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Lifestyle | 12.05.2021

Liebe, Intrigen und viel Musik

Das „Theater im Hof“ in Enns steht mit der Komödie „Madame Jourdain und ihre höchst wundersame Reise in die gute Gesellschaft“ in den Startlöchern. Die Premiere ist für 9. Juli geplant.

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© Otto Pölzl, Sophie Berger

Der Hof im Florianer Freihaus in Enns soll von 9. Juli bis 7. August wieder mit Leben erfüllt werden. Christian Himmelbauer, der Intendant vom „Theater im Hof“, ist guter Dinge und hofft voll Optimismus, dass die Komödie „Madame Jourdain und ihre höchst wundersame Reise in die gute Gesellschaft“ nach der Absage im Vorjahr, heuer auf die Bühne gebracht werden kann. Wir haben mit dem Schauspieler, Regisseur und Intendanten geplaudert.  

 

OBERÖSTERREICHERIN: Herr Himmelbauer, das traditionelle Sommertheater in Enns soll heuer wieder für gute Unterhaltung sorgen. Wie sieht die Situation aktuell aus?

Christian Himmelbauer: Es ist nach wie vor sehr unsicher. Letztes Jahr haben wir uns finanziell und auch organisatorisch nicht in der Lage gefühlt zu produzieren. Aber heuer im Sommer haben wir das ganz fest vor. 

Wie laufen die Probearbeiten ab?

Wir haben bereits vergangenen Sommer eine Woche lang vorgeprobt, um gemeinsam in das Stück rein zu schnuppern. Heuer werden wir Ende Mai vorerst in Wien mit den Proben beginnen – und im Anschluss daran – relativ bald nach Enns übersiedeln. 

Sie sind seit 2005 Intendant des „Theater im Hof“ in Enns, das während dieser Zeit auch mit dem Bühnenkunstpreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet wurde. Wie sind Sie mit der Entwicklung des Theaters zufrieden?

Natürlich waren immer wieder herausfordernde Jahre dabei, da Möglichkeiten, Wünsche und Vorstellungen des Öfteren kollidierten. Die Übersiedlung in den Hof im Florianer Freihaus in Enns vor fünf Jahren war mit Sicherheit ein Meilenstein für uns, vor allem auch deshalb, weil wir im Freien spielen können. Diese Location ist perfekt und wenn das Wetter einmal nicht mitgespielt hat, konnten wir ins Gewölbe wechseln. 

Ist das auch für heuer geplant?

Nein, heuer werden wir aufgrund der aktuellen Situation mit einem gut durchdachten Sicherheitskonzept nur outdoor spielen. Sollte jedoch ein Termin aufgrund des Wetters ins Wasser fallen, wird es einen Ersatztermin geben. 

Das heurige Stück ist an den Molière-Klassiker „Der Bürger als Edelmann“ angelehnt. Mit dem Unterschied, dass aus dem Monsieur Jourdain, der gerne hoch hinaus möchte, die Madame Jourdain wird. Was hat Sie dazu veranlasst?

Unsere Dramaturgin Iris Harter hat das Stück von Jean-Baptiste Molière aus dem Jahr 1670 umgeschrieben. Im Original geht es darum, dass Monsieur Jourdain viel Geld hat und sich in den Adelsstand einkaufen will. In unserer Fassung wird die Geschichte einer reichen Frau erzählt, die um jeden Preis berühmt werden will. Obwohl das Stück mehr als 350 Jahre alt ist, sind die Themen im Prinzip die gleichen geblieben. 

Worauf darf sich das Publikum freuen?

Auf eine Produktion mit viel französischer Musik – von Klassik über Chanson bis zu Pop. Die Neufassung des Molière-Klassikers ist dem Schauspielensemble in Enns auf Leib und Notenblatt geschrieben. Die Mischung aus großen Gefühlen, Intrigen sowie die tolle Location und hoffentlich gutes Wetter versprechen feine Abende. 

Sie sind Intendant des „Theater im Hof“, führen aber auch Regie und stehen als Schauspieler auf der Bühne, wie lässt sich das alles vereinbaren?

Diese Kombination hat sich ergeben. Ich komme aus dem Schauspielfach und habe früh damit begonnen, zu inszenieren und Regie zu führen. Dass ich selber als Schauspieler mitspiele, ist sicher auch eine wirtschaftliche Überlegung, da es günstiger ist, mich selber zu engagieren als einen anderen Schauspieler (lacht). Aber ich mache das alles sehr gern und habe einen guten Weg gefunden, die Aufgaben zu kombinieren. 

Welche Rolle spielen Sie heuer?

Dieses Jahr spiele ich eine eher kleinere Rolle, den Louis Même, das Objekt der Begierde der Madame. 

Sie leben in Wien, sind in Perg aufgewachsen, Ihre Mutter und Ihre Schwester leben in Enns. Verbinden Sie das „Theater im Hof“ mit Heimkommen?

Auch wenn ich in Enns nie wirklich gewohnt habe, fühle ich mich in dieser Stadt sehr verwurzelt. Da uns auch meine Mutter und Schwester unterstützen,  ist das „Theater im Hof“ ein bisschen wie ein Familienbetrieb, somit hat das auch immer eine private Ebene für mich.  

Welche Aufgabe hat Sommertheater in Ihren Augen?

Prinzipiell muss Theater immer unterhalten und darf nie langweilig sein, was aber nichts damit zu tun hat, ob es leicht oder weniger leicht zu konsumieren ist.  Speziell im Sommer muss es meiner Ansicht nach einen gewissen Faktor an Leichtigkeit geben. Besonders in diesem Jahr sind die Leute schon sehr hungrig nach Unterhaltung. 

Sie sind zweifacher Vater, wie geht es Ihnen als Künstler in der Coronakrise?

Ich hatte das Glück, dass die Auftragslage 2020 sehr gut war. Natürlich sind aber auch Aufträge abgesagt oder verschoben worden, dennoch ist am Ende genug übriggeblieben. Ich habe vergangenes Jahr ein Stück geschrieben, das ich am Stadttheater in Kiel inszeniere. Derzeit finden in Deutschland die Proben statt, ob das Stück dann vor Publikum gespielt werden kann, steht aber,  wie so vieles, noch in den Sternen. 

 

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Intendant, Schauspieler und Regisseur. Seit 2005 leitet der gebürtige Oberösterreicher Christian Himmelbauer die Geschicke des „Theater im Hof“ in Enns. © Otto Pölzl, Sophie Berger

Das Stück

Madame Jourdain (Maria Lohn) ist eine ehrgeizige und ungeduldige Frau. Der engagierte Expertenstab leidet nicht wenig unter dem Promi-Tick der Madame, die alles für Louis Même (Christian Himmelbauer), den angebeteten Star ihres Herzens, tut. Aber was macht Louis Même? Und mit wem? Wie endet das Ganze? Natürlich mit Berühmtheit! Wenn auch nicht in den Augen aller … Mit einem Liebespaar, viel französischer Musik und bittersüßem Lachen. 

 

Termine: 9. Juli bis 7. August

Theater im Hof

Florianer Freihaus, 

Mauthausnerstraße 9, 4470 Enns

Karten und Infos: 0699/14470001

www.theater-im-hof.at