan habe, mache ich ein Polaroid und klebe es daneben ein. Das funktioniert bei mir sehr gut.

 

Warum ist es Ihrer Meinung nach so wichtig, dass Mamas auch gut auf sich selbst schauen?

Wenn es der Mama gut geht, geht‘s auch allen anderen gut. Wir fühlen uns immer verpflichtet, alles zu tun, damit es den Kindern gut geht, und vergessen dabei ganz auf uns selbst. Dabei ist es ja doch so, dass die Kinder nichts davon haben, wenn die Mama dauernd nur gestresst ist. Von einer ausgeglichenen Mama profitiert die ganze Familie.

 

Ihr Tipp für stressgeplagte Mamas?

Achtsam werden, eine feinfühlige Verbindung zu sich selbst aufbauen und öfter mal auf das eigene Bauchgefühl hören, wenn es um Bedürfnisse geht. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, es ist ein Lernprozess und Übungssache. Doch es lohnt sich: Ich bin mittlerweile gelassener in Situationen, die mich früher gestresst haben, und habe die notwendige Kraft für den Alltag.