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Lifestyle | 24.03.2021

Lust auf Solo-Sex

Seit der Pandemie stehen Lust und Erotik bei vielen Frauen ganz unten auf der Prioritätenliste. Dabei werden durch Selbstbefriedigung Glückshormone ausgeschüttet und die Lust auf Sex am Köcheln gehalten.

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© Shutterstock

In herausfordernden Zeiten ist es besonders wichtig, gut auf sich selbst zu schauen. Doch gerade in solchen Phasen fällt das schwer, weil wir mit den Umständen so gefordert sind, dass wir oft auf uns selbst vergessen. Gerade Frauen sind momentan extrem beansprucht – da stehen Lust und Erotik meist ganz unten auf der Prioritätenliste. Social Distancing wirkt sich auch auf die Erotik aus. Wir können Lust leichter zulassen, wenn unsere Grundbedürfnisse Nähe, Geborgenheit, Akzeptanz, Vertrauen und Sicherheit erfüllt sind. Hier gibt es momentan große Defizite, was viele Menschen psychisch stark belastet. 

Auch wenn Paare momentan sehr viel aufeinander hocken, heißt das nicht, dass sie emotionale Nähe empfinden – oft gehen sie sich gegenseitig auf die Nerven. Ziehen Sie sich immer wieder bewusst alleine zurück! Ein „Bitte nicht stören“-Schild auf die Schlafzimmertür hängen, Handy ausschalten und 15 Minuten Pause genießen. Meditieren Sie, machen Sie ein paar Yogaübungen, tanzen Sie, telefonieren Sie mit einer Freundin – tun Sie, was immer Sie entspannt und in bessere Stimmung versetzt. Bewegung an der frischen Luft tut gut, nach einem halbstündigen Spaziergang fühlen Sie sich garantiert besser. Auch ein Mini-Wellnessprogramm im Bad kann wahre Wunder wirken.

Glückshormone durch Selbstbefriedigung.

Die eine oder andere kleine Auszeit können Sie auch wunderbar für die erotische Selbstliebe nutzen. Masturbation ist eine einfache und effektive Möglichkeit, Glückshormone auszuschütten und sich ausgeglichener zu fühlen! Während für die meisten Männer Selbstbefriedigung einfach dazu gehört, haben viele Frauen Hemmungen, sich selbst zu berühren. Scham, Schuldgefühle oder mangelndes Körperbewusstsein hindern sie daran, sich an Solo-Sex zu erfreuen. Mädchen wird oft beigebracht, sich „da unten“ nicht anzufassen. Außerdem befinden sich die weiblichen Geschlechtsteile im Inneren des Körpers und sind im Alltag praktisch „unsichtbar“ – ein weiterer Grund, weshalb Selbstbefriedigung für Frauen nicht so selbstverständlich ist wie für Männer. Viele Frauen halten Selbstbefriedigung zudem für minderwertigen Ersatz für „richtigen“ Sex mit einem Partner. Dabei erleben Frauen laut Studien die intensivsten körperlichen Orgasmen beim Solo-Sex! Auf seelischer Ebene erleben sie allerdings die Begegnungen mit ihrem Partner als befriedigender. Auf jeden Fall ist Masturbation eine gleichberechtigte Spielart der Sexualität – auch in einer Partnerschaft. 

Lust am Köcheln halten.

Von Klientinnen höre ich immer wieder, dass sie ihre Lust nicht für sich selbst „verschwenden“ wollen: „Wenn ich schon mal Lust habe, dann sollte ich diese nutzen, um mit meinem Partner Sex zu haben.“ Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Lust möchte am Köcheln gehalten werden. Je öfter Sie Sex haben – egal, ob mit sich selbst oder mit jemand anderem –, desto höher ist Ihr Lust-Level.  Selbstbefriedigung ist Sex mit dem Menschen, den Sie (hoffentlich) am meisten lieben. Trauen Sie sich! Probieren Sie aus, was Ihnen gefällt. Ob ein Polster oder ein Vibrator, ob der Strahl der Dusche oder Ihre Finger, ob nackt oder angezogen, stöhnend oder still – alles, was Ihnen Lust bereitet, ist erlaubt! Nichts muss Ihnen peinlich sein. Es geht nur um Sie!

Abwechslung tut gut.

Bei vielen Frauen läuft die Selbstbefriedigung immer nach dem gleichen Schema ab. Wie wär’s mit etwas Abwechslung? Fragen Sie sich, worauf Sie Lust haben. Wählen Sie einen anderen Ort. Verändern Sie die Art der Berührung. Nehmen Sie sich Zeit, Ihren ganzen Körper zu erforschen. Experimentieren Sie mit Ihrem Atem. Kurbeln Sie Ihre erotischen Fantasien mit Büchern, Filmen oder Hörbüchern an.  

Gönnen Sie sich ein neues Spielzeug. 

Online-Erotikshops berichten von vielfach gesteigerten Umsätzen in den Lockdown-Phasen. Gönnen Sie sich ein neues Liebesspielzeug! Auch in diesem Bereich schreitet die Entwicklung ständig voran. Neben vielen technischen Neuerungen begeistert mich vor allem das stetig wachsende Angebot an „green sex“-Produkten. Darunter versteht man Erotikspielzeug, das nachhaltig produziert wird und unbedenklich für Mensch und Umwelt ist. Auch Regionalität spielt eine Rolle, kommen die meisten Sextoys doch nach wie vor aus China. Allerdings gibt es bereits Alternativen: Vibratoren aus oberösterreichischem Nussholz, wunderschöne Glasdildos, fair produzierte Kondome aus Naturkautschuk, biologische Gleitgele und BDSM-Produkte aus veganem Leder. Die Schleimhäute im Intimbereich sind sehr sensibel; viele Frauen haben mit immer wiederkehrenden Irritationen, Pilzinfektionen oder Schmerzen zu kämpfen. Nicht nur sie sollten darauf achten, welche Produkte sie an ihre Vulvina lassen.

Viele meiner Klientinnen nützen momentan die Zeit, um sich mit ihrer persönlichen Sexualität zu beschäftigen. Wenn Sie es Ihnen gleichtun möchten, unterstütze ich Sie gerne dabei!
www.doriskaiser.com

 

Webtipps: 

www.liebesspielzeug.at/green-sex

www.sinnliche-seiten.de/

www.femtasy.com/de/